"Der Heilige Geist ist dabei auch nicht ganz unschuldig"

Rückblick auf das Treffen der Gottesdienstbeauftragten mit Bischof Heinrich am 26. Januar

Treffen der Gottesdienstbeauftragten am 26. Januar 2019

v.l.: Agnes Zeckel, Claudia Böhme, Patrick Spiegel, Ulrike Wicklein und Bischof Heinrich Timmerevers beim Podiumsgespräch, das von Dr. Christian März (Mitte) moderiert wurde.  (Foto: © U. Grunwald)

Dresden, 30.01.2019: Am vergangenen Samstag, 26. Januar, waren 50 Gottesdienstbeauftragte nach Dresden gekommen, um mit Bischof Heinrich Timmerevers und miteinander über ihre Erfahrungen im Dienst in den Pfarreien vor Ort ins Gespräch zu kommen. Das Besondere an dem Treffen war, dass erstmals alle Generationen von Gottesdienstbeauftragten zusammenkamen: sowohl die Herren, welche diesen Dienst schon viele Jahre engagiert ausüben – darunter auch zwei, die nunmehr auf 50 aktive Dienstjahre zurückblicken können – bis hin zu denjenigen, die sich im aktuellen Ausbildungskurs befinden und im Mai 2019 ihre Beauftragung erhalten werden.

Seit drei Jahren gilt im Bistum eine neue Ausbildungsordnung für den Dienst der Gottesdienstbeauftragten, die darin befähigt werden, Wort-Gottes-Feiern zu leiten. Mit ihrem Einsatz an den Gottesdienstorten ihrer Pfarreien und Verantwortungsgemeinschaften sowie in Altenheimen und Krankenhäusern tragen die Frauen und Männer dazu bei, dass dort weiterhin gottesdienstliche Versammlung möglich ist. Die Ausbildung umfasst die Teilnahme an drei Kurswochenenden und ein sogenanntes Praxisjahr, in dem die Auszubildenden von einem Mentor bzw. einer Mentorin begleitet und unterstützt werden. Diese Aufgabe übernehmen in der Regel Gemeindereferenten/-innen oder Diakone.

In einer Podiumsrunde berichtete Agnes Zeckel, die 2018 ihre Beauftragung erhielt, von ihren ersten Erfahrungen im Dienst und den positiven Rückmeldungen und der Dankbarkeit derjenigen, die an den Gottesdiensten teilnehmen. Ihre Mentorin, Gemeindereferentin Claudia Böhme aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Leutersdorf, erzählte, dass in der Begleitung die Fortschritte und die Entwicklung der Auszubildenden sichtbar werden, was ihr besondere Freude bereite. Außerdem erläuterte sie, wie in ihrer Pfarrei die Wort-Gottes-Feier als regelmäßige liturgische Feier fest in der Gottesdienstordnung verankert ist.
Im Podium hatte auch Patrick Spiegel Platz genommen, der seine Beauftragung 2012 erhielt und in der Pfarrei St. Benno Meißen mit einer ganzen Reihe von Mitstreitern an den zahlreichen Gottesdienststandorten und im Altenpflegeheim Wort-Gottes-Feiern leitet. Er erlebe, wie wichtig es sei, dass seine Ehefrau und die Kinder diesen oft auch zeitintensiven Dienst mittragen. Die Familie gebe ihm zudem ehrliche und konstruktive Kritik, ermutige ihn und wirke auch aktiv an der Gestaltung der Gottesdienste mit. Das Vertrauen und die Unterstützung des Pfarrers seien für den Dienst unerlässlich, so Herr Spiegel. Dies sei nicht zuletzt die Grundlage dafür, dass sich der Dienst und die Wort-Gottes-Feiern in der Pfarrei etablieren könnten.

Die Sichtweise derjenigen, die zwischen den 1960er und 1980er Jahren als Diakonatshelfer beauftragt wurden, um auf den Außenstationen Stationsgottesdienste mit Kommunionspendung zu feiern, wurde von mehreren Teilnehmern eingebracht. Sie berichteten vom kreativen Umgang mit den manchmal schwierigen Gegebenheiten vor Ort und davon, dass man sich neben der Ausbildung selbst viele Kompetenzen angeeignet und über die Jahre ausgebaut habe. Man erfahre für den Dienst viel Dankbarkeit. Auch die seelsorgliche Dimension des Dienstes wurde erwähnt. Gottesdienstbeauftragte sind oft Ansprechpersonen für die Menschen vor Ort und brauchen ein offenes Ohr für deren Sorgen. Die Kommunikation mit den Hauptamtlichen der Pfarrei ist daher eine wichtige Aufgabe.

Nachdem Bischof Timmerevers die lebendigen Erfahrungsberichte der Teilnehmenden gehört hatte, brachte er seinen Dank und seine Wertschätzung für den Dienst zum Ausdruck. „Ohne das Gebet stirbt der Glaube“, betonte er und wies ausdrücklich darauf hin, dass die Gottesdienstbeauftragten mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass die Versammlung der Gemeinden auch an kleineren Gottesdienstorten weiterhin stattfindet und Glaubensleben und -weitergabe dadurch möglich ist. Seiner Einschätzung nach sei das Bistum auf einem guten Weg, wenn es darum geht, Menschen zum Dienst am Wort Gottes zu befähigen. Er betonte, dass der Dienst zukünftig immer mehr an Bedeutung zunehmen werde. Dies liege vor allem am Rückgang der Priesterzahlen und den sich ändernden strukturellen Rahmenbedingungen: Vor allem in ländlich oder kleinstädtisch geprägten Regionen sei es für viele Gläubige schon jetzt mit großem Aufwand verbunden, die großen Entfernungen zwischen den Gottesdienstorten zurückzulegen.

Mit einer Heiligen Messe und anschließendem Mittagessen endete die Zusammenkunft, die zeigte, wie viele Menschen sich für die Verkündigung des Wortes Gottes in den Dienst nehmen lassen und mit welch hohem Engagement und welch großer Motivation sie diesen ausführen. Letztlich wird man in diesem Dienst auch selbst reich beschenkt. „Und der Heilige Geist ist dabei auch nicht ganz unschuldig“, bemerkte einer der Teilnehmer treffend.

Ein neuer Ausbildungskurs für Gottesdienstbeauftragte startet 2019:

Kurstermine: 13.-15.09.2019, 22.-24.11.2019, 20.-22.03.2020
Informationen und Anmeldeformulare: bistum-dresden-meissen.de/seelsorge/liturgieangebote/
Ausbildungsleitung: Dr. Christian März, Pfarrer Dr. Stephan George, Ulrike Wicklein

Ulrike Wicklein





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