Krankenhaus St. Joseph-Stift baut das erste stationäre Hospiz für Dresden

Dresden bislang einzige Landeshauptstadt Deutschlands ohne stationäres Hospiz

Foto: St. Joseph-Stift / E. Johna

Dresden bekommt ein Hospiz am Krankenhaus St. Joseph-Stift. (V.l.n.r.:) Finanzminister Dr. Matthias Haß, Pflegedirektorin Andrea Hasselbach, Gesundheitsministerin Barbara Klepsch, Chefärztin Dr. med. Barbara Schubert und Geschäftsführer Peter Pfeiffer. Foto: St. Joseph-Stift / E. Johna

Dresden, 06.11.2018: Die Stadt Dresden ist die einzige Landeshauptstadt in Deutschland, die über kein stationäres Hospiz für die Versorgung der Bevölkerung verfügt. Das ist für eine Metropolregion mit fast einer Million Einwohnern ungewöhnlich und führt mitunter zu einem Versorgungsrückstau auf Palliativstationen. Das Krankenhaus St. Joseph-Stift ändert diese Situation mit dem Bau eines stationären Hospizes am Krankenhaus St. Joseph-Stift. Das erste stationäre Hospiz in Dresden, das 2020 eröffnet werden soll, will die Lebensqualität von Menschen mit schwersten Erkrankungen verbessern und Angehörige in krisenhaften Situationen von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer unterstützen.

Die voraussichtlichen Baukosten belaufen sich auf rund 2,74 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen fördert das Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 444.000 Euro. Staatministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch und Staatsminister für Finanzen Dr. Matthias Haß übergaben am 2. November den Fördermittelbescheid im Krankenhaus St. Joseph-Stift. Gemeinsam mit Geschäftsführer Peter Pfeiffer, der Pflegedirektorin Andrea Hasselbach sowie Dr. med. Barbara Schubert, Chefärztin der Fachabteilung für Onkologie, Geriatrie und Palliativmedizin wurde symbolisch der erste Spatenstich für das Bauvorhaben vollzogen.

Für das katholische St. Joseph-Stift ist der Bau des Hospizes ein Herzensprojekt, das zu seinen Überzeugungen passt und hat viel mit Idealismus zu tun.

Geschäftsführer Peter Pfeiffer: „Die Idee ein Hospiz für Dresden zu bauen, begleitet uns schon einige Jahre. Es verlangt eine große Portion Idealismus, denn im Gegensatz zu anderen Strukturen im Gesundheitswesen gibt es für den Bau eines Hospizes lediglich eine anteilige Finanzierung durch die öffentliche Hand, auch wenn ein nachgewiesener Bedarf an Hospizbetten besteht. Träger von Hospizen sind deshalb immer auf die finanzielle Unterstützung von Förderern angewiesen. Umso mehr freut es uns nun, mithilfe der Fördermittel des Freistaates sowie der Förderstiftung unserer Ordensschwestern, die das Projekt mit 1,0 Million Euro aus ihrem Stiftungsvermögen unterstützt, dieses wichtige Projekt auf den Weg zu bringen. Für die verbleibenden 1,29 Millionen Euro suchen wir weiterhin nach Unterstützern.“
                                 
Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch: „Der Umgang mit dem Thema Tod ist für unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen ungeheuer schwierig. Hospize schenken ihnen in ihren letzten Tagen Geborgenheit und intensive Begleitung. Deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit das Krankenhaus St. Joseph-Stift bei seinem Vorhaben zu fördern.“

Eine durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz in Auftrag gegebene Studie hat einen Bedarf von 13 stationären Hospizbetten für Dresden ermittelt, der mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung eher weiter wachsen wird. Mit der Etablierung eines stationären Hospizes wird die bislang vorhandene Versorgungslücke geschlossen. Das St. Joseph-Stift schafft damit einen Ort, an dem ein behütetes und würdevolles Sterben möglich ist. Während eine Palliativstation eine auf die ganzheitliche Diagnostik und Behandlung von unheilbar Erkrankten Menschen spezialisierte Krankenhausstation ist, ist ein Hospiz eine auf die ganzheitliche Betreuung von Menschen am Lebensende spezialisierte Pflegeeinrichtung.

Das Hospiz mit insgesamt 12 Plätzen entsteht in der vierten Etage eines Neubaus, dem Maria-Merkert-Haus, benannt nach einer der vier Gründerinnen der Schwestern von der heiligen Elisabeth, an der Ecke Wintergartenstraße/Canalettostraße. Auf einer Nutzfläche von rund 900 m² soll das neue Hospiz ein geschützter, ruhiger Ort sein, der schwerstkranken und sterbenden Menschen für die letzte Lebensphase ein Gefühl von Heimat gibt und ein Abschiednehmen in Würde ermöglicht. Die Planung des Hospizes umfasst 12 Einzelzimmer mit Bad und teilweise Balkon. Auf Wunsch sollen Angehörige die Möglichkeit haben, in einem Gästebett im Zimmer der Bewohner zu übernachten. Anders als im Krankenhaus wird das Hospiz eher an ein Wohnumfeld erinnern. Ein überdachter Innenhof und eine zentrale Wohnküche dienen als Räume der Begegnung.

In den weiteren Etagen des Neubaus Maria-Merkert-Haus stehen Mietflächen zur Verfügung. Das Erdgeschoss ist als Ladenpassage mit großen Fenstern konzipiert. Unter anderem sollen dort ein Café, ein Sanitätshaus und weitere Läden untergebracht sein. Das erste bis dritte Obergeschoss ist vorrangig für die Vermietung an niedergelassene Ärzte vorgesehen. Im Untergeschoss ist eine Tiefgarage geplant.

jm



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