"Weiter so, katholische Kirche!"

Eindrücke vom Nightfever am 12. Juli in der Dresdner Kathedrale

Nightfever in der Dresdner Kathedrale

Dresden, 16.07.2014: Wer am Samstagabend in der Dresdner Altstadt unterwegs war oder zum Besuch der nächtlich geöffneten Museen an der Hofkirche vorbei kam, dem bot sich ein ungewohntes Bild. Der Eingangsbereich der Kirche war mit Lichtern dekoriert, und die Passanten wurden eingeladen hereinzukommen, eine Kerze anzuzünden und die Atmosphäre schöner Musik zu genießen.
 
Einladung zum Nightfever
Einladung zum Nightfever

Begonnen hatte der Gebetsabend mit der Heiligen Messe um 18 Uhr. Danach wurde der Altarbereich neu dekoriert und mit Kerzen erleuchtet. Gleichzeitig gingen junge Erwachsene verschiedener geistlicher Gemeinschaften, Studienrichtungen und Pfarrgemeinden auf die Straße und die umliegenden Plätze, um die Passanten in die Kirche einzuladen. „Darf ich Ihnen eine Kerze schenken? Diese können Sie in der Kirche anzünden!“, konnte man an diesem Abend oft hören.

Der Kölner Subregens Andreas Süß, Mitinitiator und Leiter von Nightfever, hatte die Nightfever-Aktiven aus verschiedenen Städten Deutschlands zum Start in der Hofkirche zusammengerufen. Am Ende der Gebetsnacht resümierte er: "Ich freue mich sehr über die Offenheit der Sachsen, die sich fast alle einladen lassen, der Barmherzigkeit Gottes zu begegnen! Viele bleiben die halbe Nacht und sind tief berührt." Bis 23 Uhr war die Hofkirche gut gefüllt. Am Ende des Abends zählten die Helfer 1900 verschenkte Kerzen; auf den ersten Stufen des Altarbereiches bot sich der Anblick eines brennenden Lichtermeeres.

Lichtermeer
Ein Lichtermeer auf den Altarstufen

Auch Bischof Dr. Heiner Koch besuchte den Abend und betonte: „Ich bin dankbar, dass Nightfever nun endlich in der Hofkirche, der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen, angekommen ist.“ Nightfever wurde in diesem Jahr im Bistum Dresden-Meißen erstmalig in der Herz-Jesu-Kirche in Dresden-Johannstadt gefeiert. Ursprünglich als einmaliger Abend geplant, entstand die Initiative „Nightfever“ nach dem Weltjugendtag 2005 in Bonn. Mittlerweile findet Nightfever im regelmäßigen Abstand in über 90 Städten in Deutschland und auf der ganzen Welt statt.
Bischof Dr. Koch erklärte weiterhin: „Es ist so wichtig, weil hier so viele Menschen vorbeigehen, die den christlichen Glauben überhaupt nicht kennen; die vielleicht auch darüber spüren, dass es Menschen gibt, denen dieser Glaube sehr viel bedeutet. Es ist ein Stück Evangelisierung im tiefsten Sinne, und wir in Dresden brauchen das. Wir haben so viele Menschen, die darauf warten, dass irgendeine Initialzündung für sie geschieht. Ich bin ganz sicher, für viele wird Nightfever eine solche Initialzündung auf dem Weg ihres Lebens und Glaubens sein.“
Generalvikar Andreas Kutschke fügte hinzu, dass er diesen Zugang zum Glauben sehr schätze, der nicht in erster Linie den Kopf, sondern das Gefühl der Menschen anspricht.

GesprächIn der Kirche bestand die Möglichkeit, eine Kerze anzuzünden, einen Bibelvers zu ziehen, einen Moment zur Ruhe zu kommen, der Musik zuzuhören, ein Gebetsanliegen aufzuschreiben, mit einem Seelsorger zu sprechen oder sich segnen zu lassen.
Im Gästebuch hinterließ ein Besucher die schlichte, aber aussagekräftige Rückmeldung, welche das ganze Team besonders beeindruckt, er schrieb: „Weiter so, katholische Kirche!“








Text: Theresia Kubat

Fotos: Franziska Stecker (3), Mirko Hendrich (1)




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