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Bistum Dresden Meissen

Proviant für den Tag

Nahrung für die Seele

Die Seele wohnt dem Menschen inne, sie prägt seine Einmaligkeit. Ganz verschieden hören sich ihre Melodien an. Manchmal eher tragend, manchmal schwungvoll und energiegeladen. Manchmal ist nur ein leiser, fast stiller Klang zu vernehmen. Fast lässt sich dieser Klang überhören.


Spirituelle Impulse, Gebete und Meditationen können den Dialog mit der Seele anbahnen. In der Mitte seiner selbst berührt zu werden, ist nicht planbar, nicht machbar. Mögen sich die täglichen Impulse hin und wieder als gutes Weggeleit erweisen, durch das der Tisch des Inneren Menschen nahrhaft gedeckt wird.

 

 

Der du unser Leben im Blick hast

Wende du das Schicksal der Beladenen und Verfolgten.

Verstöre du das Denken und Trachten der Selbstgerechten.

Erhelle du die Wege derer, die im Dunkel unterwegs sind.

Sei du der Trost derer, die ohne erkennbaren Ausweg sind.

Erhebe du, die Erniedrigten und Kleingemachten aus dem Staub.

Sei du die Orientierung für die durch die Wirrnisse des Lebens aus der Bahn Geworfenen.

 

Norbert Mothes

Segensträger

Ich will euch den Segen geben,

für eure Tag- und Nachtzeiten,

für eure Lebenszeiten von Anfang bis Ende

auf all euren Wegen:

Die verdorrten Seelen

sollen wieder leben,

und die vertrockneten Herzen

sollen wieder schlagen.

Die müden Füße

werden Wege des Friedens gehen,

und die kraftlosen Hände

werden Gutes tun

und die Güte Gottes austeilen.

Der Segen Abrahams und Sarahs

wird sich vermehren

und die Geknickten wieder aufrichten,

die Geschundenen werden wieder heil,

die Geknechteten sind frei.

Und ihr, die das hört und erfahrt,

werdet zu Segensträgern.

Ihr werdet die Gerechtigkeit aufblühen lassen

zum Schutz des Friedens

und Gottes Schöpfung –

denn ihr selber steht

unter Gottes Schutz.

Er lege seine Hände um euch

und ihr seid behütet -

ein Leben lang.

 

Hans Dieter Hüsch in dem Buch Ich stehe unter Gottes Schutz   Psalmen für Alletage

 

vgl. Jesaja 40

Aus deiner Fülle schöpfen können

Guter Gott,

es muss nicht alles beim Alten bleiben.

Nichts ist so verfahren, dass es keinen Ausweg gibt.

Wir können uns dem Leben stellen,

weil du uns aus der Fülle schöpfen lässt.

 

Norbert Mothes

Gott nimmt uns in seinen Arm

Gott nimmt uns in seinen Arm

Wenn wir müde sind

Und führt uns durch Finsternis und falsche Nacht

Wenn wir die Augen schließen

Er kennt das Ziel

Denn er ist das Ziel

Er ist die Sprache und das Licht

Er öffnet unsere Augen und Ohren

Lässt uns mit allen

Eins sein

Um unseretwillen

Um seinetwillen

Um Gottes willen.

 

Hans Dieter Hüsch

Der Spur des Vertrauens folgen

Gott

unbegreiflich

nah und verborgen

hell und dunkel

doch gegenwärtig in jedem Augenblick

ewige Liebe

die bleibt und Würde gibt

in guten Zeiten

im Steinschlag des Lebens

in Verwerfungen

Gottes Absichten und Fürsorge

für uns nicht erkennbar

wie oft meinen wir

nur seine Abwesenheit zu spüren

in dieser Spannung

können wir der Spur des Vertrauens folgen

das nicht Verstehbare aushalten und gestalten

uns umsehen

aufsehen

neu aufbrechen und wachsen

alles Belastende bei Gott ruhen lassen

uns ihm überlassen

erfahren wie sanft und zärtlich er uns hält

dem Leben Sinn gibt

uns reich beschenkt

mit dem Gefühl der Geborgenheit

und des tiefen Friedens

 

Cornelia Napierski

ER macht mich fröhlich (Psalm 92)

Es ist gut,

sich an Gott klammern,

morgens seine Gnade erfahren,

Alletage seine Güte erleben,

und des Nachts in seiner Wahrheit ruhen.

Er macht mich fröhlich

und vertreibt mir meine Angst und mein Klagen.

Mit seinen Händen

ebnet er mir den Weg

und begleitet mich mit seinen Gedanken.

Wenn ich an ihm festhalte,

stehe ich wie eine Eiche im festen Grund,

wachse ich innerlich wie eine Zeder im Libanon.

Nichts kann mich erschüttern;

denn die Stürme der Zeit

können mich nicht ausreißen.

Wenn ich so gegründet bin

in Gottes Güte und Fürsorge,

werde ich nicht welken und verdorren.

Meine Seele ist immergrün

und mein Herz schlägt munter wie am ersten Tag.

Wenn ich auch alt werde,

so blühe ich wieder auf;

denn Gott behütet mich auf allen meinen Wegen.

in dunklen Stunden und in hellen Tagen

ist er mit mir und für mich.

 

Hanns Dieter Hüsch in dem Buch Ich stehe unter Gottes Schutz  Psalmen für Alletage

Liebe als Kraft gegen den Tod (Psalm16)

9a    Darob freute sich mein Herz und jubelte meine Seele,

9b    ja mein Leib kann wohnen in Sicherheit,

10a  denn nicht überlässt du mich der Scheol,

10b  nicht gibst du deinen Getreuen hin, dass er die Grube schaut.

Die vierte Strophe betont das „neue" Leben, das dem geschenkt wird, der sich den Weg des Lebens von seinem Gott geben lässt. Wer die belebende und belehrende Kraft dieser Gottesgemeinschaft erfahren hat, für den verlieren die vielen alltäglichen Gesichter des Todes und des Grabes ihre lähmende, schreckende Mächtigkeit. Die Scheol (Ort des Todes), die durch Krankheit, Unglück, Schuld, Hass, Krieg usw. das Leben zum Tod machen kann, muss vor dem lebendigen Gott „ins zweite Glied" zurücktreten. Wer sich von Gott leiten und halten lässt, fällt nicht in die „Fallgruben“, die das Leben gefährden. Für den, der sich auf Gott einlässt, erweist sich die ihm geschenkte Liebe seines Gottes als Kraft gegen die Todesangst – ja gegen den Tod selbst als Zerstörer des gelebten und geliebten Lebens.

Erich Zenger in seinem Buch Psalmen Auslegungen Bd. 1

Sie sind eingeladen, den Tisch des inneren Menschen mit zu decken. Reichen Sie Ihre Beiträge bitte über meine E-Mailadresse ein.

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