Seit 200 Jahren läuten die Glocken vom Turm der Kathedrale

Kirchweihvesper mit Bischof Reinelt am 3. November, 16 Uhr


Das Gedenken an den 8. November 1807, als zum ersten Mal die Glocken der Katholischen Hofkirche läuten durften, steht im Mittelpunkt einer Kirchweihvesper mit Bischof Joachim Reinelt.

Dresden, 30.10.2007 (KPI): Das Gedenken an den 8. November 1807, als zum ersten Mal die Glocken der Katholischen Hofkirche läuten durften, steht im Mittelpunkt einer Kirchweihvesper mit Bischof Joachim Reinelt. Die Feier findet am Samstag, 3. November, um 16 Uhr in der Dresdner Kathedrale, der früheren Hofkirche, statt. Die Kirchenmusiker der Kathedrale, Domorganist Hansjürgen Scholze und Domkapellmeister Matthias Liebich, haben aus diesem Anlass eigens eine Festmusik komponiert, die an diesem Tag ihre Uraufführung erfährt.

Dompfarrer Klemens Ullmann: „Als vor vier Jahren die Glocken der Dresdner Frauenkirche zum ersten Mal läuteten, stand ganz Dresden Kopf. Es war ein Großereignis, bei dem jeder unbedingt dabei sein wollte. Anders war es sicher vor 200 Jahren mit den Glocken der Hofkirche. Erst über 50 Jahre nach der Weihe der Kirche 1751 durften sie zum ersten Mal überhaupt läuten. Im protestantischen Sachsen war es nicht erlaubt, dass katholische Glocken ihre Stimme ertönen ließen, selbst wenn es sich um die Kirche des Landesfürsten handelte.“

Zwar hatte man bereits 1747, mitten in der Bauzeit der Kirche, eine Glocke gießen lassen. Aber die musste 60 Jahre im Zeughaus stehen und auf eine günstigere Zeit warten. Diese brach für die katholischen Bürger mit dem Sieg Napoleons über die sächsische Armee bei Jena und Auerstedt an. Im Friedensvertrag von Posen, der im Dezember 1806 geschlossen wurde, verbriefte man ihnen die rechtliche Gleichstellung mit ihren evangelischen Mitbürgern. Nun endlich durften in Sachsen auch von katholischen Kirchentürmen Glocken läuten. Am 8. November 1807 ertönten sie erstmals von der Hofkirche und luden zum Gottesdienst ein. Dompfarrer Ullmann: „Für unsere Vorfahren war das mit Sicherheit ein großer und froher Tag.“

Die Glocken hatte bereits Tage vorher der Apostolische Vikar für das Königreich Sachsen, Johann Aloys Schneider, hinter einem Verschlag am Hauptportal der Kirche feierlich geweiht. Klemens Ullmann: „Glocken erklingen zu allererst zum Lob Gottes. Aber sie rufen seit alters her die Gläubigen zum Gottesdienst zusammen. Sie helfen uns, nicht zu vergessen, dass wir uns in Freude und Leid betend an Gott wenden dürfen. Der Glockenspruch auf der größten und ältesten Glocke der Kathedrale, dem Buch Judith entnommen, drückt das treffend aus: �Du hast alle deine Wege bereitet und deine Urteile in deiner Vorsehung bestimmt.�“ Seit 1980 ist die frühere Katholische Hofkirche die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen. ku/MB


Mehr Informationen zu den Glocken der Hofkirche als pdf-Datei herunterladen (16 KB) - hier klicken..


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