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Bistum Dresden Meissen

Proviant für den Tag

Nahrung für die Seele

Die Seele wohnt dem Menschen inne, sie prägt seine Einmaligkeit. Ganz verschieden hören sich ihre Melodien an. Manchmal eher tragend, manchmal schwungvoll und energiegeladen. Manchmal ist nur ein leiser, fast stiller Klang zu vernehmen. Fast lässt sich dieser Klang überhören.


Spirituelle Impulse, Gebete und Meditationen können den Dialog mit der Seele anbahnen. In der Mitte seiner selbst berührt zu werden, ist nicht planbar, nicht machbar. Mögen sich die täglichen Impulse hin und wieder als gutes Weggeleit erweisen, durch das der Tisch des Inneren Menschen nahrhaft gedeckt wird.

Ein freier Mensch sein 2

Wie kann ich mir das konkret vorstellen: zur Freiheit berufen zu sein? Was beinhaltet das Lebensmodell, das Jesus den Menschen nahebringen will? Jörg Zink schreibt dazu in seinem Buch Wer glaubt, kann vertrauen:

Das erste, was Jesus mir sagt, ist: Du bist ein eigener Mensch mit einem eigenen Gesicht und einem eigenen Verstand. Werde nun der, den Gott mit dir gemeint hat. Werde du selbst. Du kannst es. Das zweite ist: Ich rufe dich nicht in eine Träumerei. Ich suche dich auf der Erde. Du hast einen Beruf, du hast Verantwortungen. Um dich her sind Menschen. Nimm sie an. Bei ihnen findest du mich. Ein drittes: Du bist dazu berufen, ein freier Mensch zu sein. Du kannst dich von vielem lösen, an das andere gebunden sind. Von Interessen, von Vorurteilen, von Zwängen. Und dann binde dich neu und gib deine Freiheit dahin.

Norbert Mothes

Ein freier Mensch sein 1

Durch die Zeiten hindurch lassen sich Menschen vom Ruf Jesu treffen. Das Berufungsgeschehen beschreibt Jörg Zink in seinem Buch Wer glaubt, kann vertrauen:

Du dort!, ruft er einen an. Ich brauche dich! Komm! Du bist nicht festgelegt, du kannst aufstehen, wenn ich rufe. Damit sagt er: Du bist freier, als du denkst. Du kannst umkehren. Du kannst einen neuen Anfang machen. Du kannst Gewohnheiten ändern, Überzeugungen überprüfen. Du kannst dich ändern, wenn du willst, auch wenn es schwerfällt. Du bist nicht festgelegt. In dem Augenblick, da dich ein Ruf trifft, hast du die Chance, frei zu sein. Nicht festgelegt, Jesus? Auch nicht durch meine Pflicht? Nein. Auch nicht durch meine Familie? Nein. Auch nicht durch meine Erbmasse? Nein. Auch nicht durch mein Milieu? Nein. Auch nicht durch meine seelischen Schwierigkeiten? Nein. In dem Augenblick, da du einen Ruf aufnimmst, bist du frei. Du sollst den Menschen das ganz Andere, das Neue, das Kommende zeigen, das Reich Gottes, und sie frei machen, wie du frei bist.

Norbert Mothes

Demaskierung

Wir begegnen ihnen mitten im Alltag,

nicht nur an Faschingstagen,

schlüpfen selbst hinein zum eigenen Schutz,

verstecken unser wahres Gesicht,

die tiefsten Wünsche, verborgenen Ängste.

Doch tut es gut - ja, es ist nötig,

ab und an die Maske fallen zu lassen,

auch wenn wir erschrecken,

ungeschminkt in unser wahres Gesicht zu sehen,

der Wirklichkeit unseres Lebens,

unseres Ichs zu begegnen.

Am Ende unserer Zeit,

in der Begegnung mit Gott,

dürfen, müssen wir all unsere Masken ablegen.

Dann, ja dann ist alles vorbei –

nicht nur an Aschermittwoch -

und wir sind glücklich auf ewig.

 

Irmela Mies-Suermann

In: Pfarrbriefservice.de

Den Gott unseres Lebens nicht verkennen

Jörg Zink legt in seinem Buch Wer glaubt, kann vertrauen das erste Gebot lebens- und glaubensrelevant aus:

Prüfe täglich, wie die Götter heißen, vor denen du dich fürchtest und denen du dich beugst. Prüfe täglich, woran dein Herz hängt, und ob es festen Halt dadurch gewinnt oder ob es seinen Halt dadurch verliert. Lieben heißt: an etwas hängen, das Halt hat und Halt verleiht. Und darum heißt Lieben: dem anderen Halt geben können. Prüfe täglich, worauf du dich verlässt. Auf wen oder was du dich am meisten verlässt, der oder das ist in Wahrheit dein Gott. Du sollst aber keine anderen Götter haben als den, der dein und aller Menschen Vater ist.

Norbert Mothes

Göttliche Initiative

Die göttliche Präsenz in Jesus Christus beschreibt Carlo M. Martini in seinem Buch Die Botschaft der Weihnacht so:
Der unendliche und ewige Gott, der über allem ist, wollte den Menschen zu seinem Gegenüber, zum göttlichen „Du“ erheben, zu seinem Gesprächspartner; mehr noch: Gott hat sich so sehr, auf so unerdenkliche Weise mit dem Menschen verbunden, dass er ein menschliches Geschöpf das Licht der Welt erblicken ließ, in dem die unerreichbare Fülle der Gottheit zugegen ist: Jesus.

So groß ist die barmherzige Liebe Gottes zu seinem Geschöpf Mensch, dass er nicht nur das Schöne und Gute mit uns teilen wollte, sondern auch die menschliche Misere, die ganze Unheilsgeschichte. Er ist gekommen, um all das auf sich zu nehmen, um jeden Menschen wieder zu seiner eigentlichen Wirklichkeit zu führen und neu ins Gespräch mit dem Schöpfer und Vater zu bringen.

Die Besinnung auf das Geheimnis des Gottessohnes, der für uns als Menschenkind in Betlehem geboren wurde, führt uns zu der grundlegenden Einsicht:

Jeder menschlichen Gottsuche geht die göttliche Suche nach dem Menschen voraus.

 

Norbert Mothes

 

 

Das Größte muss alltagstauglich sein

Mit ansprechenden und einleuchtenden Worten verleiht Carlo M. Martini in seinem Buch Ohne Tugend geht es nicht einem blassen Wort Farbe und Strahlkraft:

Christliche Liebe kann in vielen kleinen Dingen des Alltags zum Zuge kommen. Um sie zu üben, brauchen wir nicht auf weiß Gott welche Gelegenheiten zu warten. Es wäre auch ein Missverständnis zu meinen, sie sei an besondere Gefühle gebunden oder drücke sich in einer besonderen inneren Ergriffenheit aus. Die Liebe ist in uns hineingelegt, unsichtbar ist sie da, und sie kann bei jeder noch so unscheinbaren Gelegenheit lebendig, konkret werden.
Die Liebe zum Nächsten kennt unsagbar viele Ausdrucksformen: ein Lächeln, ein Zeichen des Wohlwollens und Verstehens, Geduld … Die Liebe ist aus sich selbst etwas Großartiges und Erhabenes, sie macht auch die kleinen, einfachen Dinge groß.

Norbert Mothes

Wunder

Ich verstehe es nicht, 

ich fasse es nicht,

und doch ist es da,

kann nicht geleugnet werden.

Wunder von Heilung und Rettung,

aus tückischer Krankheit,

aus zerbrochener Beziehung,

aus Krieg und Gefangenschaft.

Wunder der Wandlung vom Bösen zum Guten,

vom Verlorenen zum Gefundenen,

von Verzweiflung zu Hoffnung,

von Brot und Wein in Seine Gegenwart.

Es ist da, ich aber kann es nicht erklären:

die Liebe und Treue eines Menschen,

die Liebe Gottes zu mir,

der mich durchs Leben trägt.

 

Irmela Mies-Suermann

In: Pfarrbriefservice.de

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