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Bistum Dresden Meissen

Proviant für den Tag

Nahrung für die Seele

Die Seele wohnt dem Menschen inne, sie prägt seine Einmaligkeit. Ganz verschieden hören sich ihre Melodien an. Manchmal eher tragend, manchmal schwungvoll und energiegeladen. Manchmal ist nur ein leiser, fast stiller Klang zu vernehmen. Fast lässt sich dieser Klang überhören.


Spirituelle Impulse, Gebete und Meditationen können den Dialog mit der Seele anbahnen. In der Mitte seiner selbst berührt zu werden, ist nicht planbar, nicht machbar. Mögen sich die täglichen Impulse hin und wieder als gutes Weggeleit erweisen, durch das der Tisch des Inneren Menschen nahrhaft gedeckt wird.

 

 

Du, wirkend in allen Dingen (Psalm 29)

Heilig, heilig, heilig –

Herr und Gott, Herrlicher, Du,

König ungezählter Scharen,

Vater der unermesslichen Welt.

Alles, was ist, preist Deinen Namen:

Du, den keiner geschaffen,

Du, wirkend in allen Dingen,

Du, heiliges Sein, göttliches Licht.

Te Deum laudamus! Te Deum!

 

Pirmin Hugger in dem Buch von Georg Schwikart du hörst mich  Die Psalmen in neuen Worten

gehalten

du

mit mir

suchst mich

hältst mich

du

in meinem Leben

in meinem Denken

in meinem Wollen

du

am Anfang

auf allen Wegen

am Ende

du

 

Elke von Schmude

 

Atem – nicht nur eine biologische Tatsache (3)

Wie der ständige Wechsel von Tag und Nacht ist der Atem der Ur-Rhythmus  des Lebens: ein, aus, ein aus, ein …, immer wieder, mal heftig, mal schwach, meistens gleichmäßig, immer weiter, ohne Ende … bis zum Ende.

Wir brauchen Gott als Lebensatem. Braucht Gott auch uns, die Atmenden? Ein Buch des Theologen und Journalisten Rolf Bauerdick trägt den programmatischen Titel: „Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch“. Was aber, wenn der Mensch verschwindet? Ist Gott nicht ein Gott der Begegnung? Gehören wir nicht auf eine unbeschreibliche Art zusammen? Der Atem verbindet uns.

 

Georg Schwikart in seinem Buch Du, mein Lebensatem  Die Kraft, aus der wir leben

Atem – nicht nur eine biologische Tatsache (2)

Gott will das Leben, deswegen blies er ganz am Anfang Adam in Lebensatem in die Nase und spendet seither täglich den Odem, den wir brauchen. Gott ist der erste Handelnde, wir re-agieren, indem wir dankbar unsere Existenz annehmen und gestalten in seinem Sinn. Wir atmen bewusst. Der Psalmist betet:

„Ich will dem Herrn singen mein Leben lang;

meinen Gott will ich preisen, solange ich atme“ (Psalm 104,33).  

Das ist die Art der Psalmen zu reimen, nicht mit dem gleichen Laut am Zeilenende, sondern mit parallelen Versen: „Ich will dem Herrn singen mein Leben lang“ – also, solange ich atme. Die zweite Zeile wiederholt den Inhalt in ähnlichen Worten: „… meinen Gott will ich preisen, solange ich atme“, das heißt, solange ich lebe.

Wer atmet, ist Teil von Gottes Schöpfung. Wir Glaubenden, die wir Gott suchen, ihn befragen, mit ihm hadern, an ihm zweifeln, zu ihm beten, ihn verehren, ihn nicht verstehen, ihn dennoch preisen – wir erkennen an, dass wir nicht aus uns selbst existieren, sondern aus Gott. Wir schämen uns nicht, Geschöpf zu sein. Gerhard Tersteegen, der evangelische Liederdichter und Mystiker, wollte ganz in der Gegenwart Gottes leben und dichtete die Bitte: „Du Atem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund.“ Eine Maxime für unser Dasein als Christinnen und Christen in dieser Welt.

 

Georg Schwikart in seinem Buch Du, mein Lebensatem  Die Kraft, aus der wir leben

Atem – nicht nur eine biologische Tatsache (1)

In all unseren Lebensvollzügen - von ersten Schrei bis zum letzten Hauch - spielt der Atem eine entscheidende Rolle. Für Menschen, die Gott vertrauen, ist das nicht nur eine biologische Tatsache, die keiner großen Aufmerksamkeit bedarf. Wir sehen den Atem als ein Geschenk an, das uns dauerhaft mit Gott verbindet. Der Atem ist als solcher religiös aufgeladen. Nach Sirach schuf Gott alles und

„danach blickte der Herr auf die Erde und er füllte sie an mit seinen Gütern; mit dem Atem aller Lebewesen bedeckte er ihre Oberfläche“ (Sirach16,29f).

Als ein persönliches Bekenntnis formuliert es Hiob:

„Denn der Geist Gottes hat mich erschaffen, der Atem des Allmächtigen gibt mir Leben“ (Hiob 33,4).

Und dem Apostel Paulus werden auf dem Areopag in Athen diese schönen Predigtsätze in den Mund gelegt:

„Der Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind. Er lässt sich auch nicht von Menschenhänden dienen, als ob er etwas brauche, er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt“ (Apg 17,24f).

 

Georg Schwikart in seinem Buch Du, mein Lebensatem  Die Kraft, aus der wir leben

 

 

Gott: eine Lebensgemeinschaft (4)

Sie können das Einssein mit Gott nicht „machen“, es ist Ihnen objektiv schon geschenkt. Es gibt nur Menschen, die sich bewusst auf diese Vereinigung berufen, und solche, die es (noch) nicht tun.

Der Unterschied besteht nicht darin, dass manche Menschen mit Gott verbunden sind und andere nicht. Schon der Psalmdichter fragt:

Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist,

wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?

Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort;

bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen (Psalm 139,7f.).

Wir alle sind mit Gott verbunden, aber wir wissen es nicht alle. Die meisten von uns leugnen oder bezweifeln diese Tatsache,

Wenn wir ehrlich sind, ist es einfach zu gut, um wahr zu sein. Deshalb heißt es ja auch Gute Nachricht. Aber so gut kann sie nicht sein, oder? Doch! Deshalb heißt sie so, deshalb steht sie im Ruf, eine gute Nachricht zu sein.

 

Richard Rohr in dem Buch Der göttliche Tanz  Wie uns ein Leben im Einklang mit dem dreieinigen Gott zutiefst verändern kann

Gott: eine Lebensgemeinschaft (3)

Die Bibel liefert uns keine rationale Gewissheit. Sie bietet uns aber etwas viel Besseres an, eine ganz andere Art des Wissens: eine innige Beziehung, eine Reise durch die Dunkelheit, einen Pfad, auf dem wir für uns selbst entdecken müssen, dass Gnade, Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung absolut notwendig für unser Überleben sind – in einer immer und ewig unsicheren Welt. Wir brauchen nur so viel Klarheit und festen Boden unter den Füßen, dass wir wissen, wie wir ohne Gewissheit leben können. Schließlich sind wir durch den Glauben erlöst. Menschen, die so leben, hören nie auf zu wachsen, sie sind nicht leicht unterzukriegen und es ist ein einziges Vergnügen, mit ihnen zusammen zu sein.

Richard Rohr in dem Buch Der göttliche Tanz  Wie uns ein Leben im Einklang mit dem dreieinigen Gott zutiefst verändern kann

Sie sind eingeladen, den Tisch des inneren Menschen mit zu decken. Reichen Sie Ihre Beiträge bitte über meine E-Mailadresse ein.

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