„Gelobt sei Gott“

Ein Film über ein aktuelles Thema

Foto zum Film "Gelobt sei Gott"

(Foto: www.filmdienst.de)

„Gelobt sei Gott … ist ein Großteil der Fälle verjährt.“ Dieses Zitat des französischen Kardinals Philippe Barbarin auf einer Pressekonferenz sorgte für helle Empörung und trug mit dazu bei, dass er im Frühjahr 2019 wegen der Nichtanzeige sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Am 26. September ist der französische Film „Gelobt sei Gott“ in den deutschen Kinos angelaufen, der auf den wahren Begebenheiten in Frankreich beruht. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Betroffenen, die nach über 30 Jahren den Mut haben, das Schweigen über das ihnen zugefügte Unrecht zu brechen. Der Film zeigt sehr realistisch, wie sehr die Betroffenen auch noch nach dieser langen Zeit unter den Folgen des Missbrauchs leiden, wie dieser ihre Beziehungen beeinflusst und eine Belastung der Familien über Generationen hinweg darstellt. Auf Seiten der Diözese Lyon stoßen die Betroffenen auf eine Mauer des Nichtstuns und des systematischen Vertuschens. Mit der Unterstützung ihrer Familien gründen sie einen Verein mit dem Namen „Das gebrochene Schweigen“ und gehen an die Öffentlichkeit. Es melden sich weitere Betroffene, und es gelingt ihnen, dass Anklage erhoben wird – gegen den missbrauchenden Pater und gegen die Diözese, die jahrzehntelang bewusst weggeschaut hat.

Am Schluss wird einer der Hauptakteure von einem seiner Söhne gefragt: „Glaubst du noch an Gott?“ Diese Frage wird an die Zuschauenden weitergegeben und weist gerade dadurch darauf hin, dass durch den Missbrauch von Kindern durch Priester, durch dieses unglaubliche Verbrechen, der Glaube an Gott zutiefst erschüttert, wenn nicht sogar zerstört werden kann. Übrigens: Der beschuldigte Pater hatte versucht, den Filmstart in Frankreich zu verhindern. Der strafrechtliche Prozess gegen ihn läuft in Frankreich noch.

Ein sehenswerter Film auch für Gemeinden, der auf sachlich-nüchterne Weise die Zuschauenden für das Thema Missbrauch sensibilisiert und dazu auffordert, aufmerksam hinzusehen. Der Filmdienst der katholischen Filmkritik empfiehlt den Film ab 14 Jahren. Er kann auch in Gemeinden als Anstoß zum Gespräch und Austausch dienen. Ab Februar 2020 soll der Film auf DVD erhältlich sein.

CZ / KaZ



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