"Wo Menschen sich zusammenfinden, da ist Gott"

Festgottesdienst mit Bischof Heinrich zum 100. Kirchweihfest von St. Joseph in Borna am 13. Oktober

Festgottesdienst 100 Jahre Kirchweihe Borna

Die Konzelebranten (v.l.) Pfr. Stefan Thiel, Pfr. i.R. Thomas Schorcht, Pfr. Waldemar Styra, Pfr. i.R. Klaus Hecht, Pfr. i.R. Reinhard Gröger mit Pfrn. Barbara Vetter.

Borna, 23.10.2019: Mit einem Festgottesdienst am Sonntagnachmittag, 13. Oktober, erreichte die 100-Jahr-Feier zum Kirchweihjubiläum in der katholischen Kirche St. Joseph ihren Höhepunkt. Eingeladen waren, neben Bischof Heinrich Timmerevers, auch ehemalige Bornaer Seelsorger, wie Pfr. i.R. Klaus Hecht, Pfr. i.R. Thomas Schorcht und Pfr. Waldemar Styra – ebenso Ehrengäste aus Stadt (OBM Simone Luedtke) und Ökumene (Pfarrerin Barbara Vetter in Vertretung des Superintendenten).

Pfarrer Dietrich Oettler

Pfarrer Dietrich Oettler begrüßte Bischof Heinrich.

Bischof Heinrich TimmereversDie mehr als 140 Gottesdienstbesucher staunten nicht schlecht, als Bischof Timmerevers am Anfang seiner Predigt eine Anekdote über Borna erzählte: „Wahrscheinlich erzähle ich ihnen jetzt etwas Neues, aber ich habe 1985 diese Kirche schon einmal gesehen und erlebt. Damals, zu Zeiten als Kaplan Gerhard Röhl noch hier war. 1985 war ich schon einmal hier, zu einem Treffen mit Theologiestudenten. Ich war damals in der Priesterausbildung im Bistum Münster tätig und kann mich sehr gut erinnern, wie es damals hier aussah. 1985. Und ich habe im Wohnzimmer des Kaplans übernachtet, und dann, so scherzhaft wie Kaplan Röhl war, sagte er: ‚Mach dir keine Sorgen, du bist gut bewacht. Man guckt uns zu, aber die tun dir nichts.‘ Und er zeigte auf die (sowjetische) Kaserne gegenüber.“

Er sprach der Gemeinde, die seit dem 5. Oktober 1919 die Kirche lebendig gehalten hat; die in der Bedrängnis zweier aufeinanderfolgenden Diktaturen den christlichen Glauben gelebt, festgehalten, gefeiert hat; deren Glaube und das Miteinander ihr in dieser Zeit Halt gegeben hat, seinen Dank aus. Aber die Predigt sollte kein Nostalgieschwelgen in vergangene Zeiten sein. „Denn die äußere Bedrängnis gibt es nicht mehr. Wir können heute in Freiheit in diesem Land unseren Glauben leben und praktizieren. Das ist etwas Großes und Schönes“, so der Bischof.

Doch der Glaube stehe heute auch unter Bedrängnis – weniger von außen, mehr von innen. Weil der Glaube schwächer werde; weil es viele Fragen gebe, auf die es im ersten Moment kaum eine Antwort gibt; und weil es in den vergangenen Monaten auf dem Weg der Pfarreineugründung zu erleben war, wie schwierig es ist, aufeinander zuzugehen und dabei das Band der Einheit zu bewahren. Aus diesen Gründen ermutigte Bischof Timmerevers die Gemeinde, zusammenzustehen: Wo Fragen sind, müssen sie geklärt werden – aber ohne sich auseinandertreiben zu lassen. Denn wo Menschen sich zusammenfinden, da ist Gott unter ihnen. Deshalb sollen sich die Christen als lebendige Steine inmitten der Welt zu einer Kirche auferbauen lassen.

Der Bischof schloss seine Predigt, neben dem Dank an Gott, mit der Bitte, „dass wir selber uns immer wieder auferbauen lassen können zu lebendigen Steinen inmitten dieser Welt; dass wir uns hier (in der Kirche) immer wieder versammeln können und gestärkt, ermutigt und mit Freude unserer Sendung nachgehen, inmitten dieser Welt Christen sein zu können. Gebe es Gott. Amen.“

Im Anschluss an den Festgottesdienst waren Bischof Timmerevers und alle Gäste zu einem Buffet mit selbstgebackenen Kuchen in die Gemeindesäle des Pfarrhauses eingeladen. Dort begrüßten ihn die PGR-Vorsitzende Cornelia Scheffler und Franz Waberzeck, die ihm einen Rückblick auf das zu Ende gehende Kirchenjahr – dem Bornaer „Josephsjahr“ – mit seinen Veranstaltungen und daraus gewonnenen Erfahrungen gaben. Danach bot sich noch viel Zeit für allerlei Begegnungen und Gespräche.

Programm nach dem Gottesdienst

Begrüßung des Bischofs durch Cornelia Scheffler (PGR-Vorsitzende)

Das zweitägige 100. Kirchweihfest in Borna hatte bereits am Samstagabend, 12. Oktober, begonnen, als sich etwa 80 Besucher zum alljährlichen Gemeindefest trafen. Nach dessen Eröffnung sorgten die Band „Clover“ aus Meerane mit ihrer Live-Musik und ein leckeres Mitbring-Buffet sowie eine Cocktailbar für ein Rundum-sorglos-Paket. Ein Höhepunkt des Abends war sicherlich das Quizspiel in Form des altbekannten „Dalli-Klicks“: Die Gäste sollten historische Fotos mit Motiven von Personen und Ereignissen aus dem Bornaer Gemeindeleben erraten und konnten dabei jeweils Preise, wie eine kleine Joseph-Kerze und einen kleinen Eierlikör, gewinnen. Ob es an der Vielzahl von Likören lag oder an den unterhaltsamen Erinnerungen, die Feststimmung war ausgelassen und heiter.

Weitere Informationen im Internet unter: www.kath-kirche-borna.de und www.kath-kirche-borna.de/100jahre

Fotos + Text: Philipp Ramm



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