Kath. Gemeinde Hohenstein-Ernstthal feiert 25 Jahre Kirchweihe
Festwoche vom 10.09. bis 16.09.2023 mit vielfältigem Programm
Seit 25 Jahren gehört die katholische Kirche „St. Pius X.“ nun schon zum Stadtbild von Hohenstein-Ernstthal. Auf einem kleinen Hügel errichtet, sticht das terrakottarote Bauwerk hervor. Dies liegt vor allem an der modernen Architektur, die sich von anderen Kirchbauten unterscheidet und zunächst irritiert. So erzeugt der Bau immer wieder Interesse und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig ist hier ein Ort entstanden, der den Menschen in verschiedenen Situationen offen stehen möchte. Ob zum Gebet und Gottesdienst oder zu einem Konzert. Ob bei schönen Ereignissen oder in traurigen Momenten.
Mit der feierlichen Kirchweihe am 20. September 1998, durch den damaligen Bischof Joachim Reinelt, fand ein langer Weg ein gutes Ende. So trafen sich die Katholiken über Jahrzehnte in verschiedenen Gasthäusern der Stadt. In den 1960er Jahren konnte die Gemeinde eine kleine Kapelle in der ersten Etage einer Chemischen Reinigung (in der Karl-May-Straße) einrichten. Erst das Ende der DDR eröffnete ihr neue Möglichkeiten. Der Kauf einer unerschlossenen ehemaligen LPG-Fläche, nahe der Stadt Oberlungwitz, bildete den Anfang. Ein geeignetes Konzept für den Kirchbau auf dem „Ackerland“ fand sich ein paar Jahre später in einem Entwurf von Peter Böhm und Christopher Schroeer-Heiermann aus Köln. Nach anderthalb Jahren Bauzeit wurde dann 1998 die neue Heimat der katholischen Ortsgemeinde fertiggestellt. Heute blicken die Katholiken auf diese Zeit voll Freude und Dankbarkeit zurück.
Festwoche mit einigen Höhepunkten
Das „silberne Kirchweihjubiläum“ begeht die katholische Gemeinde nun mit einer kleinen Festwoche vom 10. bis 16. September 2023. Auf einige Höhepunkte soll hier besonders hingewiesen werden. Los geht es bereits am Sonntag, 10. September zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals®“. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kann mit ihrem Aktionstag ein Jubiläum feiern und auf 30 Jahre zurückschauen. Das diesjährige Motto „Talent Monument“ passt dabei wunderbar zur katholischen Kirche Hohenstein-Ernstthal. Obwohl eher unscheinbar und versteckt, kann sie mit einem besonderem Konzept und einer interessanten Symbolik aufwarten. Wer sich auf den Weg zu ihr macht, wird mit einer raffinierten Lichtinszenierung im Inneren und einer schönen Aussicht auf die Stadt belohnt. Das Programm am 10. September hält neben Führungen zum Entdecken des Bauwerks auch Orgelmusik zum Innehalten bereit. Ergänzt wird das Ganze durch das digitale Angebot einer Video-Führung. Diese ist auch für Kinder und Familien geeignet und kann auf der Internetseite des „Tag des offenen Denkmals®“ (https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/ ) oder über die App abgerufen werden.
Der Freitag, 14. September steht ganz im Zeichen der Architektur. Unter dem Titel „Raum ist Sehnsucht“ sollen die berühmte Architektenfamilie Böhm und ihre (Sakral-)Bauten näher beleuchtet werden. Immerhin prägen drei Generationen seit über einem Jahrhundert den Kirchenbau in Deutschland. Angefangen bei Dominikus Böhm über seinen Sohn Gottfried bis zu den Enkeln Peter und Paul. Ihre Bauwerke waren meist Vorreiter ihrer Zeit und beeindrucken durch eine besondere Lichtinszenierung. Das titelgebende Leitwort des Großvaters verbindet sie dabei alle. Peter Böhm lässt diese besondere Familiengeschichte lebendig werden und gibt, zusammen mit Christopher Schroeer-Heiermann, Einblicke in das Schaffen der verschiedenen Generationen. Einen Schwerpunkt bilden dabei auch der Bau und die Gestaltung der katholischen Kirche in Hohenstein-Ernstthal. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Römerforum der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt.
Ein guter Überblick zu allen Veranstaltungen der Festwoche findet sich hier:
Festprogramm
Sonntag, 10.09. | „Tag des offenen Denkmals®“12.00–17.00 Uhr: Blick hinter die Kirchentür im Rahmen der „offenen Kirche“14.00+15.00+16.00 Uhr: Kirchenführungen mit Orgelmusik
Donnerstag, 14.09. | Offener Abend mit Pfr. Andreas Jaster (Zwickau)19.30 Uhr: „Wie wir die Kraft des Wortes Gottes erleben können.Eine Ermutigung in schwieriger Zeit.“anschl. Imbiss
Freitag, 15.09. | Architekturtag19.30 Uhr: „Raum ist Sehnsucht“ Gäste: Prof. Peter Böhm und Prof. Christopher Schroeer‐Heiermann (Köln)mit Vortrag über die Architektendynastie Böhm und ihre (Sakral-)Bauten
- Der Abend findet in Kooperation mit dem Römerforum der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt. -
Samstag, 16.09. | Kirchweihfest
ab 14.00 Uhr: „Buntes Treiben rund um die Kirche“Kaffee & Kuchen, Kinderprogramm, Musik und vieles mehr17.00 Uhr: Festgottesdienst mit Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden)
- Wir bitten, wenn möglich, das eigene Gesangbuch „Gotteslob“ mitzubringen.-im Anschluss Gemeindefest
Zusatzinfo:
Die Kirche, in Form eines liegenden Buchstaben T, wurde zwischen 1997 und 1998 auf einem kleinen Hügel, oberhalb der Stadt Hohenstein-Ernstthal, errichtet. Prägende Elemente sind der großzügige Einsatz des Werkstoffs Glas und drei Bögen in Form des griechischen Buchstabens Omega, die gleichzeitig einzelne Funktionsbereiche symbolisch trennen. Den Gegensatz dazu bildet das kleine Alpha im Altar als Anfangspunkt. Von hier aus wird die Gemeinde Sonntag für Sonntag in den Alltag gesandt. Als einmalig darf die, durch Bau und Material, erzeugte Transparenz angesehen werden. Jeder Winkel der Kirche ist von außen einsehbar. Nicht zuletzt eröffnet eine gekonnte Lichtführung im Innenraum immer wieder neue, faszinierende Perspektiven.
Cordula Rupf und Fabian Winderlich