Abschluss des Urkundenprojekts im Diözesanarchiv Bautzen
992 Urkunden aus sechs Jahrhunderten bearbeitet
Bautzen. Das Diözesanarchiv des Bistums Dresden-Meißen konnte ein mehrjähriges Projekt zur Sicherung bedeutender historischer Urkunden erfolgreich abschließen. In den Jahren 2023 bis 2025 wurden in drei Etappen die wichtigsten Urkunden aus dem Altbestand des Domstift St. Petri Bautzen konservatorisch bearbeitet und neu verpackt.
Notwendig geworden war das Projekt aufgrund der bislang konservatorisch problematischen Lagerung der Dokumente. Die Urkunden waren über lange Zeit mehrfach gefaltet in Büttenumschlägen aus dem 19. Jahrhundert aufbewahrt und in Kartons gestapelt worden. In Zusammenarbeit mit der Restaurierungswerkstatt paperminz GmbH in Leipzig wurde deshalb ein neues Verpackungskonzept erarbeitet.
Die Urkunden wurden zunächst gereinigt und anschließend plan – also flach – gelegt und in die neuen Verpackungen eingebracht. Dokumente ohne Siegel wurden in spezielle archivgeeignete Mappen eingelegt und anschließend in Kartons gelagert. Urkunden mit Wachssiegeln wurden auf Papptableaus montiert und mit Abstandshaltern zu jeweils drei bis vier Stücken pro Karton untergebracht. Die neuen Kartons lassen sich seitlich öffnen, sodass eine schonende Entnahme der Dokumente unproblematisch möglich ist. Zudem wurden die Maße der Kartons aufeinander und an die vorhandenen Regale angepasst, um eine optimale Lagerung zu gewährleisten. Einzelne Urkunden konnten im Zuge der Arbeiten auch restauriert werden.
Der bearbeitete Bestand umfasst insgesamt 992 Urkunden aus rund sechs Jahrhunderten, mit einem Schwerpunkt im 14. und 15. Jahrhundert. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1221 und ist zugleich das älteste Dokument im Bestand des Diözesanarchivs und des Domkapitels St. Petri. Unter den Ausstellern finden sich Päpste, Bischöfe, Kaiser, Könige sowie zahlreiche weitere Adlige und Geistliche.
Dokumente der Geschichte des Domstifts und der Oberlausitz
Die Urkunden dokumentieren in umfangreicher Weise die Geschichte des Domstifts St. Petri, aber auch die Geschichte der Oberlausitz. Zahlreiche Ortschaften, die einst zum Grundbesitz des Domkapitels gehörten oder seiner geistlichen Verwaltung unterstanden, können auf diese Urkunden ihre Ersterwähnung zurückführen. Entsprechend groß ist das Interesse an den Quellen, etwa im Zusammenhang mit Ortsjubiläen oder regionalgeschichtlicher Forschung.
Finanziert wurde das Projekt neben Eigenmitteln des Bistums Dresden-Meißen durch Fördermittel aus dem Sonderprogramm Bestandserhaltung des Bundesministeriums für Kultur und Medien sowie aus dem Sonderprogramm Kulturgutschutz des sächsischen Staatshaushaltes.
Insgesamt umfasste das Projekt einen finanziellen Gesamtumfang von knapp 84.000 Euro, wovon rund 73 Prozent aus öffentlichen Zuschüssen stammten. Ermöglicht wurde die Förderung aufgrund der engagierten Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts an der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin sowie mit der Landesstelle für Bestandserhaltung am Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig.
Das Diözesanarchiv hofft nun, die historischen Urkunden perspektivisch digitalisieren und online zugänglich machen zu können. Entsprechende Projektmöglichkeiten werden derzeit geprüft und mögliche Kooperationspartner gesucht.
Hinweis zur Förderung:
Gefördert durch:
Linkempfehlungen
- Zur Homepage des Diözesanarchivs...
- Sächsisches Staatsarchiv - Bestanderhaltung in Archiven....
- Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)...


