Prälat Dieter Grande (86) verstorben

Requiem und Beerdigung am 6. Mai in Dresden

Prälat Grande verstorben

 
Meine Seele preist die Größe des Herrn.
(Lk 1,46)



Gott, der Herr über Leben und Tod, hat den Priester des Bistums Dresden-Meißen

Prälat Dieter Grande


am 30. April 2016 in den Morgenstunden in sein himmlisches Reich gerufen. Dieter Grande wurde am 24. Februar 1930 in Waldenburg (Schlesien) geboren und kam am Ende des Zweiten Weltkrieges nach Nordenham bei Oldenburg. Er begann sein Theologiestudium in Münster, folgte dann aber dem Ruf, die Seelsorge in der damaligen DDR zu unterstützen und ging zum Abschluss des Studiums nach Erfurt.
Am 18. Dezember 1955 empfing er in Neuzelle die Priesterweihe.

In der Pfarrseelsorge unseres Bistums war er im damaligen Karl-Marx-Stadt, in Dresden-Pillnitz sowie in Leipzig-Gohlis tätig, dort 1957 zunächst als Kaplan und von 1976 bis 1982 als Pfarrer. Seine vielfältigen Begabungen und sein leidenschaftlicher Eifer für die Kirche waren Mitursache für die Übernahme diözesaner und überdiözesaner Aufgaben. So wurde er 1963 zum Diözesanjugendseelsorger ernannt und hat in dieser Funktion nicht nur vielen Jugendlichen Orientierung, sondern auch vielen Seelsorgern und Seelsorgerinnen prägende Anleitung für eine zeitgemäße Pastoral gegeben. Mit seiner musikalischen Sensibilität und Begabung hat er wesentlich dazu beigetragen, dass moderne Musik und Neues geistliches Liedgut in die Liturgie Einzug halten konnten.

Als Sekretär der Diözesansynode 1969-1971 und der Pastoralsynode 1972-1975 sicherte er deren Ergebnisse und erwies sich als ein brennender Wegbereiter für die Impulse des II. Vatikanischen Konzils.
1982 wurde Dieter Grande zum Ordinariatsrat und Caritasdirektor ernannt, 1984 zugleich zum Domkapitular.

Von 1986 bis 1988 war er Dompfarrer und zugleich Dekan in Dresden. 1988 wurde er zum Leiter der Pressestelle beim Sekretariat der Berliner Bischofskonferenz berufen und spielte in der Zeit der friedlichen Revolution eine wichtige Rolle bei der Medienarbeit rund um die Beratungen am „Runden Tisch“ und bei der Feststellung der entsprechenden Beratungsergebnisse.
 
Ende 1990 berief ihn Bischof Joachim Reinelt als Pressebeauftragten zurück ins Bistum Dresden-Meißen.

Von 1992 bis 1995 wurde Dieter Grande die Leitung des Katholischen Büros Sachsen und zusätzlich die Aufarbeitung und Überprüfung eventueller Kontakte von Priestern und Laien zum Ministerium für Staatsicherheit zunächst im Bistum und dann für die ganze Region Ost der Deutschen Bischofskonferenz übertragen. Schließlich war er von 1995 bis 2000 Rektor des Diözesancaritasverbandes für das Bistum Dresden-Meißen.

Trotz mehrfacher, schwerer Erkrankungen war Dieter Grande auch im Ruhestand aktiv, war als Referent und Ratgeber gefragt und hatte vieles aus seinem Lebenswerk zu sichten und zu ordnen. Mit der ihm eigenen Verlässlichkeit hielt er die Verbindung zu zahlreichen Bekannten und Freunden. Bedeutsam war ihm das Miteinander im Presbyterium, sei es mit seinem Weihekurs, mit dem er sich mindestens zum Weihetag alljährlich traf, sei es zum täglichen Gebet in der Gemeinschaft des Hauses der Kathedrale. Bis kurz vor seinen Tod war Dieter Grande ein Mann der wachen Wahrnehmung von Entwicklungen innerhalb und außerhalb der Kirche und der klaren Ansage. Sein Urteil war stets tagaktuell, seine Nachfrage inspirierend und sein Rat gleichermaßen fordernd wie aufbauend.

Trotz zunehmender Schwäche blieb er ein Mann mit unbändigem Lebenswillen, der täglich um sein Ja zum Willen Gottes gerungen und vieles im Gebet ertragen und mitgetragen hat.

Das Bistum Dresden-Meißen dankt für einen Priester, dessen vielfältige Beiträge zur kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklung tief in Gott verwurzelt und auf den Dienst an den Menschen orientiert waren.

Das Requiem für den Verstorbenen ist am Freitag, den 6. Mai 2016, 10.30 Uhr in der Kathedrale. Anschließend wird die Beerdigung auf dem Alten Katholischen Friedhof Dresden, Friedrichstraße 54, sein.

R. I. P.

Dresden, den 2. Mai 2016

 
Andreas Kutschke
Diözesanadministrator





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