Zwickauer Schüler bearbeiten historisches Drama neu

Aufführungen am 31. Januar und 2. Februar in Zwickau


Das Peter-Breuer-Gymnasium in Zwickau.
"Heiraten! Die Hochzeit zu Kana" lautet der Titel eines Theaterprojekts, das die Musikkurse der elften Klassen des Peter-Breuer-Gymnasiums Zwickau am Mittwoch, 31. Januar, und Freitag, 2. Februar, aufführen.

Zwickau, 29.01.07 (KPI): "Heiraten! Die Hochzeit zu Kana" lautet der Titel eines Theaterprojekts, das die Musikkurse der elften Klassen des Peter-Breuer-Gymnasiums Zwickau am Mittwoch, 31. Januar, und Freitag, 2. Februar, aufführen.

Beginn ist jeweils 19.30 Uhr in der Lutherkirche Zwickau. Der Eintritt beträgt drei Euro.


Zum Stück:
Paul Rebhun (1505-1546) erwirkte sich seinen regionalen Bekanntheitsgrad vornehmlich als Dramatiker. Namentlich mit der literarischen Bearbeitung religiöser Themen verband er die Intention einer den lutherisch-reformatorischen Glauben ideell befestigenden Bewusstseinsbildung. Das 1538 entstandene Hochzeitsspiel auf die "Hochzeit zu Kana" verfasste Rebhun in der Absicht, den gottgeordneten Ehestand zu ehren und alle gottfürchtigen Eheleute, Gesellen und Jungfrauen zu trösten und zu unterrichten.

Die Auseinandersetzung der Musikkurse des Peter-Breuer-Gymnasiums mit der Rebhunschen Vorlage führte notwendigerweise zu einer neuen Bühnenfassung. So war das durchgehend im vierhebigen Jambus verfaßte Original mit seiner lutherisch derben Sprachgebung nur schwer verständlich. Neue, oftmals humoristische Passagen dienen nun einem besseren Verstehen. Auch korrespondieren Gospellieder - live begleitet von einer Schülerband - mit dem Handlungsgang.

Trotz etlicher veralteter Rebhunscher Ansichten fand sich eine Vielzahl zeitloser Aussagen in der Spielvorlage, die eine Aufführung des Stückprojektes rechtfertigen: die Abhängigkeit des Menschen vom Geld beispielsweise und eben auch das notwendige Vertrauen in eine göttliche Allmacht, die die Grenzen jedweder Vernunft sprengt.

Gerade in einer von Ehescheidungen geprägten Zeit wie der unsrigen erscheint ein Blick auf das christlich fundierte Eheverständnis von vor knapp 500 Jahren erstaunlich interessant - und diskussionswürdig zugleich.


Paul Rebhun: biographischer Abriss
Paul Rebhun wird vermutlich zwischen 1500 und 1505 in Niederösterreich als Sohn von Hans Rebhun geboren. Über seine Kindheits- und Jugendzeit ist nur sehr wenig bekannt; sicher ist, dass er aufgrund seiner reformatorischen Gesinnung das katholische Niederösterreich verlässt und nach Zwickau übersiedelt, wo er 1525 heiratet. In Zwickau arbeitet er an der örtlichen Lateinschule und als Kantor in der St. Marien Gemeinde. Nicht zuletzt in Folge seiner schmalen Entlohnung verlässt Rebhun 1529 Zwickau und wird Schulmeister in Kahla. Dort entsteht 1535 sein wichtigstes Werk: Ein Geistlich spiel von der Gotfurchtigen und Keuschen Frawen Susannen. Im selben Jahr kehrt er nach Zwickau zurück und nimmt seinen alten Posten an der Lateinschule wieder auf. 1538 zieht Rebhun nach Plauen und wird von Luther persönlich zum Pastor ordiniert. Zur gleichen Zeit vollendet er sein zweites Drama, das Hochzeitsspiel auf die Hochzeit zu Cana. Schließlich wird Rebhun 1542 Pastor in Ölsnitz, wo er 1546 stirbt.



Das Stück entstand in Kooperation mit
-Ratsschulbibliothek Zwickau (Stückrecherche)
-Theater Plauen-Zwickau: Kostümfundus
-evang. Jugendpfarramt Zwickau: Licht- und Tontechnik
-Choreographie: Manuela Richter (Diplomtanzlehrerin)
-Lutherkirchgemeinde

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