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Bistum Dresden Meissen
20. Februar 2021

„Baustelle – Betreten erwünscht!“

Dresdner Kathedrale nach Restaurierung feierlich wiedereröffnet

Dresden. Nach fast einjähriger Schließzeit hat Bischof Heinrich Timmerevers heute Nachmittag, am 20. Februar 2021, mit einer feierlichen Vesper die Dresdner Kathedrale wiedereröffnet. Zwar dürfen vorerst nur Gottesdienste (keine Führungen oder Besichtigungen) stattfinden, aber für diese ist nun endlich das Hauptschiff der Kirche wieder nutzbar. Damit dürfen derzeit durch die Corona-Beschränkungen 80 bis 100 Plätze besetzt werden – heute wären gerne noch mehr Menschen in der Kathedrale dabei gewesen!

„Die Schönheit des Raumes will die Ahnung vermitteln, dass es im Himmel schön sein muss! Und – mit Verlaub gesagt – unsere Kathedrale ist die schönste Kirche in Sachsen“, schwärmte Bischof Heinrich.

Er gratulierte im Verlauf des Gottesdienstes seinem auch anwesenden Vorvorgänger, Bischof em. Joachim Reinelt, der vor genau 33 Jahren in dieser Kathedrale zum Bischof geweiht worden war.

In seiner Predigt wies Timmerevers darauf hin, dass in den vergangenen Monaten rund um die und in der Kathedrale die Botschaft „Baustelle – Betreten verboten!“ präsent war. „Aber das passt für die Kirche eigentlich gar nicht“, so der Bischof. Und Gott-sei-Dank sei diese Zeit bald vorbei. Im rechten Seitenschiff sind noch nicht alle Arbeiten fertig, daher gibt es dieses Schild derzeit noch in der Kathedrale. Aber auch dann, wenn diese Bauarbeiten beendet sein werden, gelte: „die Kirche bleibt eine Baustelle“, ist Timmerevers überzeugt. Die Zuversicht der Gläubigen, die sich vor 100 Jahren für die Wiedererrichtung des Bistums (Dresden-)Meißen eingesetzt hatten, könne für uns heute Vorbild sein, selber in der Zuversicht zu wachsen und die Menschen mit Christus in Berührung zu bringen.

„Eine sehr konkrete, schmerzhafte Baustelle haben wir in Heidenau. Wie viele Menschen leiden bis heute darunter, dass ihnen sexualisierte Gewalt angetan wurde?! Zugleich gibt es Irritationen, wie das geschehen konnte. Wir müssen der Wahrheit in die Augen schauen und daran arbeiten, dass dies nicht Baustelle bleibt, sondern heilen kann“, mahnte Bischof Heinrich.

Musikalisch gestaltet wurde die Vesper von einer Kapellknaben-Schola, die zu beiden Seiten des Altarraumes aufgestellt war, und Prof. Thomas Lennartz an der Silbermannorgel. Nicht zuletzt durch das neue Lichtkonzept in der Kathedrale erstrahlt das Instrument jetzt in neuem Glanz.

Auch der Dank kam nicht zu kurz: Timmerevers dankte Gott für den guten Verlauf der Bauarbeiten und dass dabei niemand zu Schaden gekommen sei. Aber er dankte auch allen Mitwirkenden: unter anderem den Gerüstbauern, die das riesige Gerüst – „ein Meisterwerk“, so der Bischof bewundernd – aufgestellt und wieder abgebaut haben, den Restauratoren, die schadhafte Stellen ausgebessert, und den Malern, die die passenden Farben aufgetragen haben. Und er dankte dem Architekten, Dr.-Ing. Knut Hauswald, für seine Sorgfalt und dem Freistaat Sachsen, dass er für das Gebäude gesorgt hat.

„Auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen, um uns nicht gegenseitig zu gefährden – Gott hält keinen Abstand, sondern kommt uns ganz nah“, betonte Bischof Heinrich und ergänzte, dass es für die Kirche heißen müsse: „Baustelle – Betreten erwünscht!“

Weitere Informationen zu den Baumaßnahmen:
in-der-dresdner-kathedrale-wird-gebaut
wenn-in-der-kathedrale-die-huellen-fallen

Fotos + Text: Elisabeth Meuser

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