Wie können wir heute den Glauben leben?

Eindrücke von der "pastorale!" in Magdeburg - 19. September

Eröffnung der "pastorale! 2019"

Kathedrale St. Sebastian, Magdeburg

Magdeburg, 19.09.2019: Nach mehreren Jahren der Vorbereitung wurde sie heute in der Magdeburger Kathedrale St. Sebastian eröffnet: "die pastorale! 2019". Sie versteht sich als Konferenz und Ideenbörse zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen im Osten Deutschlands und wartet mit einem Mix aus Workshops, Keynotes, Diskussionen und Best-Practice-Vorträgen auf. Mit insgesamt etwa 1.300 Teilnehmenden können die Veranstalter der aktuellen "pastorale!" mehr Interessierte begrüßen, als sie anfangs zu träumen wagten.
Einige wenige Eindrücke des heutigen Tages werden hier in Wort und Bild zusammengefasst.

Bischof Gerhard FeigeDer gastgebende Ortsbischof Gerhard Feige freut sich über das große auch gesamtdeutsche Interesse an der Situation der Kirche in Ostdeutschland und betont: "Wir müssen weg von der Komm-her-Kirche, hin zur Geh-hin-Kirche!" Dennoch brauche Kirche auch Gottesdienste, Eucharistie als ihre Quelle, um leben zu können und Kraft zu haben, zu den Anderen zu gehen.



Prof. Dr. Eberhard TiefenseeIn seinem Eröffnungsvortrag forderte Prof. Dr. Eberhard Tiefensee zu einer "Umänderung der Denkart - Mission angesichts forcierter Säkularität" auf: "Wir stehen in einem Umbruch, der dem der Reformation vergleichbar ist. Kirche wird sich ändern müssen!" Mission, Sendung heiße nicht, "die Anderen von außen nach innen holen" zu wollen, sondern zu den Anderen hinzugehen, ihnen "den Glauben vorzuschlagen". Wichtig sei es, anders zu denken: die Anderen seien nicht defizitär, sondern einfach anders - mit dieser Haltung gepaart seien Wertschätzung, Respekt und ein Umgang auf Augenhöhe möglich. Tiefensee forderte das Gespräch mit den Nichtglaubenden als eine "Ökumene der dritten Art".

Workshop zu "Amoris Laetitia"

Bischof Heinrich TimmereversIn zahlreichen Workshops konnten die Teilnehmenden Ideen und Erfahrungen kennenlernen, miteinander darüber und über eigene Erfahrungen austauschen. Beispielsweise stellten die Bischof Heinrich Timmerevers, Claudia Leide und Elisabeth Neuhaus aus Dresden "Erfahrungen auf dem Weg zu einer 'anderen' Pastoral" anhand des Apostolischen Schreibens "Amoris Laetitia" von Papst Franziskus. Bischof Heinrich betonte, in der Begegnung mit Menschen sei es "wichtig, miteinander einen Weg zu suchen, barmherzig zu sein". Das Schreiben des Papstes gebe Hilfen und Anregungen, "wie wir mit den Menschen umgehen können, denen wir begegnen".

Workshop Ermöglichungspastoral

Dr. Christian MärzMonika Münch und Dr. Christian März gaben Impulse zu dem Weg "von der Versorgungs- zur Ermöglichungspastoral". Diese sei keine Notlösung - auch wenn das Umdenken oft schwerfalle.

Kinder-stark-mach-Tage

Zusammen mit den Clowns "Kiki Kokolores" und "Tom Tom" stellte Stephan Schubert das Modell vor, nach dem im Bistum Dresden-Meißen die Kinder-stark-mach-Tage gestaltet werden.

Kirche in den Massenmedien

Wie Kirche in den Massenmedien auftritt und wen sie in der Diaspora mit dem Radioprogramm erreicht - oder eben nicht erreicht - das war Thema eines Werkstattgesprächs mit P. Bernhard Venske OP (Rundfunkbeauftragter des Bistums Dresden-Meißen), Ingo Brüggenjürgen (Chefredakteur domradio.de) und Daniel Heinze (katholischer Kirchenredakteur im Privatfunk in Sachsen).

Pausengespräche

Überall im Magdeburger Roncallihaus zu sehen: angeregte Gespräche, Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Pontifikalamt-Konzelebranten

PontifikalamtZusammen mit dem gastgebenden Bischof Gerhard Feige (3.v.l.) zelebrierten am Abend in der gut gefüllten Kathedrale St. Sebastian: Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz), Anders Kardinal Arborelius (Stockholm), Erzbischof Heiner Koch (Berlin), Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt) und Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) ein feierliches Pontifikalamt (v.l.).

Bischof Gerhard FeigeIn seiner Predigt ging Bischof Feige auf die Situation der Kirche ein: "Zweifellos befinden wir uns als Kirche in einer Krise. ... Haben wir von Gott bisher zu klein gedacht? Ihn etwa als Vertragspartner für Tauschgeschäfte oder als eine moralische Überwachungsinstanz gesehen?" Aber, so der Bischof, "Gott kann sich in einer Weise zeigen, mit der wir nicht rechnen..., beispielsweise in den auf vielfältige Weise Verwundeten. ... Wir sind nicht von Gott verlassen. Aber Er begegnet uns oftmals anders, als wir es uns vorstellen oder erwarten."

Kabarett mit Daniel Heinze und Tobias Petzoldt

Daniel Heinze und Tobias PetzoldtAm Abend ließen sich mehr als 100 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf das bunte Programm "ein unerhörter Zwischenfall" mit Daniel Heinze (Leipzig, l.) und Tobias Petzoldt (Dresden, r.) ein. Die beiden unterhielten die Gäste humorvoll mit Liedern und Texten zu Themen des Lebens und Erfahrungen, die jede und jeder der Anwesenden aus der Pfarreiarbeit kennt.


Fotos + Text: Elisabeth Meuser



RSS-Feed | Newsletter | Sitemap | Impressum | Datenschutz