Umgang mit Missbrauch Geistlicher Autorität
Definition
Missbrauch Geistlicher Autorität liegt vor, wenn christliche Gottesbezüge, Religion oder Tradition in asymmetrischen Beziehungen so benutzt werden, dass die persönliche Freiheit und spirituelle Selbstbestimmung missachtet und die Würde einer Person, ihre psychische und seelische, ihre soziale und gegebenenfalls auch physische Integrität schwerwiegend verletzt werden. Das missbräuchliche Handeln wird dabei scheinbar dadurch legitimiert, dass geistliche Autoritäten sich selbst mit der „Stimme Gottes“ identifizieren oder von den begleiteten Personen oder Gruppen identifiziert werden. Dabei wird das Glaubensverständnis von geistlichen Autoritäten einer Person oder Gruppe aufgedrängt und in übergriffiger Weise Einfluss genommen auf das Erleben und die Lebensführung von begleiteten Personen oder Gruppen.
Geistlicher Missbrauch im engeren Sinn wird definiert als eine mehr oder weniger offensichtliche, andauernde Manipulation, Unterdrückung und Ausnutzung anderer „im Namen Gottes“, um sie für das Erreichen eigener Zwecke und Ziele gefügig zu machen, unabhängig davon, ob die so handelnde Person sich dessen bewusst ist. Dies geschieht durch unverhältnismäßige emotionale Abhängigkeiten und mentale Manipulationen, bei denen christliche Lehren, Werte und Begriffe entstellt werden, um sie zur Untermauerung der in der Regel fromm kaschierten Machtansprüche einzusetzen. Missbrauch Geistlicher Autorität umfasst Formen von andauernder Manipulation bis hin zur Gewaltausübung, die strafrechtlich relevant sein können. Die Schädigung geht von Einzelnen, Gruppen, strukturellen Kontexten oder Regeln wie beispielsweise Schweigegeboten aus. Jede Person kann in jedem Lebensalter von Missbrauch Geistlicher Autorität betroffen sein.
Ansprechpersonen für Betroffene
Betroffene Personen können sich an die beiden Ansprechpersonen wenden. Ihre Aufgabe ist es zu zu hören und im persönlichen Klärungsprozess zu unterstützen.
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Anna Müller-Steffens ist als Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis in der Seminarstraße 15 in Dresden tätig. Ihre Arbeit erfolgt tiefenpsychologisch fundiert; zudem verfügt sie über Erfahrung in der Behandlung von Traumafolgestörungen. Wenn Sie Begleitung bei der Verarbeitung von Erfahrungen suchen, die Sie als einen Missbrauch geistlicher Autorität erlebt haben, können Sie gerne telefonisch Kontakt aufnehmen unter 0351 32975954. Die telefonische Sprechzeit ist dienstags und freitags jeweils von 11:30 bis 12:30 Uhr.“ |
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P. Herbert Rieger SJ arbeitet im Exerzitienhaus der Jesuiten in Dresden-Hosterwitz in der Begleitung von Exerzitienkursen mit und ist geistlicher Begleiter. 2005 erhielt er die Approbation als tiefenpsychologischer Psychotherapeut. Er war längere Zeit im kirchlichen Ausbildungskontext tätig und ist mit kirchlichen Strukturen vertraut. Wenn Sie Grenzüberschreitungen oder geistlichen Missbrauch in Einrichtungen der Kirche oder in geistlichen Gemeinschaften erfahren haben, können wir im Gespräch klären, welche Form von Hilfe und Begleitung für Sie möglich ist. Für eine Terminvereinbarung senden Sie einfach eine E-Mail an herbertrieger@pm.me |
Information und Sensiblierungsangebote im Bischöflichen Ordinariat
Der Fachdienst Geistliche Begleitung ist die Anlaufstelle, wenn Personen entsprechende Infos oder Gruppen oder Pfarreien Veranstaltungen zur Sensibilsierung zum Thema wünschen.
Ansprechpartnerin: Sr. Petra Maria Brugger, Referentin für Spiritualität und Kirchenentwicklung, +49 (0)351 31563-317, petramaria.brugger@bddmei.de