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Bistum Dresden Meissen
Blick in den Innenraum der Chemnitzer Propsteikirche. © Johannes Köst
08. September 2025

"geschaffen. gebrochen. geborgen." - Chemnitz zeigt Ausstellung zum Werk Friedrich Press' (1904–1990)

11. September bis 16. November 2025

Chemnitz. Im Kulturhauptstadtjahr 2025 widmet sich Chemnitz dem Werk des Wahl-Dresdners Friedrich Press, einem der prägenden Bildhauer der deutschen Nachkriegsmoderne. Die Ausstellung „geschaffen. gebrochen. geborgen.“ führt durch drei Orte: die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi (Innere Klosterstr. 2), die Galerie e.artis (Annaberger Str. 73) und die Propsteikirche St. Johannes Nepomuk (Hohe Str. 1).

Gerade hier, in der 1956 aus Trümmersteinen errichteten Propsteikirche auf dem Kaßberg, entfalten Press’ Plastiken ihre besondere Wirkung: Sie zeigen den Menschen in seiner Verletzlichkeit, aber auch in der Hoffnung auf Geborgenheit. Fotografien im Saal des angrenzenden Gemeindezentrums ergänzen den Rundgang mit Einblicken in zahlreiche Kirchenräume, die Press in Ostdeutschland gestaltet hat.

„Durch das Kreuz zur Auferstehung“ ist ein Kerngedanke des Schaffens von Friedrich Press. 1904 in Ascheberg in Westfalen geboren wurde er nach Studium an der Dresdner Kunstakademie zum Wahl-Dresdner und hat bis 1990 einen Großteil seines Schaffens der sakralen Kunst und der Gestaltung von Kirchenräumen in Ost- und Westdeutschland gewidmet. Der Nachlass Friedrich Press' wird vom Museum am Dom Würzburg verwaltet. Ausgewählte Exponate wurden für die Chemnitzer Ausstellung großzügig zur Verfügung gestellt.

Ein thematischer Rundgang durch St. Johannes Nepomuk

Die Ausstellung in der Propsteikirche lädt zu einer besinnlichen Begegnung mit zentralen Werken aus dem Nachlass des Künstlers ein.

  • „Christuskopf“ (1932): Ein frühes Werk, das bereits die Nähe zu Ernst Barlach und Käthe Kollwitz erkennen lässt.
  • „Christus fällt“ (1987): Ein Bild des Erschöpfens und Widerstehens, roh und fragmentarisch.
  • „Der Rufer“ (1977) und „Auferstehung III“ (1984) in der Apsis: Plastiken, die Schmerz, Schrei und Hoffnung in eine spannungsvolle Balance bringen.
  • „Frauen im Trauergestus am Grabe“ (1961): Ein Ensemble, das die Vielschichtigkeit menschlicher Trauer sichtbar macht.
  • „Kleiner Schwebender“ (1978) und „Gnadenstuhl IV“ (1985): Symbole für den Zwischenraum zwischen Verwundung und Trost.
  • „Madonna und Kind“ (1981): Ausdruck inniger Geborgenheit und mütterlicher Zuwendung.
  • „Das Jahr 1990“: Ein spätes Werk, das in seiner Bruchhaftigkeit Mahnmal und Hoffnungszeichen zugleich ist.
  • „Die Kirche Christi“ (1989): Ein kritisches Bild der Kirche als Leib Christi.
  • Kruzifix (1979): Ein Werk, das beim Eintritt in die Kirche über den Besuchenden schwebt und Tod und Auferstehung ins Gespräch bringt.

Texte von Ulrike Lynn, Clara Goedel und Benno Schäffel vertiefen die kunsthistorische wie spirituelle Deutung der Werke.

Dank an die Partner

Propst Benno Schäffel dankt dem Museum am Dom Würzburg und Gabriele Press für die großzügigen Leihgaben, Stiftungskurator Christoph Deuter für die konzeptionelle Unterstützung sowie dem Team von Clara Goedel, Ulrike Lynn, Annette Cernoch, Katharina Köst, Clemens Thasler, Ben Heidrich und Johannes Köst für die Zusammenstellung der Exponate, die Textarbeiten und die handwerkliche Umsetzung im Kirchenraum und im Saal des Gemeindezentrums.

Veranstaltungen in St. Johannes Nepomuk

  • 04.10.2025, 11–13 Uhr: Kunstspaziergang mit Pfarrerin Dorothee Lücke
  • 11.10.2025, 09:30–13:30 Uhr: Studientag der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen „Verwundbar“ mit Dr. Dr. Michael Wächter. Treffpunkt: Ev. Stadtkirche St. Jakobi (Innere Klosterstraße 2), im weiteren Verlauf Fußweg zum Gemeindezentrum St. Johannes Nepomuk (Hohe Straße 1)
  • 16.11.2025, 10 Uhr: Ökumenischer Abschlussgottesdienst und Finissage

Ausstellungskonzept

  • St. Johannes Nepomuk: Thematischer Schwerpunkt auf Plastiken und Fotografien – Gebrochenheit und Geborgenheit
  • St. Jakobi: Überblick über das gesamte Schaffen von Friedrich Press
  • Galerie e.artis: Grafiken, ergänzende Arbeiten und Katalogverkauf

Öffnungszeiten

  • St. Johannes Nepomuk, Hohe Straße 1: Di–Fr: 14–18 Uhr · So: 11–14 Uhr · und nach Vereinbarung · Tel. 0371 304085
  • St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1: Mo–Sa: 11–17 Uhr · So: 12–17 Uhr
  • Galerie e.artis, Annaberger Straße 73 (Wirkbau, Haus F, 1. OG): Di–Fr: 10–17 Uhr · und nach Vereinbarung · Tel. 0371 80007880

Eröffnung

11. September 2025, 18 Uhr: Musikalische Vesper mit Ausstellungseröffnung in St. Jakobi