Skepsis

2. Sonntag der Osterzeit - Lesejahr C

Eine gesunde Portion Skepsis ist heutzutage unverzichtbar. Denn wer diese nicht hat, fällt schnell auf die Versprechen der Werbung herein, der glaubt alles, was im Laufe eines Tages erzählt wird, und muss sich wohl gelegentlich den Vorwurf gefallen lassen, ziemlich naiv zu sein.

Auch der Apostel Thomas ist sehr skeptisch. Er glaubt seinen Weggefährten nicht, die berichten, dass in seiner Abwesenheit der Auferstandene bei ihnen war.

Thomas hätte seine Sachen packen und verschwinden können. Aber das tut er nicht. Vielmehr bleibt er bei ihnen und ringt um seinen Glauben.

Als eine Woche später Jesus erneut zu seinen Freunden kommt, kann sich Thomas überzeugen. Und schließlich bekennt er: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28)

Nur wer sich seinen Fragen, Unsicherheiten und Zweifeln stellt, wer ausharrt, auch wenn es anstrengend wird und der Glaube schwerfällt, kann selbst irgendwann zu der Gewissheit gelangen: Die Botschaft von Ostern ist tatsächlich wahr. Jesus ist wirklich auferstanden und kann auch mir eine Zukunft schenken, wenn ich ihm vertraue.

Glaube ist nicht einfach fertig. Er ist das Ergebnis einer gesunden Skepsis und eines – mitunter sehr langen – Ringens um den richtigen Weg. Aber es lohnt sich.

 

Ich wünsche allen Kraft, Mut und Ausdauer auf ihrem je eigenen Glaubensweg!

 

Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau



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