"Zum Töten bereit" – Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen

Lesung mit Gespräch am 7. Dezember im Bischof-Benno-Haus

Bischof-Benno-Haus Schmochtitz
Das Bischof-Benno-Haus Schmochtitz, Bildungshaus des Bistums Dresden-Meißen.

Bautzen, 01.12.2015: Am kommenden Montag, 7. Dezember, findet um 18 Uhr im Bischof-Benno-Haus ein "Schmochtitzer Forum" statt zum Thema "'Zum Töten bereit' - Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen". Die Referentin an diesem Abend ist Frau Lamya Kaddor aus Duisburg.

"Wir sehen uns im Paradies", schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. wurde in Ennepetal geboren und liebte Fußball – bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte.

Weit über fünfhundert deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, sind bislang ins syrische Kriegsgebiet ausgereist, um in den Reihen der „Gotteskrieger“ zu dienen. Lamya Kaddor analysiert, warum Jugendliche in den Dschihad ziehen, während ihre Freunde zu Hause in Deutschland ihre Schulabschlüsse machen. Persönlich kennt sie mehrere junge Menschen, die auf der Suche nach Anerkennung dem Dschihad verfallen sind. Was bringt unsere Kinder dazu, sich einer erbarmungslosen Terrormiliz anzuschließen? Wer sind diese Dschihadisten, die unsere Kinder verführen? Wie gefährlich ist eine solche Entwicklung, die uns alle treffen kann, und wo liegen ihre Ursachen? Lamya Kaddor versucht zu verstehen, was und wer diese jungen Menschen zu Dschihadisten gemacht hat. Und vor allem: was wir tun können, um die Radikalisierung zu stoppen.

Lamya Kaddor ist Pionierin der Islamischen Religionspädagogik in Deutschland und wurde zu einer der zehn einflussreichsten muslimischen Frauen Europas gewählt. Sie ist Gründungs-Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes. Die Religionslehrerin, Islamwissenschaftlerin und Autorin wurde 1978 als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen/Westfalen geboren.

Zu der Lesung, die im Rahmen der "Bautzener Gespräche" und des "Arbeitskreises Begegnung mit dem Judentum" stattfindet, sowie zu dem anschließenden Gespräch sind alle Interessierten herzlich eingeladen.



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