Kamenz, Radeberg und Bischofswerda feiern "Pfarreienhochzeit"

am 26. Mai in Kamenz


Kamenz, 27.05.2019 (KPI): War es nun eine Vernunftehe oder doch eine seit langem gehegte, geheime Leidenschaft? Bei der Neugründung der Pfarrei St. Maria Magdalena Kamenz aus den drei bisher eigenständigen Pfarreien St. Benno Bischofswerda, St. Laurentius Radeberg und eben St. Maria Magdalena am 26. Mai in Kamenz konnten die Gäste diese Frage nicht eindeutig beantworten. Fest steht: Es war ein großes Fest, das ganz im Stil einer „Hochzeit“ gefeiert wurde.

Einen „Polterabend“ – bei dem ganz traditionell auch einiges Porzellan zu Bruch ging – hatte es bereits in der Vorwoche in Bischofswerda gegeben. Zur „Nachlese“ wird noch nach Radeberg eingeladen. Am gestrigen Sonntag allerdings feierten rund 350 Menschen die Heilige Messe aus Anlass der Neugründung in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche unmittelbar mit. Für zahlreiche weitere Gäste wurde die Eucharistiefeier auf eine Leinwand ins große Festzelt übertragen, das fleißige Helfer auf der Pfarrwiese hinter dem Gotteshaus aufgestellt und festlich geschmückt hatten.

Bischof Heinrich: "Uns nicht verschließen und auf die Menschen zugehen"

In seiner Predigt griff Bischof Heinrich die nicht immer einfachen Schritte auf dem Weg zur Neugründung dieses "Pfarreien-Dreiecks" auf, in dem die geographische Mitte nicht eindeutig wahrnehmbar sei. Mit Blick etwa auf seinen Beschluss, auch entgegen anderslautenden Wünschen an St. Maria Magdalena als Patronin der neuen Pfarrei festzuhalten, sagte er selbstkritisch: „Dabei ist kommunikativ nicht alles optimal gelaufen.“ Zugleich warb er für seine Entscheidung, „in der heiligen Maria Magdalena eine ganz bedeutende Botin der Auferstehung zu sehen“. Bischof Heinrich: „Exakt diese Aufgabe betrifft auch uns heute besonders. Die heilige Maria Magdalena hat etwas ungemein Faszinierendes und Aktuelles.“ Mit Blick auf die zahlreichen kirchlichen Orte der neuen Pfarrei vom Kinderhaus über das Krankenhaus bis hin zum Altenpflegeheim rief er dazu auf, „über diese geöffneten Tore den Menschen unsere Botschaft hinzuhalten.“

Körbe mit Backwerk, die im Anschluss an die Messe verteilt wurden, und einen neuen Kelch und Hostienschale trugen Vertreter der Pfarreien zum Altar. Fotos: Michael Baudisch

Körbe mit Backwerk, die im Anschluss an die Messe verteilt wurden, und einen neuen Kelch und Hostienschale trugen Vertreter der Pfarreien zum Altar. Fotos: Michael Baudisch

Pfarrer der neugegründeten Pfarrei ist Dariusz Frydrych (Bischofswerda). Als weitere Priester der Pfarrei wirken daneben weiterhin Pater Johannes Müller (Kamenz) sowie Pfarrer Christoph Eichler (Radeberg). Außerdem sind als Gemeindereferenten Elisabeth Lukasch und René Prochotta eingesetzt. Letzterer wird sich allerdings in absehbarer Zeit einer neuen Aufgabe im Erzbistum München und Freising zuwenden, wie während der Pfarrei-Neugründung bekanntgegeben wurde. Alle pastoralen Mitarbeiter erhielten vom Bischof den Segen für ihre Aufgaben in der gemeinsamen Pfarrei.

Pfarrer Frydrych nahm zudem die neuen Kirchenbücher und das Pfarrsiegel aus der Hand des Bischofs entgegen. Seinen Schäfchen gab Pfarrer Frydrych das Gleichnis vom Senfkorn mit auf den Weg, aus dem Großes erwachse. Und er erinnerte daran, dass die Pfarrei als Zeichen ihrer Neugründung nun auch über drei neue, einheitliche Priestergewänder sowie einen symbolträchtigen Kelch und eine Hostienschale verfüge, die eigens aus diesem Anlass angeschafft wurden.

Unterhaltsames Festprogramm bei Kesselgulasch und Softeis

Im Anschluss an die Heilige Messe waren alle Besucher im Festzelt zu Kesselgulasch, Gemüseeintopf, Eis und Getränken eingeladen, was dankbar angenommen wurde. Der Kamenzer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Matthias Bosch führte gutgelaunt und unterhaltsam durch das weitere Programm. Angesichts einer umfangreichen Rednerliste behielt er dabei besonders die Uhr genau im Blick.

Als Vertreter der Ökumene sprach unter anderem der Dresdner Superintendent Albrecht Nollau, der seine Komplimente zur Gestaltung der Feier und zur Wahl der Pfarrpatronin äußerte. Schwester Maria Gabriela Hesse, die Äbtissin des nahegelegenen Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal, überbrachte die Glückwünsche der Abtei. Per Knopfdruck konnte Bischof Heinrich außerdem den neuen Internet-Auftritt der Pfarrei freischalten. Weiterhin durften sich die Ehrengäste aus Anlass der Pfarreineugründung in das Goldene Buch der Stadt Kamenz eintragen. Das hatte Oberbürgermeister Roland Dantz persönlich mitgebracht.

Auch die Kinder der Pfarrei brachten sich mit Gesang und einem Auftritt in bunten Kostümen ins Programm ein. Als Seelsorger, die mit der neugegründeten Pfarrei besonders verbunden sind, hatten an der Feier auch der in Radeberg aufgewachsene Bischof em. Joachim Reinelt, Dekan Heinz-Claus Bahmann aus Plauen, Pfarrer Dr. Michael Kleiner aus Schmochtitz, Pfarrer Stephan Löwe aus Meißen, Pfarrer Gerhard Werner aus Göda, Pfarrer i.R. Georg Wanzek aus Dresden und Diakon Stephan Lohse aus Bautzen teilgenommen. Mit einer Abschlussandacht gegen 16 Uhr endeten die offiziellen Feierlichkeiten dieser „Pfarreienhochzeit“.

Text/Fotos: Michael Baudisch

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