Wechselburg erhält erste päpstliche Basilika Sachsens

Gottesdienst zur Erhebung am 12. November mit Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović

Erste "Basilica minor" Sachsens: die Wechselburger Wallfahrtskirche. Foto: Michael Baudisch

Erste "Basilica minor" Sachsens: die Wechselburger Wallfahrtskirche am heutigen Tag. Foto: Michael Baudisch

Wechselburg, 16.09.2018: Bei der Bistumswallfahrt der Katholiken aus Sachsen und Ostthüringen konnte Bischof Heinrich Timmerevers heute vor 2.700 Gläubigen im mittelsächsischen Wechselburg eine große Überraschung verkünden: Papst Franziskus hat der dortigen Wallfahrtskirche den Ehrentitel „Basilica minor“ verliehen. Dazu wird es am 12. November 2018, an dem sich die Ersterwähnung der Kirche zum 850. Mal jährt, einen feierlichen Gottesdienst geben. Als Vertreter des Heiligen Vaters hat dazu der Apostolische Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, sein Kommen angekündigt.

„Basilica minor“ ist in der katholischen Kirche ein Ehrentitel, der bedeutungsvolle Kirchen auszeichnet und vom Papst verliehen wird. Weltweit gibt es nur etwa 1.500, in Deutschland gar nur 76 solcher Gotteshäuser. Wechselburg wird nun die Nummer 77 und ist dabei, außerhalb Berlins, die erste dieser Basiliken in den neuen Bundesländern.

In jedem Jahr kommen zahlreiche Besucher zur romanischen Wallfahrtkirche in Wechselburg. Für die katholischen Christen der Umgebung ist es die Pfarrkirche. Christen von Nah und Fern nehmen die geistlichen Angebote des angrenzenden Kloster der Benediktinermönche wahr. Andere kommen zu einer der vielen Wallfahrten oder um den historischen Kirchenraum mit seinen Kunstwerken, besonders dem Lettner mit der eindrucksvollen Kreuzigungsdarstellung, zu bewundern. Für viele dieser Besucher ist die romanische Wallfahrtskirche in Wechselburg bereits seit langem „die Basilika“. Diese Bezeichnung bezog sich bisher jedoch nur auf den Baustil. Ausgehend von der römischen „Königshalle“, einem durch Säulen gegliederten Prachtbau für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte, begann man in der Spätantike, nach diesem Vorbild Kirchen zu errichten. Dabei übernahm man deren Bezeichnung „Basilika“, um auf Christus als König der Gläubigen zu verweisen.

Die 77. Basilica minor steht in Sachsen

Nun wird die Wechselburger Wallfahrtskirche also auch eine „echte“ Basilika. Vorausgegangen war dem die entsprechende Bitte der Benediktiner. Diese griff Bischof Heinrich Timmerevers auf. Nach Zustimmung der Gab heute die päpstliche Ernennung der Wechselburger Basilika bekannt: Bischof Heinrich Timmerevers.Deutschen Bischofskonferenz konnte ein Antrag in Rom eingereicht werden. Er enthielt detaillierte Angaben zur Baugeschichte, zur Ausstattung der Kirche, zu Gottesdiensten und sonstigem kirchlichen Leben sowie den Wallfahrten. Nach Prüfung des Antrags durch die Gottesdienstkongregation erreichte den Bischof nun die positive Nachricht.

Bischof Heinrich Timmerevers: "Ich freue mich über diese hohe päpstliche Auszeichnung für die Wechselburger Wallfahrtskirche. Durch die Verleihung des Titels soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorgehoben und die Verbindung mit der Kirche von Rom und dem Heiligen Vater gestärkt werden. Den Eingang einer Basilika ziert daher das Wappen des amtierenden Papstes. Darüber hinaus sollen dort die Feier des Gottesdienstes und die Glaubensverkündigung beispielhaft sein. Der Ehrentitel ist damit immer auch eine Verpflichtung und ein Ansporn.“

Die erste Erhebung einer Kirche zur "Basilica minor" in Deutschland erfolgte übrigens 1897 mit der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen in Oberfranken. Zuletzt wurde der Titel 2015 an Gotteshäuser in den Bistümern Trier und Hildesheim verliehen. Die meisten päpstlichen Basiliken in Deutschland stehen dabei im Erzbistum Köln (13), gefolgt von den Bistümern Trier (9) und Augsburg (6).

AK/MB



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