Kurzer Prozess

3. Fastensonntag - Lesejahr C

Gelegentlich gibt es Bestrebungen, kurzen Prozess zu machen. So wenden z.B. Gerichte manchmal Schnellverfahren an, weil damit Zeit, Kosten und Aufwand gespart werden können. Und wenn ein Fußballtrainer nur Niederlagen vorweisen kann, wird in der Regel nicht lange mit der Entlassung gezögert.

Auch wir machen oft selbst kurzen Prozess, wenn uns einer nicht gut behandelt oder schlecht über uns geredet hat, vielleicht auch, wenn wir die politische oder religiöse Einstellung einer Person nicht gutheißen. Mit demjenigen wollen wir nichts mehr zu tun haben und kappen alle Verbindungen.

Jesus erzählt von einem Weinbergbesitzer, der ebenfalls drauf und dran ist, kurzen Prozess mit einem Feigenbaum zu machen, weil dieser schon das dritte Jahr in Folge keine Früchte trägt (vgl. Lk 13,6-9). Doch der angestellte Winzer bittet um eine Gnadenfrist für diesen Baum, und sie wird ihm gewährt.

Mit dem Winzer im Gleichnis ist Gott gemeint. Dieser Gott will mit uns Menschen keinen kurzen Prozess machen, weil er uns unendlich liebt. Deshalb wirbt er darum, dass wir ihm unser Leben anvertrauen und wo es nötig ist, zu ihm umkehren. Er legt uns nicht auf unsere Vergangenheit fest, sondern ermöglicht immer wieder einen Neuanfang.

Allein mit unserer Schuld und unserem Versagen macht Gott kurzen Prozess – indem er uns davon freispricht.
Wenn das keine Einladung ist…?


Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit!

Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau



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