Zu hoch?

7. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr C

Gelegentlich liegt die Latte einfach zu hoch, nicht nur beim Hochsprung oder bei manchen Anforderungen im Alltag, sondern offensichtlich auch bei Jesus.
Denn er fordert von denen, die ihm nachfolgen wollen, Feindesliebe (vgl. Lk 6,27-38). D.h. wir sollen jene, die uns schlecht gesonnen sind, die uns etwas Böses tun, lieben und deren Bosheit mit Gutem vergelten. Die, die uns verfluchen, sollen wir segnen und für die beten, die uns verfolgen. Ja, es kommt noch heftiger: Wenn mir jemand eine langt, dann soll ich mich gleich noch einmal schlagen lassen.

Hat dieser Jesus überhaupt keinen Realitätssinn?
Doch, den hat er sehr wohl. Ihm geht es darum, einen Sinneswandel herbeizuführen. Christliche Logik vergilt nicht Gleiches mit Gleichem. Sie ist von Liebe durchdrungen und geprägt.

Wo wir Gutes tun, obwohl wir verachtet, beleidigt oder gar verletzt werden, wo wir barmherzig mit denen umgehen, die uns gegenüber hartherzig sind, wo wir uns auch um die bemühen, mit denen wir uns besonders schwertun, da wird der Kreislauf des sturen Gerechtigkeitsdenkens durchbrochen. Und genau das ist der Beginn der Feindesliebe.

Ja, der Anspruch Jesu ist sehr hoch. Aber wenn wir auf ihn schauen und ihn nachahmen, kann es uns gelingen, gemäß seinem Anspruch zu leben.

Vielleicht können uns auch Worte des heiligen Franz von Assisi dazu motivieren: „Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gottes reichen Segen!


Ihr Dekan Markus Böhme aus Zwickau



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