Dresden ehrt Carl Maria von Weber mit Festjahr 2026
Kapellknaben präsentieren Werke des ehemaligen Hofkapellmeisters
Dresden. Elbflorenz stellt das Jahr 2026 ganz ins Zeichen Carl Maria von Webers. Anlässlich des 200. Todestages des Komponisten am 5. Juni 2026 würdigt die Landeshauptstadt gemeinsam mit zahlreichen Kulturinstitutionen Leben, Werk und nachhaltigen Einfluss eines der bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik. Auch die Kathedrale mit ihren Dresdner Kapellknaben schließen sich dem an, wenn sie zu Ostern und Weihnachten seine Werke erklingen lassen. Carl Maria von Weber war ab 1817 Hofkapellmeister in Dresden und komponierte hier auch geistliche Musik, darunter zwei Messen. Die zweite in G-Dur, auch Jubelmesse genannt, entstand 1818/19 und wurde von den Kapellknaben und der Hofkapelle in der Hofkirche uraufgeführt. Gewidmet war sie König Friedrich August I. und seiner Gemahlin anlässlich des 50. Hochzeitstages. Daher auch der Name Jubelmesse.
Übrigens: Seine letzte Ruhestätte fand Carl Maria von Weber auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt. Am 5. Juni 1826 in London verstorben und zunächst in der katholischen Kirche St. Mary Moorfields beigesetzt, wurde sein Sarg auf Initiative Richard Wagners 1844 nach Dresden überführt und hier feierlich bestattet. Wagner - der wie Weber zeitweise in Dresden lebte und wirkte - zählte zu den größten Bewunderern des Komponisten, den er als geistigen Ahnherrn seines eigenen Schaffens verehrte.
Unter dem Motto „Romantik entdecken. Festjahr 2026“ erwartet Gäste wie Einheimische ein facettenreiches Programm mit Konzerten, Opernaufführungen, Ausstellungen, Vorträgen und Erlebnisangeboten in Dresden und der gesamten Region Dresden Elbland. Touristisch begleitet die Dresden Marketing GmbH (DMG) das Festjahr mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen, darunter ein eigener Flyer, eine Internetseite und ein neu entwickelter Weber-Weg, der zentrale Wirkungsorte des Komponisten verbindet. Corinne Miseer, Geschäftsführerin der DMG sagt: „Weber und Wagner haben in Deutschland und ausgewählten Auslandsmärkten nachhaltig touristisches Potential für unsere Destination. Beide sind sehr spannende und bekannte Musikerpersönlichkeiten, mit denen wir alle Generationen ansprechen und unsere Bedeutung als Musikmetropole von Weltrang noch einmal untermauern können.“ Carl Maria von Weber lebte und wirkte von 1817 bis zu seinem Tod 1826 in Dresden. Als Königlicher Kapellmeister und Direktor der Deutschen Oper am Dresdner Hoftheater prägte er das Musikleben der Stadt nachhaltig. Dresden wurde unter seinem Wirken zu einem Zentrum der musikalischen Romantik, hier entstand auch sein berühmtestes Werk, die Oper „Der Freischütz“. 1826 starb Weber in London. Auf Initiative Richard Wagners wurden Webers sterbliche Überreste 1844 nach Dresden überführt. Auf dem Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt befindet sich seine letzte Ruhestätte.
Die Musikstadt Dresden feiert ihren großen Romantiker. Programmhighlights 2026
Rund um Webers 200. Todestag im Jahr 2026 wird Dresden zur Bühne für sein Werk. Zahlreiche Veranstaltungen, Opernproduktionen und Sonderausstellungen laden dazu ein, Musik und Geist der Romantik auf neue Weise zu erleben.
Zu den Höhepunkten gehört das Eröffnungskonzert der Dresdner Musikfestspiele mit Webers Jubel-Ouvertüre (15. Mai 2026). Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) verwahrt zahlreiche Autographen, Briefe und Musikhandschriften Webers und zeigt sie in der Sonderausstellung „Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“ vom 3. Februar bis zum 6. Juni 2026 mit Begleitprogramm, www.slub-dresden.de/besuchen/ausstellungen-buchmuseum.
Die Landesbühnen Sachsen widmen dem Jubiläumsjahr zwei Inszenierungen: Der Freischütz und Silvana. Besonders eindrucksvoll ist Der Freischütz auf der Felsenbühne Rathen, durch die atmosphärische Inszenierung im Naturraum der Sächsischen Schweiz. Die romantische Oper Silvana an den Landesbühnen Sachsen wiederum ermöglicht die Wiederentdeckung von Webers frühem Meisterwerk (Termine von März bis Juni 2026).
Das Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik stellen unter dem Titel „WO SCHATTEN WOHNEN – E.T.A. Hoffmann, Carl Maria von Weber und das Dunkle in der Romantik“ die beiden Zeitgenossen und prägenden Gestalten der Romantik in den Mittelpunkt, vom 28. März bis 6. September 2026 mit Begleitprogramm.
Auch die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden beteiligt sich am Festjahr. Chor und Sinfonieorchester der renommierten Hochschule widmen sich am 29. Mai 2026 unter anderem vergessenen chorsinfonischen Werken Webers, im großen Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden.
Sowohl die Dresdner Philharmonie als auch die Sächsische Staatsoper und die Sächsische Staatskapelle Dresden ehren das Weber-Vermächtnis in mehreren Konzerten, www.dresdnerphilharmonie.de/de/konzerte-tickets/konzertkalender-dresden/, www.semperoper.de/spielplan.html.
Das Junge Sinfonieorchester und die Bigband des Sächsischen Landesmusikgymnasiums für Musik laden zu „Weber meets Jazz“ in den Kulturpalast Dresden ein, 30. März 2026, https://kulturpalast-dresden.de/de/veranstaltungen/kalender/crossover-weber-meets-jazz/.
Nah dran am Künstler und am Menschen. Weber-Orte in Dresden
Wer Weber über seine Musik hinaus kennenlernen möchte, bekommt dazu in Dresden und dem Elbland die Gelegenheit. Authentische Orte sind erhalten, markiert und zu thematischen Routen verbunden. Das macht die Weber-Spurensuche nicht nur für Kenner seines Oeuvres zu einem Erlebnis. Zu den zentralen Orten in Dresden Elbland gehören das Carl-Maria-von-Weber-Museum in Hosterwitz/Pillnitz (ab Herbst 2029 nach umfangreicher Sanierung wieder geöffnet), das Carl-Maria-von-Weber-Denkmal am Dresdner Theaterplatz und Webers ehemalige Wohnorte am Altmarkt und Neumarkt.
Die Weber-Stationen sind auf Komoot zu drei Touren zusammengeführt: einer Tour auf der Altstädter Seite, einer zwischen Barockviertel und den drei Elbschlössern und einer Tour durch Hosterwitz und Pillnitz, www.visit-dresden-elbland.de/weber
Übersicht Weber-Orte
Siehe auch www.visit-dresden-elbland.de/weber.
Italienisches Dörfchen – Webers erste Wohnung in Dresden
1817 zog Weber in seine erste Dresdner Wohnung im sogenannten „Italienischen Dörfchen“ direkt an der Elbe. Er lebte hier in unmittelbarer Nähe zur Hofkirche, deren Bau italienische Handwerker für Gaetano Chiaveri vollendet hatten (1751). Heute erinnert ein gleichnamiges Lokal an die historische Bebauung.
Adresse: Theaterplatz (Elbufer), 01067 Dresden
Semperoper Dresden und historische Theater
Am heutigen Theaterplatz stand das Morettische Hoftheater, in dem Weber als Hofkapellmeister zahlreiche Opern leitete. Im Nachfolgebau, der Semperoper, erinnert eine Büste an ihn; sein Porträt ziert den Schmuckvorhang. 1985 wurde die Semperoper nach der Zerstörung 1945 feierlich mit Der Freischütz wiedereröffnet.
Adresse: Theaterplatz, 01067 Dresden
Weber-Denkmal zwischen Semperoper und Zwinger
Das von Ernst Rietschel geschaffene Denkmal wurde 1861 eingeweiht und später an den heutigen Standort versetzt. Es würdigt Weber mit Blick auf die Oper, in der seine Musik bis heute präsent ist.
Adresse: Theaterplatz (zwischen Semperoper und Zwinger), 01067 Dresden
Residenzschloss Dresden
Hier unterzeichnete Weber am 25. Dezember 1816 seine Bestallungsurkunde als sächsischer Hofkapellmeister. In den Prunkräumen leitete er Konzerte und Tafelmusiken, die das Hofmusikleben prägten.
Adresse: Taschenberg 2, 01067 Dresden
Katholische Kathedrale (Hofkirche)
In der Hofkirche dirigierte Weber mehrere kirchenmusikalische Werke. 1818 brachte er u. a. seine sogenannte „Jubelmesse“ zur Aufführung. Die feierliche Architektur verlieh den Konzerten besondere Strahlkraft.
Adresse: Schloßstraße 24, 01067 Dresden
Hotel Taschenbergpalais Kempinski (Café Amelie)
Im Taschenbergpalais unterrichtete Weber die musikbegeisterte Prinzessin Amalie von Sachsen. Heute erinnert das Café Amelie an die außergewöhnliche Schülerin und die künstlerische Verbindung.
Adresse: Taschenberg 3, 01067 Dresden
Webers weitere Wohnungen (Altmarkt und Nähe Neumarkt)
Am Altmarkt 9 lebte die Familie Weber von 1817 bis 1822 – mitten im Zentrum der Stadt; heute steht dort ein Hotel. 1822 zog die Familie in die Große Frauengasse nahe dem Neumarkt; das im Krieg zerstörte Haus ist heute Standort des Kulturpalasts.
Adressen: Altmarkt 9, 01067 Dresden und Große Frauengasse / heutige Galeriestraße (Kulturpalast), 01067 Dresden
Musikhochschule Carl Maria von Weber Dresden
Seit 1959 trägt die renommierte Hochschule Webers Namen und knüpft an seine Dresdner Wirkungszeit ab 1817 an. Heute zählt sie zu den international anerkannten Ausbildungsstätten, an denen sein Geist fortlebt.
Adresse: Wettiner Platz 13, 01067 Dresden
Grabstätte auf dem Alten Katholischen Friedhof
Webers Sarg gelangte 1844 auf Initiative Richard Wagners nach Dresden; dort wurde er feierlich bestattet. Das von Gottfried Semper entworfene Familiengrab ist bis heute erhalten.
Adresse: Friedrichstraße 54, 01067 Dresden (Mauer R.9 1–4)
Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik
Anfang 1817 musizierte Weber im „Haus Gottessegen“ für den Maler Gerhard von Kügelgen. Heute zeigt das Museum der Dresdner Romantik in neun Räumen die Frühromantik – mit Bezügen u. a. zu Weber, Novalis, Tieck und Caspar David Friedrich.
Adresse: Hauptstraße 13, 01097 Dresden
Hauptstaatsarchiv Dresden
Im Hauptstaatsarchiv sind Akten über Webers Anstellung, Wertschätzung und Nachlass überliefert. Das denkmalgeschützte Ensemble dokumentiert seinen administrativen Nachhall in der Stadtgeschichte.
Adresse: Strehlgasse 6, 01067 Dresden (Innere Neustadt)
Ehemaliger Pavillon im Coselschen Garten (heute Hotel „Am Schwanenhaus“)
Weber bewohnte 1820 und 1825 Sommerquartiere im Coselschen Garten am Lincke’schen Bad gegenüber der Prießnitzmündung. Hier arbeitete er an Teilen von Der Freischütz; der Pavillon wurde 1945 zerstört. Heute steht an dieser Stelle das Hotel „Am Schwanenhaus“.
Adresse: Holzhofgasse 10a, 01099 Dresden
Körners Weinberghaus (Loschwitz)
Weber war mit der Familie Körner eng verbunden und vertonte Gedichte Theodor Körners. Das romantische Umfeld – bekannt durch Schillers Aufenthalt – zeigt den lebendigen Dialog von Literatur und Musik.
Adresse: Robert-Weickert-Straße 5, 01326 Dresden
Findlaters Weingut (heute Schloss Albrechtsberg / Lingnerschloss)
Auf dem Weg nach Hosterwitz kehrte Weber hier gern ein und genoss den Elbblick. Das Weingut wich ab 1850 Schloss Albrechtsberg; nebenan entstand das heutige Lingnerschloss, wo die Ausschanktradition fortlebt.
Adresse: Straße am Schlossberg, 01099 Dresden (Loschwitz)
Weber-Sommerhaus in Hosterwitz – Carl-Maria-von-Weber-Museum
Das Winzerhaus (um 1665) war Webers Sommerrefugium 1818, 1819 sowie 1822–1824; hier entstanden Etappen von Der Freischütz, Euryanthe und Aufforderung zum Tanz. Das Museum aktuell saniert und soll im Herbst 2028 als multimediales Erlebnis- und Klangmuseum wiedereröffnet werden.
Adresse: Dresdner Straße 44, 01326 Dresden
Keppgrund, Keppmühle und Aussichtspunkt „Zuckerhut“
Der Keppgrund war Webers beliebtes Ausflugsziel; in der Keppmühle kehrte er ein und musizierte. Heute führen Wanderwege zu Mühle und Aussichtspunkt – mit weitem Blick über das Elbtal.
Adresse: Keppgrund, 01326 Dresden (Hosterwitz)
Schloss Pillnitz
Weber wirkte hier regelmäßig musikalisch, leitete Konzerte und Aufführungen und unterrichtete Prinzessin Amalie von Sachsen. Heute beherbergen Wasser- und Bergpalais das Kunstgewerbemuseum mit historischen Musikinstrumenten; Konzerte im Park knüpfen an die Tradition an.
Adresse: August-Böckstiegel-Straße, 01326 Dresden-Pillnitz
Richard-Wagner-Stätten Pirna-Graupa
Webers romantische Opern prägten Wagners Denken entscheidend; im Jagdschloss Graupa erinnert eine Weber-Büste an diesen Einfluss. Die Dauerausstellung zeigt Wagners Jahre in Sachsen mit interaktiven Stationen. Adresse: Tschaikowskiplatz 7, 01796 Pirna (OT Graupa)