Ohne Vorwürfe

4. Fastensonntag - Lesejahr C

„Das habe ich Dir doch gleich gesagt! Warum hast Du nicht auf mich gehört?“
Wohl die meisten von uns haben sich wahrscheinlich schon das eine oder andere Mal solche Vorwürfe anhören müssen.

Ganz anders verhält sich der Vater, von dem Jesus in einem Gleichnis erzählt (Lk 15,11-32). Sein Sohn ließ sich das ihm zustehende Erbe vorfristig auszahlen, zieht in die weite Welt und gibt das Geld mit vollen Händen aus. Als nichts mehr da ist und er schließlich reumütig zurückkehrt, nimmt der Vater ihn ohne Wenn und Aber wieder in die Familie auf und lässt sogar ein großes Fest feiern.

Genau so handelt Gott – das macht Jesus seinen Zuhörern damals und auch uns heute deutlich. Dieser Gott gibt uns nicht auf. Er lässt uns unsere eigenen, manchmal auch eigensinnigen Wege gehen, weil er uns in Freiheit geschaffen hat und will, dass wir in dieser Freiheit unser Leben gestalten. Er wartet auf uns – ohne Vorwürfe und mit offenen Armen. 

Wir dürfen dankbar sein, an einen solchen Gott glauben zu können. Und wir sollten sein Handeln auch in unserem Umgang mit anderen Menschen berücksichtigen. Wenn sie auf Abwegen unterwegs waren und zurückkommen, brauchen sie keine Vorwürfe, sondern vielmehr die ermutigende Zusage: "Es ist gut, dass du wieder da bist."

Denn dann und nur dann haben wir verstanden, wie Gott wirklich ist.
Und dann werden wir ihm wieder etwas ähnlicher sein.


Dazu wünsche ich uns Kraft, Ausdauer und Gottes Segen!


Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau

 



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