Esel

Palmsonntag - Lesejahr C

Wohl keiner von uns lässt sich gern als „Esel“ bezeichnen.
Denn so ein Grautier gilt allgemein als störrisch, dumm und eigensinnig.

Die Realität sieht allerdings anders aus: Esel sind klug. Sie bleiben stehen und wägen die Lage ab. Sie haben den Durchblick, weil sie durch ihre ausgeprägten Sinnesorgane potentielle Feinde schon von Weitem wahrnehmen. Zudem sind sie ausgezeichnete Beschützer und haben selbst vor Raubtieren wenig Angst. Und sie können als Reit-, Last- und Zugtiere eingesetzt werden.

Als Jesus nach Jerusalem kommt, reitet er nicht auf einem hohen Ross, sondern auf einem Eselfohlen. „Der Herr braucht es“, heißt es im Lukasevangelium (Lk 19,31).

Auch uns braucht der Herr hier und heute. Er braucht unsere Klugheit, unseren Durchblick und die Freiheit von Angst, damit seine Frohe Botschaft auch in unserer Zeit viele Herzen erreichen kann. Er braucht uns, damit wir für die gottgegebene Würde eines jeden Menschen einstehen, und zwar vom ersten bis zum letzten Augenblick. Und er braucht uns, damit wir dort anpacken, wo andere Lasten zu tragen haben, wo deren Leben schwer und manchmal unerträglich ist.

Ja, von einem Esel können wir viel lernen.
Und wir sollten uns immer wieder bewusstmachen: „Der Herr braucht auch mich!“
In diesem Sinne bin ich gern bereit, mich als "Esel" bezeichnen zu lassen.


Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gottes Segen für die kommende Zeit!

Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau



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