Nepomukfest mit Lichterschwimmen an der Neiße

Verantwortungsgemeinschaft Ostritz-Zittau-Löbau lädt zu Pfingsten ins Kloster St. Marienthal ein

Das Kloster St. Marienthal bildet die prachtvolle Kulisse für das "Lichterschwimmen" auf der Neiße.Ostritz/St. Marienthal, 10.05.2016: Was in fränkischen Städten wie Bamberg und Würzburg gute Tradition ist und schon Goethe 1820 in Karlsbad erlebte, soll nun erstmals im Kloster St. Marienthal bei Ostritz stattfinden: Das „Lichterschwimmen“ zu Ehren des "Fünf-Sterne-Heiligen" Johannes Nepomuk. Dieser Heilige wurde am 20. März 1393 von der Prager Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt. Hintergrund waren kirchenpolitische Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV. und dem Erzbischof von Prag, dessen engster Mitarbeiter Johannes war.

Später wurde überliefert, er habe sterben müssen, weil er das Beichtgeheimnis gegenüber dem König kompromisslos bewahrt habe. Die Legende berichtet, dass an der Stelle, wo Nepomuks Leichnam auf dem Grund des Flusses zu liegen kam, Lichter auf dem Wasser geleuchtet hätten. Deswegen umgibt einerseits auf den meisten Darstellungen ein Strahlenkranz von fünf Sternen den Kopf des Heiligen. Andererseits inspirierte dieses Leuchten zum „Lichterschwimmen“; kleine Boote mit Lichtern an Bord werden auf einem Fluss ausgesetzt.

Das kirchliche Gedenken des heiligen Johannes Nepomuk wird jeweils am 16. Mai begangen. Am Vorabend, also dem 15. Mai - in diesem Jahr ist es der Abend des Pfingstsonntags -, wird nun zu einem „Lichterschwimmen“ an die Neiße eingeladen; einen Fluss, der Völker nicht trennen, sondern verbinden soll und bekanntlich im Heimatland des heiligen Johannes Nepomuk, in Tschechien, entspringt.

Um 19.30 Uhr basteln alle, die ein Licht aussetzen wollen, nach einer einfachen Vorlage ihr Boot im Bibelgarten des Klosters. Es folgt um 20 Uhr eine Andacht an der eindrucksvollen barocken Nepomuk-Statue im Klosterhof. Einen Kilometer weit führt danach der bequeme Weg ins Neißetal zum „Verlassenen Kreuz“, wo die Schiffchen der Neiße anvertraut werden. Am Klosterwehr werden sie dann wieder am Land geholt. Der Abend klingt anschließend im Bibelgarten aus.

Johannes Nepomuk ist auch als „Brückenheiliger“ bekannt. Vorwiegend wurden Statuen in Anspielung auf seinen Tod auf Brücken aufgestellt. Wem „Brückenschläge“ zu anderen Menschen, Völkern, Religionen und Kulturen am Herzen liegen, der kann mit seiner Teilnahme am „Lichterschwimmen“ dafür ein leuchtendes Zeichen setzen.

Pfarrer Michael Dittrich



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