Was macht die Professionalität der Krankenhausseelsorge aus?

Rückblick auf den gemeinsamen Studientag der Ostdiözesen am 25. September in der Propstei Leipzig

Vortrag beim Treffen katholischer Krankenhausseelsorger(innen) Ost

Seelsorgerinnen und Seelsorger aus 5 Diözesen während der alle zwei Jahre stattfindenden Ostkonferenz

Dr. Jutta MaderGut 50 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg trafen sich am 25. September zu ihrer dritten Ostkonferenz, diesmal im großen Saal der Propstei Leipzig. Dr. Jutta Mader, Krankenhausseelsorgerin im Bistum Trier, stellte Erkenntnisse ihrer umfangreichen Dissertation vor, die sie unter der Überschrift „Professionelle Krankenhausseelsorge“ bei Prof. Dr. Doris Nauer in Vallendar ausgearbeitet hatte. Im Plenum sowie in Gesprächsgruppen zu verschiedenen Unterthemen wurde engagiert und lebendig diskutiert, wurden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Herausforderungen identifiziert.

Von großem Interesse war etwa die Frage nach einem differenzierten Seelsorgekonzept. Reflektiert wurde aber auch die Einbindung der Krankenhausseelsorge in die neuen pastoralen Räume sowie ihre Rolle angesichts einer doppelten Zugehörigkeit, nämlich zum Bistum und zum Krankenhaus. Die Unverzichtbarkeit der Krankenhausseelsorge im Rahmen neuerer Entwicklungen im Gesundheitswesen wie dem Konzept Spiritual care war ein weiterer Themenpunkt. Für angeregte und durchaus kontroverse Debatten sorgte schließlich der zweite Vortragsimpuls von Frau Dr. Mader, in dem sie die These entfaltete, dass sich das Krankenhaus als eigener Kirchort begreifen könne, da in ihm auf spezifische Weise die kirchlichen Grundvollzüge der Liturgia, Martyria, Diakonia und Koinonia verwirklicht seien.

Propst Giele erläutert die Propsteikirche

In der Mittagspause erläuterte Propst Gregor Giele die Raumgestaltung der neuen Propsteikirche und ging auf Fragen der Teilnehmenden ein.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Krankenhausseelsorge ein kirchlicher Dienst mit großer Beweglichkeit und hoher Kontextsensibilität ist. Oder wie ein Kollege es in einem treffenden Bild zum Ausdruck brachte: Kirche lernt im Rahmen der Krankenhausseelsorge, die Gastgeberrolle zu verlassen und selber (letztlich wie Jesus) Gast zu sein bei den Menschen, denen es freigestellt ist, ob sie die Seelsorgenden auf- und annehmen oder auch nicht. Kirche setzt sich so der vielschichtigen, bedrängenden Lebenswirklichkeit von Menschen aus – und ist damit ein Zeichen für den mitgehenden Gott, der das Heil aller Menschen im Blick hat.

Text und Fotos: Matthias Mader



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