Gedenken an den im KZ Dachau umgekommenen katholischen Jugendseelsorger Dr. Bernhard Wensch

am 27. Januar in Heidenau/Sachsen

Heidenau, 19.01.05 (KPI): Dem katholischen Jugendseelsorger Dr. Bernhard Wensch, der am 15. August 1942 im Konzentrationslager Dachau starb, ist die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Nordfriedhof in Heidenau am 27. Januar um 18 Uhr gewidmet. Die Gedenkfeier findet zum vierten Mal auf dem Heidenauer Nordfriedhof statt. In jedem Jahr steht dabei ein anderes Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft im Mittelpunkt. Vorbereitet wird die Feier von einer Bürgerinitiative unter Federführung des katholischen Pfarrers Dr. Michael Kleiner.

Der letzte noch lebende Zeuge aus dem sogenannten Priesterblock des KZ Dachau, Prälat Hermann Scheipers, hat seine Teilnahme an der diesjährigen Feier zugesagt. Er kannte Dr. Bernhard Wensch persönlich und wird mit einigen Erinnerungen an ihn das Gedenken verlebendigen.

Zum Hintergrund:

Die Nationalsozialisten versuchten nach ihrer Machtergreifung 1933 die Geistes- und Gedankenhoheit über das deutsche Volk zu erreichen. Durch die von ihnen so bezeichnete „Gleichschaltung“ wollten sie jeden eigenständigen geistigen Einfluss ausschalten. Wo immer sich jemand dem widersetzte – ob Christ, Kommunist oder einfach ein freiheitlich denkender Mensch –, griff die Geheime Staatspolizei (Gestapo) gnadenlos durch. So geriet auch der Jugendseelsorger Dr. Bernhard Wensch in ihr Visier.

Bernhard Wensch wurde 1908 in Berlin-Wilmersdorf geboren. 1918 übersiedelte die Familie nach Dresden. Hier besuchte Wensch das König-Georg-Gymnasium und legte 1927 das Abitur ab. Theologie studierte er in Innsbruck, wo er 1930 zum Doktor der Philosophie und Theologie promovierte. 1934 weihte Bischof Petrus Legge ihn im Bautzener Dom zum Priester. Nach Kaplanstätigkeiten in Kamenz wird Wensch 1937 zum Diözesanjugendseelsorger berufen. Hellsichtig durchschaute er die Propaganda der Nationalsozialisten und wollte junge Menschen befähigen, gegen den Strom des Zeitgeistes zu schwimmen. So reiste er durch das Bistum, um in Kursen und Einkehrtagen zur Jugend zu sprechen. Am 19. Mai 1941 wurde er schließlich verhaftet und am 7. November desselben Jahres ins KZ Dachau eingeliefert. Dort starb er am 15. August 1942.


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