Wer erfindet meine Zukunft? Glaube und Zweifel als Antriebsfaktoren für die Frage nach dem Lebenssinn

Eindrücke von der Podiumsdiskussion mit Bischof Stefan Oster in Dresden am 6. Februar

Dresden, 07.02.2019: „Ich erfinde meine Zukunft nicht selber, sondern ich bin gefunden worden. In der Person Jesu liegt die Antwort auf meine Fragen“, bekannte Bischof Stefan Oster, Passau, in seinem Eingangsstatement zur Podiumsdiskussion am 6. Februar in Dresden. Seit September 2016 ist er in der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Jugendkommission. Etwa 100 Interessierte – erfreulich viele junge Menschen, aber auch einige ältere – hatten sich gestern Abend im Japanischen Palais in Dresden eingefunden, um über „Glaube und Zweifel als Antriebsfaktoren für die Frage nach dem Lebenssinn“ zu diskutieren.

Podium

Zusammen mit Bischof Oster (M.) saßen auf dem Podium:

  • Jonas Grunenberg von der katholischen Dekanatsjugend Leipzig (2.v.l.),
  • Sebastian Heider, Schulleiter des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums Leipzig (2.v.r.),
  • Klara Otto, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Kinder- und Jugendorganisationen im Bistum Dresden-Meißen (AKD) (3.v.r.),
  • und die Journalistin Valerie Schönian (3.v.l.).
  • Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold (l.) und die Leiterin der Bistumsjugendseelsorge, Dr. Daniela Pscheida-Überreiter (r.), moderierten die Diskussion.


Valerie Schönian (l.) und Bischof Dr. Stefan Oster

Valerie Schönian wies darauf hin, dass vielen jungen Menschen der Sinn fehle und sie sich vor lauter Möglichkeiten nicht entscheiden könnten. Gerade „angesichts dessen, dass Beziehungen und Beruf nicht mehr verlässlich sind“, sei es wichtig, dass die Menschen sich gebraucht und geliebt fühlen. Zuviel Freiheit könne auch lähmen. „Aber“, so die Journalistin, „die Kirche hat ein anderes Freiheitsverständnis als andere Menschen.“ Zudem habe die Kirche eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, weil viele nach Sinn suchten.

Bischof Dr. Stefan OsterDie Grundfrage sei dabei jedoch nicht: „Wer bin ich?“, sondern: „Wofür bin ich da in meinem Leben?“, ergänzte Bischof Oster. Erst die „innerliche Beziehungserfahrung zu Gott lässt frei sein“. Das Evangelium sei keine Zusammenstellung von Moralregeln, sondern ein Angebot zur Liebe und Beziehung zu Gott. „Der Kern des Christentums ist eine Person und die Frage, ob die Begegnung mit dieser heilstiftend ist“, so der Bischof. Wie zu jeder Beziehung gehörten auch zum Glaubensweg Rituale und Übung.

Von den kirchlichen Regeln fühlt sich Klara Otto nicht in ihrer Freiheit eingeengt. „Ich bin trotz der Regeln katholisch!“, betonte sie – sie schaue sich an, was hinter den Regeln stehe. Glaube habe für sie „mit Bauch und Herz und Stille zu tun – Stille vor Gott und mit anderen“. Von Priestern und Gemeindereferentinnen und -referenten wünscht sie sich, dass diese persönlich, authentisch bleiben – in Gottesdiensten wie in Jugendstunden. Kirche solle nicht nur Angebote schaffen, sondern auch Räume lassen, in denen Jugendliche mitentscheiden können.

Für den Schulleiter des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums in Leipzig, Sebastian Heider, besteht Glaubwürdigkeit in der „Übereinstimmung von Rede und Leben“.

Plenum

Zu der Diskussion hatten die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen, die Bistums-Jugendseelsorge und das St. Benno-Gymnasium Dresden gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eingeladen.

Fotos + Text: Elisabeth Meuser



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