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Bistum Dresden Meissen

Proviant für den Tag

Nahrung für die Seele

Die Seele wohnt dem Menschen inne, sie prägt seine Einmaligkeit. Ganz verschieden hören sich ihre Melodien an. Manchmal eher tragend, manchmal schwungvoll und energiegeladen. Manchmal ist nur ein leiser, fast stiller Klang zu vernehmen. Fast lässt sich dieser Klang überhören.


Spirituelle Impulse, Gebete und Meditationen können den Dialog mit der Seele anbahnen. In der Mitte seiner selbst berührt zu werden, ist nicht planbar, nicht machbar. Mögen sich die täglichen Impulse hin und wieder als gutes Weggeleit erweisen, durch das der Tisch des Inneren Menschen nahrhaft gedeckt wird.

 

 

Glaubenserfahrungen

Verwurzelt sein 

im Wurzelgrund

Weggeleit erfahren

im Auf und Ab

Behaust sein

im Geheimnis

 

Norbert Mothes

Der Spur, die sich zeigt, folgen

Abraham steht für den Menschen, der sein sicheres Setting verlässt. Dabei könnte er sich auf seinem Erbe ausruhen und sich auf seinen Sippenhalt verlassen. Abraham indessen hört auf eine innere Stimme, die ihn dazu verlockt, ins Freie zu gehen. Hier schlägt die Sternstunde des Glaubens: Abraham verlässt das Korsett äußerer Sicherheiten und findet den Mut, sich auf seine innere Stimme zu verlassen, die ihm Freiheit verspricht. Der Glaube an Gott lässt ihn auf eine Zukunft hoffen, die nicht allein auf seiner eigenen Kraft und Potenz aufbaut. So wird Abraham zu einem der bedeutendsten Entdecker der Menschheitsgeschichte: Er betritt Neuland und erfährt dabei, innerlich getragen zu sein. Er bricht auf und spürt, wie in ihm ein nie gekanntes Vertrauen aufbricht und ihn begleitet.
vgl. Gen 15,1

Andreas Knapp in Vom Segen der Zerbrechlichkeit

Jahwe - ich bin da

Großer Gott,

Du wohnst bei uns Menschen,

Dir können wir im Glauben begegnen,

auch wenn wir Dich nicht verstehen,

Dich nicht erfassen können.

Zu groß ist dieses Geheimnis.

Du birgst Dich im goldenen Schrein,

im Zeichen der Tora, im Heiligsten,

das unsere jüdischen Ahnen besaßen.

Du bist immer schon da, wo wir sind,

so wir Dich nur suchen und ersehnen

und durchhalten auf dem mühsamen Weg.

Du trägst uns und nährst uns

durch die Wüstenzeiten unseres Lebens.

Du stillst unseren Hunger nach Sinn,

unseren Durst nach Gerechtigkeit.

Du hast unser Glück beschlossen,

das wir am Ende unseres Lebens finden –

bei Dir.

 

Irmela Mies-Suermann

Dienst Gottes am Menschen

Vielleicht ist der „wahre Gott“ ein Gott, der ganz im Dienst in dieser Welt aufgeht, der sich an die Welt verschwendet, sich darin verliert und geradezu in ihr verschwindet. Er ist kaum wahrnehmbar, um in aller Stille dem Menschen zu helfen, das sein Leben gelingt. Womöglich ist Gott deshalb Mensch geworden.
Wenn dem so ist, warum öffnet der Mensch sich dann nicht für diesen Gott? Warum findet er ihn nicht? Sucht er ihn nicht, hat er Angst vor ihm oder traut er ihm nichts zu? Er müsste sich ihm öffnen, da Gott sonst keinen Zugang zum Menschen findet. Gott respektiert die Freiheit des Menschen, sich zu verschließen und „Nein“ zu sagen. Er scheint auch hinzunehmen, dass mancher gleichgültig an ihm vorüberschlendert. Wer sich ihm aber öffnet, dem öffnet auch er sich, der bekommt alles.

Matthias Beck in Glauben - Wie geht das?

Stimmigkeit

ich

gehe den weg

und suche das leben

gehe durch die dunkelheit

folge dem licht

ich

gehe in mein haus

und suche dich

spüre

die wärme

das wunder

das licht

spüre

ich habe beides gefunden

das leben in mir

das zuhause

für dich

 

Elke von Schmude

Innehalten

Welchen Geschmack hat Leben?

Hat Leben einen Klang?

Was machen die Farben des Lebens mit mir?

 

Norbert Mothes

Segne mich, damit ich mich annehmen kann

Ich bitte um Deinen Segen, o Gott!

Segne meine Einsamkeit und Verzagtheit,

meine Müdigkeit und Ohnmacht.

Segne all diese Zweifel an mir selbst

und meinem Tun oder Lassen.

Segne sie,

damit auch ich sie annehmen kann.

So spüre ich meine Angewiesenheit auf Dich,

auf Deine Begleitung, auf Deine Liebe.

Wenn Du mich segnest, so weiß ich,

dass ich aus Dunkelheiten wieder herauskomme,

dass Dankbarkeit und Lebensfreude wieder wachsen.

Es ist gut, beide Pole zu kennen,

weil ich so die Fülle des Lebens erfahre

und andere verstehen kann.

 

Irmela Mies-Suermann
in: Pfarrbriefservice.de

Sie sind eingeladen, den Tisch des inneren Menschen mit zu decken. Reichen Sie Ihre Beiträge bitte über meine E-Mailadresse ein.

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