Menü
Bistum Dresden Meissen

Proviant für den Tag

Nahrung für die Seele

Die Seele wohnt dem Menschen inne, sie prägt seine Einmaligkeit. Ganz verschieden hören sich ihre Melodien an. Manchmal eher tragend, manchmal schwungvoll und energiegeladen. Manchmal ist nur ein leiser, fast stiller Klang zu vernehmen. Fast lässt sich dieser Klang überhören.


Spirituelle Impulse, Gebete und Meditationen können den Dialog mit der Seele anbahnen. In der Mitte seiner selbst berührt zu werden, ist nicht planbar, nicht machbar. Mögen sich die täglichen Impulse hin und wieder als gutes Weggeleit erweisen, durch das der Tisch des Inneren Menschen nahrhaft gedeckt wird.

 

 

Gott im Jenseits?

Ein Gottesbild, das Gott im Jenseits also einer unserer Erfahrungswelt entzogenen Wirklichkeit verortet, ist aus der Perspektive jüdisch und christlich Glaubender zumindest korrekturbedürftig.

Im Alten Testament wird das Mit-sein Gottes mit den auf den (Lebens)Weg gestellten Menschen als Gegenwärtig-sein bezeugt. Und von den Christen wurde das Christusereignis von Anfang an so ausgelegt, dass Gott selbst sein Zelt bleibend unter den Menschen aufgeschlagen hat.

 

Norbert Mothes

Leidenschaft

Schenke mir mein Gott,

ein gutes Maß an Leidenschaft,

damit ich mich begeistern kann

für die Schönheiten der Welt,

mich erfüllen lassen kann von der Liebe,

mich verschenken kann

an Menschen, an Ideen,

ohne zu berechnen.

Schenke mir mein Gott,

dass ich Herr meiner Leidenschaft bleibe,

dass ich die Leidenschaft als

aufbauende und nicht

als vernichtende Kraft leben kann,

dass sie mich erfüllt aber nicht beherrscht,

damit sie als dein Feuer in mir bleibt,

das nicht zerstört aber

Kraft und Wärme gibt.

 

Irmela Mies-Suermann

Dank sei Gott für die Menschen

Dank sei Gott für die Menschen,

die einander Halt geben,

die einander Freude bereiten,

in deren Gegenwart andere aufatmen können,

die zu guten Wegbegleitern werden,

die anderen in ihrer Not beistehen,

die Gottes Liebe und Güte widerspiegeln,

für die Menschen, die anderen zum Segen werden.

 

Norbert Mothes

Sein Herz weit werden lassen

Wie geht das, sein Herz weit werden lassen? Unser Herz ist uns zugänglich über unsere Gedanken und Gefühle. Entscheidend ist: Welchen Gedanken, welchen Gefühlen gebe ich Wohnrecht in meinem Lebenshaus?

Unsere Seele kann zumeist nicht schritthalten mit den Eindrücken und Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, die Ordnung in unserem Lebenshaus nicht zu vernachlässigen: Welche Absichten, Pläne, Intentionen, Wünsche, Einfälle, Gefühle, Motive, Stimmungen sind lebensdienlich und führen mein Leben und das Leben der Menschen, die zu mir gehören ins Weite?

Norbert Mothes

personaler Glaube

Glaube ist, wenn es sich wirklich um Glauben handelt, zutiefst personal. Personal heißt nicht mehr aber eben auch nicht weniger als den einzelnen Menschen in seinem Wesen betreffend. Biblischer Glaube hat eine Grundstruktur: Der lebendige Gott setzt sich in Beziehung zu uns Menschen. Wenn wir wenigsten ein kleines Maß an Offenheit einbringen, kann er schon mal den Fuß in die Tür unseres Lebenshauses setzen.

Wie könnte ich mich mit Gott in Beziehung setzen, wo ich doch nicht weiß, wo er ist und wie er ist, fragt Anton Rotzetter in seinem Buch Herr, eile mir zu helfen. Weiter schreibt er:
Doch er sucht mich, er findet mich, er sagt mir seine Gegenwart zu, er ermächtigt mich von innen her zu einem kraftvollen Leben und Handeln. Der Gott des Himmels und der Erde aktiviert und dynamisiert mein Innerstes, will meine Kraft sein.

Norbert Mothes

Gott groß machen

Ein in der Anfangszeit des Christentums entstandenes Gebet beginnt mit den Worten: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter (Lk 1,46).

Wie oft erleben wir uns wie gebunden, wie belastet, wie ausgebremst? In solchen Lebenssituationen schwingt womöglich nur wenig bis nichts in uns bei diesen Worten mit. Gerade dann hätten wir es nötig, dass sich der Grauschleier, der sich über den Alltag gelegt hat, wenigstens etwas lichtet.

Die Anfangsworte dieses Gebetes eignen sich als Lesezeichen für das Buch unseres Lebens. Sie können uns daran erinnern, dass es in guten und in schwierigen Zeiten allemal gut ist, unsere Herzen weit werden zu lassen.

Es ist die Leichtigkeit und Freude, die die junge Frau aus Nazaret über die Hügel eilen und das Magnifikat anstimmen lässt. Weiter schreibt Ermes Ronchi in seinem Buch Die Weihnachtsüberraschung:
Ja, vielleicht ist es der Herr selbst, der uns daran erinnert, dass aller Ernst, alle angestrengte Bemühungen und alles dringliche Agieren wenig Wert haben, wenn die Freude fehlt. Marias Freude zeigt, was Glauben im Kern ist: Öffnung für einen Gott, der in die Menschen verliebt ist, einer, auf den wir bauen können. Glauben heißt, „Gott groß machen“, sich öffnen für diesen Gott, der in die Menschen verliebt ist, der zu uns kommt, der befreit aus Angst und Verbissenheit.

Norbert Mothes

Irgend

Irgendwo

ist ein Weg

der mich ans Ziel bringt

Irgendwann

finde ich die Spur

die meine Füße hinterließen

Irgendwie

schaffe ich es

nach Pausen wieder aufzubrechen

Irgendwann

triffst du mich

um mit mir zu gehen

Irgendwas

treibt mich an

Visionen zu verwirklichen

Irgendwer

begleitet mich

und lässt mich nicht im Regen stehen

Irgendwie

habe ich das Gefühl

dass du es bist

Gott

 

Text: Frank Greubel
In: Pfarrbriefservice.de

Sie sind eingeladen, den Tisch des inneren Menschen mit zu decken. Reichen Sie Ihre Beiträge bitte über meine E-Mailadresse ein.