In Erinnerungen schwelgen und frei werden für Neues

Eindrücke vom "Up(schieds)date" im Winfriedhaus am 9./10. März

Abschied vom Winfriedhaus (C. Langrzik)

(Foto: Christian Langrzik)

Dippoldiswalde, 11.03.2019: Bunt, kreativ, traurig und fröhlich, laut und leise… – all diese Beschreibungen treffen auf das „Up(schieds)date“ im Winfriedhaus Schmiedeberg am vergangenen Wochenende, 9./10. März, zu. Es ging darum, von dem Jugendhaus in seiner jetzigen Form Abschied zu nehmen – bis es dann nach umfangreichen Umbaumaßnahmen in voraussichtlich eineinhalb Jahren wieder eröffnet werden wird. Viele, viele Freunde und Freundinnen des Winfriedhauses unterschiedlichster Altersstufen waren gekommen – und so wurde dieser Abschied zugleich zu einem großen Wiedersehensfest.

Ehepaar Seltmann

Beeindruckend: Georg Seltmann war 1954 bei der Einweihung des Winfriedhauses dabei gewesen. Seine Aufgabe sei es in den folgenden Jahren gewesen, mit den Jugendlichen zu singen und ihnen Freude am Singen zu vermitteln. Dabei habe er auch seine spätere Frau kennengelernt, sie 1959 im Winfriedhaus geheiratet. Und dann ließ es sich Georg Seltmann nicht nehmen, von der Bühne aus gleich einen gemeinsam gesungenen Kanon zu dirigieren… – Er und seine Frau waren wohl die ältesten Gäste beim „Up(schieds)date“. Und sie sind nicht die einzigen, die sich im Winfriedhaus kennen und lieben gelernt haben.

aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Jugendseelsorge

Aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Jugendseelsorge.

JuSe-Team

Das aktuelle Leitungsteam der Bistumsjugendseelsorge: Daniela Pscheida-Überreiter, Elisabeth Ströhlein, Pfarrer Martin Kochalski und Franziska Wagler (v.l.).

tränenreicher Abschied von der Hausordnung

Tränenreicher „Abschied von der Hausordnung“ – würdevoll zelebriert von ehemaligen FSJlern des Winfriedhauses.

Abschiedsrede auf WinfriedAus der Abschiedsrede auf „Winfried“:

„Winfried hatte einige Schicksalsschläge zu verkraften und hatte nah am Wasser gebaut.
Winfried war kein Großstädter.
Er freute sich über alle Gäste: über die einen, wenn sie kamen; über die anderen, wenn sie gingen.

Danke, dass du immer Zeit für uns hattest!“

Versteigerung

OsterkerzenVerschiedene Requisiten des Winfriedhauses wurden versteigert: Türschilder, alte Osterkerzen, lange Seidentücher, die jeweils in der Karwoche gestaltet worden waren und dann den Altarraum zierten, selbst angefertigte Wandgestaltungen, bis hin zu Sesseln und Sitzgelegenheiten und dem alten Münzfernsprecher. Auf diese Weise kamen insgesamt etwa 1.700 Euro zusammen. „Der Erlös aus der Versteigerung soll für die Anschaffung eines Elementes verwendet werden, das mit dazu beträgt, dem neuen Haus eine besondere Atmosphäre zu verleihen“, kündigte Bistumsjugendpfarrer Martin Kochalski an.

Dank an die Mitarbeitenden

Dank an das Personal – vom Wirtschaftsleiter über die Köchinnen und Hauswirtschafterinnen bis zum Hausmeister –, das während der Bauphase, in der das Winfriedhaus geschlossen bleiben wird, in anderen Einrichtungen des Bistums arbeiten wird.

Behütet

kleine MützeMarion Zimmermann, derzeit dienstälteste Mitarbeiterin des Jugendhauses, dankte „allen, die dieses Haus ermöglichten, und allen, die hier mitgearbeitet haben". Ihren Wunsch an die Jugendseelsorge und an die Jugendlichen selbst: „Bleibt behütet!“, konkretisierte sie mit einer selbstgestrickten Mütze, die sie Jugendreferentin Franziska Wagler überreichte – und vielen kleinen Mützen, die sie unter den Gästen verteilte.

Küchenteam

Das Küchenteam (o.) hatte - wie immer! - ein hervorragendes Büffet "gezaubert" (u.).

Büffet

Liebeserklärung ans Winfriedhaus

Liebeserklärung ans Winfriedhaus

Erinnerungsfoto mit Papst

Zwischendurch gab es Gelegenheit, Erinnerungsfotos - mit Papst Franziskus - zu machen, in den alten Gästebüchern des Winfriedhauses zu blättern und das eigene Wissen in einem speziellen Winfriedhaus-Quiz zu testen.

Gästebucheintrag von 1956

Gästebuch

Gästebuch

in Gästebüchern stöbern


ModerationFranz Scheinerts Erinnerungen


Am Abend sorgten unter der Moderation von Max Schruth (l.) und mit tatkräftiger Unterstützung durch Johannes Paul und Adrian Sorek von der AGJM die Bands „Mit-ohne“ und „Soupro“ sowie die Tanzgruppe „Tikwa“ und andere für so manches Highlight und Stimmung im Haus.

Band "Mit-ohne"

Konzert mit Taschenlampen

Tanzgruppe "Tikwa"


Bischof Heinrich Timmerevers

Auch Bischof Heinrich Timmerevers hatte es sich nicht nehmen lassen, nach einem langen Tag in Leipzig abends noch ins Winfriedhaus und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Nach einer eher kurzen Nacht gab es am Sonntagvormittag Gelegenheit, den Blick in die Zukunft zu richten und den aktuellen Stand der Bauplanungen zu begutachten und auch bereits die ersten Entwürfe der zukünftigen Innengestaltung in Augenschein zu nehmen. Wer Lust und Laune hatte, konnte im großen Saal des Hauses zu den Klängen bekannter RKW-Hits gemeinsam noch einmal das Tanzbein schwingen.

Abschiedsgottesdienst im Winfriedhaus (Christian Langrzik)

(Foto: Christian Langrzik)

Das „Up(schied)sdate“ endete mit einem ebenso lebendigen wie emotionalen Gottesdienst in der bis in den letzten Winkel gefüllten Kapelle des Hauses – in dem der vorher demontierte Schriftzug sowie das vergoldete Giebelkreuz zum Altar gebracht wurden. „Es war ein gelungenes und würdevolles Fest – vor allem dank der vielen Menschen, die sich persönlich eingebracht haben“, zog Daniela Pscheida-Überreiter, Leiterin der Jugendpastoral, ein zufriedenes Fazit. „Wir haben gefeiert, was in diesem und durch dieses Haus gewachsen und geworden ist. Und wir haben gemeinsam Danke gesagt dafür – das ist wichtig. Jetzt kann die nächste Etappe der Entwicklung dieses geschichtsträchtigen Hauses beginnen!“



Fotos (wenn nichts anderes angegeben) + Text: Elisabeth Meuser



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