Michael Bautz (71) zum Diözesanadministrator gewählt

Domkapitel wählte Verwalter des Bistums in der Zeit der Sedisvakanz

Michael Bautz

Bislang Generalvikar, nun Diözesanadministrator: Michael Bautz.

Dresden, 21.02.2012 (KPI): Michael Bautz heißt der Diözesanadministrator für das Bistum Dresden-Meißen. Das sechsköpfige Domkapitel unter Leitung von Domdekan Georg Weinhold wählte den 71-jährigen am Vormittag zum Verwalter der Diözese für die Zeit bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls. Michael Bautz war unter Bischof Joachim Reinelt bereits seit Juli 2007 als Generalvikar in zentraler leitender Funktion für das Bistum tätig. Als „große Verantwortung gegenüber dem Volk Gottes“ bezeichnete der neugewählte Diözesanadministrator in einer ersten Reaktion seine neue Aufgabe. „Ich werde mich bemühen, in der Übergangszeit des unbesetzten Bischofsstuhls den Glauben an Gott und die Zukunft auf frohe Weise zu vermitteln.“

Michael Bautz wurde am 2. April 1940 in Breslau geboren und empfing 1967 in Dresden die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Chemnitz und Leipzig arbeitete er als Subregens am Erfurter Priesterseminar, als Spiritual am Dresdner Kapellknabeninstitut und als Gemeindepfarrer in Dresden-Johannstadt. 1997 ging er als Missionar in die Dominikanische Republik. Von 1998 bis 2006 wirkte er als Gemeindepfarrer im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz auf Kuba. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er zunächst als Krankenhausseelsorger am Dresdner Sankt-Joseph-Stift tätig. Am 1. Juli 2007 wurde er von Bischof Reinelt zum Generalvikar des Bistums ernannt. In dieser Funktion war Michael Bautz der persönliche Stellvertreter von Bischof Reinelt in allen Verwaltungsaufgaben und Leiter des Bischöflichen Ordinariats.

 

Das Amt des Diözesanadministrators

Für das Bistum Dresden-Meißen beginnt nun die Phase der sogenannten Sedisvakanz, also die Zeit, in der das Bischofsamt nicht besetzt ist. In dieser Zeit wird das Bistum durch einen Diözesanadministrator verwaltet. Dessen Befugnisse entsprechen im Wesentlichen denen eines Bischofs. Allerdings darf er gemäß Kirchenrecht keine Grundsatzentscheidungen treffen, die den neuen Bischof binden oder in seinen bischöflichen Rechten beeinträchtigen könnten. Die Aufgaben des Diözesanadministrators enden, wenn der Bischofsstuhl neu besetzt sein wird.

Stichwort: Domkapitel

Das Domkapitel ist nach dem Bischof eines der wichtigsten Organe des Bistums. Zu seiner Hauptaufgabe gehört, die Gottesdienste in der Kathedrale – also der Bischofskirche – besonders feierlich mitzugestalten. Zu seinen weiteren Aufgaben zählt es, beratend und unterstützend für den Bischof tätig zu sein. Außerdem übernimmt das Domkapitel die Leitung des Bistums beim Tod oder der Versetzung eines Bischofs. Darüber hinaus fällt dem Domkapitel im Bistum Dresden-Meißen eine Hauptrolle bei der Wahl eines neuen Bischofs zu.

Das Domkapitel wird ausschließlich mit Geistlichen besetzt. Ihre Zahl ist in Verträgen mit dem Vatikan festgelegt. Der emeritierte Weihbischof Georg Weinhold steht dem Domkapitel als Domdekan vor. Weitere Domkapitulare sind: Klemens Ullmann, Dompfarrer in Dresden; Dr. Bernhard Dittrich, Pfarrer in Meißen; Pfarrer Alfred Bock, Krankenhausseelsorger in Dresden; Michael Bautz, Leiter der Personalabteilung im Bischöflichen Ordinariat und unter Bischof Reinelt Generalvikar des Bistums; Stephan Delan, Pfarrer in Radibor. Die Ehrendomkapitulare Hermann Scheipers und Gregor Decker dürfen zwar an der Bischofswahl teilnehmen. An der Wahl des Diözesanadministrators sind sie allerdings nicht beteiligt.

Seinen historischen Ursprung hat das Domkapitel in der Priesterschaft einer Bischofsstadt. In der Kirche des Bischofs kamen diese Priester zusammen, um Gottesdienst zu feiern und das Stundengebet zu beten. Im Lauf der Jahrhunderte erlangte das Domkapitel eine hohe rechtliche Stellung und besonderes Ansehen.

 

Die Wahl des nächsten Bischofs

Zur Wahl eines neuen Bischofs für das Bistum Dresden-Meißen wird dem Domkapitel ein Vorschlagsrecht eingeräumt. Dazu legen die Domkapitulare in Rom eine aktuelle Liste geeigneter Kandidaten vor. Darüber hinaus war der Bischof von Dresden-Meißen angehalten, dem Vatikan alljährlich eine Zusammenstellung geeigneter Nachfolger zuzusenden. Unter Würdigung dieser Kandidatenlisten erstellt der Heilige Stuhl nun eine Auswahl mit drei Vorschlägen, die immer mindestens einen Kandidaten aus dem Bistum Dresden-Meißen enthalten soll. Aus dieser Dreiergruppe wählt dann das Domkapitel in freier und geheimer Wahl den neuen Bischof, den 49. Hirten auf dem Bischofsstuhl des Bistums Dresden-Meißen. 


Michael Baudisch



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