Verwaltungsentlastung in Pfarreien – wie kann das gehen?

Erstes Treffen der Steuerungsgruppe zum Pilotprojekt am 10. April

Dresden, 12.04.2019: „Wie können wir eine Entlastung der pastoralen Mitarbeiter/-innen, vor allem der Pfarrer, durch eine professionelle Unterstützung in Verwaltungsaufgaben erreichen?“ Diese Frage aus der Handreichung „Auf dem Weg zur Neugründung von Pfarreien“ (S. 31) beschäftigt viele Pfarrer, Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Verwaltungsmitarbeiter/-innen ebenso wie die Leitungsebene des Bistums. Nicht zuletzt durch die Neugründung großer Pfarreien, aber auch durch gestiegene Anforderungen seitens staatlicher Vorgaben (z.B. die Änderungen im Umsatzsteuerrecht) und diözesane Vorgaben (z. B. Datensicherheit und Transparenz) ist der Verwaltungsaufwand gestiegen. Damit dem pastoralen Personal in den Pfarreien auch zukünftig ausreichend Zeit für die Seelsorge bleibt, versucht das Bistum Dresden-Meißen, im Rahmen eines Projektes zur Verwaltungsentlastung in Pfarreien Wege dafür zu finden. Dabei wird auf Erkenntnisse aus anderen Bistümern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, zurückgegriffen und gleichzeitig durch das Pilotprojekt „Verwaltungsleiter in der Pfarrei St. Martin Dresden“ ganz praktisch nach einer für unser Bistum passenden, strukturellen Lösung gesucht.

Als Verwaltungsleiter wurde zum 1. Februar 2019 Rocco Pierro eingestellt – mit 50 % seiner Arbeitszeit in der Pfarrei St. Martin Dresden, die am 11. November 2018 in Dresden neugegründet wurde, sowie mit den übrigen 50 % seiner Arbeitszeit in der Weiterentwicklung und Konzeption eines tragfähigen Konzeptes zur Schaffung von Verwaltungsentlastung für pastorales Personal in den Pfarreien unseres Bistums.

"Derzeit schaffe ich noch wenig bis keine Entlastung, sondern verursache eher mehr Arbeit – durch die notwendige Neustrukturierung der Aufgabenbereiche im Verwaltungsbereich, die Aufarbeitung von Liegengelassenem und die Einführung von noch nicht bekannten oder umgesetzten gesetzlichen bzw. diözesanen Normen und Vorgaben." (Rocco Pierro)

Sitzung der Steuerungsgruppe zum Pilotprojekt

Am vergangenen Mittwoch, 10. April, traf sich die Steuerungsgruppe für das Pilotprojekt – bestehend aus dem Projektteam (Steffi Barth, Theresia Kubat, Rocco Pierro und Pfarrer Thaddäus Posielek), Mitgliedern des Hauptamtlichen-Teams sowie im Verwaltungsbereich fachlich qualifizierten Mitgliedern aus dem Pfarreirat, den Seelsorgeräten und dem Kirchenrat der Pfarrei St. Martin Dresden – zu einer ersten Beratung. Aufgabe der Steuerungsgruppe ist es, Transparenz über den Projektverlauf zu schaffen und Rückmeldungen aus der Gemeinde aufzunehmen.

„Bisher kann ich noch keine Entlastung, die sich quantitativ in Zeit messen ließe, durch die Arbeit des Verwaltungsleiters feststellen. Das ist aber auch kein Wunder nach gerade mal zweieinhalb Monaten, die Herr Pierro jetzt in der Pfarrei tätig ist. Eine gefühlte Entlastung ist aber schon da, da ich Aufgaben und die Verantwortung dafür einfach weitergeben kann – das Gefühl ist gut.“ (Pfarrer Thaddäus Posielek)

Deutlich wurde, dass der Verwaltungsleiter Ansprechpartner sowohl für die Hauptamtlichen als auch für die aus Ehrenamtlichen bestehenden Gremien ist – beispielsweise in Fragen der Arbeitssicherheit und der technischen Aufgaben. Zu seinen Hauptverantwortlichkeiten gehört auch die Koordinierung der Finanzbuchhaltung sowie die Haushaltsplanung und -überwachung; außerdem ist er der Dienstvorgesetzte der Pfarrsekretärinnen.

Allerdings zeigten sich auch Unklarheiten in Detailfragen: Wofür dürfen die Hauptamtlichen den Verwaltungsleiter in Anspruch nehmen? Mit wem muss er welche Tätigkeit oder auch deren Delegieren absprechen? Diese und viele andere Fragen gilt es in den kommenden knapp drei Jahren zu klären.

"Um erste Früchte der Arbeit eines Verwaltungsleiters zu sehen, braucht es Zeit. Wir wollen lieber mit Bedacht und Umsicht strukturelle Änderungen vornehmen, als spontane Schnellschüsse zu fabrizieren, die ggf. nach wenigen Wochen und Monaten wieder geändert werden müssen. Das erzeugt nur Frust bei Haupt- und Ehrenamtlichen." (Steffi Barth)

Mehr Informationen zum Pilotprojekt

Foto + Text: Elisabeth Meuser



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