Auftrag

Gründonnerstag

Es gibt viele Dinge in unserem Alltag, die einfach zusammengehören, z.B. der Topf und der Deckel oder das Schloss und der Schlüssel. Fehlt eines davon, ist das andere unvollständig.

Dass auch für die Kirche zwei Wesenselemente zusammengehören, darauf verweist der Gründonnerstag. Es ist zum einen der Auftrag Jesu „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (1 Kor 11,24). Deshalb kommen Christen von Anfang an regelmäßig zur Feier der Gottesdienste zusammen.

Zum anderen ist es die Forderung des Herrn an seinen Jünger, auch einander die Füße zu waschen (vgl. Joh13,1-15).
Doch ist es im Sinne Jesu, wenn wir heute die Fußwaschung einfach „nachspielen“? Wohl kaum. Vielmehr geht es um einen Sinneswandel. Wir selbst sollen – so wie er – zum demütigen Dienst an unseren Mitmenschen bereit sein.

Wo sich heute jemand liebevoll um seine pflegebedürftigen Angehörigen kümmert, wo sich Menschen Zeit für andere nehmen, obwohl die eigene Zeit eng bemessen ist, wo jemand einen anderen in Not sieht und Hilfe anbietet, selbst wenn diese noch so klein ist, wo jemand die Geduld aufbringt und beim Besuch eines älteren Menschen sich dessen Geschichte zum x-ten Mal anhört, wo Eltern für ihre Kinder so vieles ermöglichen und dabei eigene Interessen hintanstellen – überall da wird der Auftrag Jesu zum Dienen täglich im eigenen Alltag umgesetzt.

Der Gründonnerstag ist sowohl eine Mahnung als auch ein Korrektiv, uns wirklich am Auftrag Jesu zu orientieren. Denn die Feier des Gottesdienstes und die tätige Nächstenliebe gehören untrennbar zusammen. 
Daran wird an uns ganz konkret ablesbar, wie ernst es uns mit der Nachfolge Jesu tatsächlich ist.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Gründonnerstag!

Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau



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