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Bistum Dresden Meissen
Die Pilgerinnen und Pilger beim gemeinsamen Gruppenfoto. © Michael Baudisch
16. Oktober 2025

Zeugnis des Glaubens

Pilgergruppe begibt sich zum Wallfahrtsabschluss an die Gräber der Katakomben

Rom. Der vorletzte Programmtag der Bistumswallfahrt stand unter dem Leitwort „REDEN – Zeuge des Glaubens werden“. Nach Tagen des Gehens, Hörens und Staunens führte dieser Donnerstag die Pilgerinnen und Pilger buchstäblich in die Tiefe – hinab in die Katakomben Roms, an die Ursprünge christlicher Glaubenszeugnisse.

Stille Orte des Ursprungs

In den Morgenstunden machten sich die Busse auf den Weg entlang der Via Appia Antica, der alten Heerstraße, die einst das Herz des römischen Reiches mit dem Süden Italiens verband. Nach dem Morgenlob im Bus erreichten die Gruppen die Katakomben – unter anderem jene des heiligen Sebastian, der heiligen Domitilla und des heiligen Calixtus.

Tief unter der Erde, in den stillen, kühlen Gängen dieser unterirdischen Friedhöfe, wurde Geschichte spürbar. Hier fanden die ersten Christinnen und Christen Zuflucht und Hoffnung – Orte, an denen sie ihre Toten bestatteten und sich zum Gebet versammelten.

An den Wänden erzählen Inschriften, Symbole und Fresken von einem Glauben, der stärker war als die Angst. Vom Mut, zu Christus zu stehen, selbst wenn das Reden über ihn Verfolgung oder Tod bedeutete.

Heilige Messe an den Gräbern der Märtyrer

Im Anschluss feierte die Pilgergemeinschaft die Heilige Messe in der Basilika San Sebastiano fuori le mura, einer der sieben Hauptkirchen Roms. Sie steht über der Grabstätte des heiligen Sebastian – eines römischen Soldaten, der wegen seines Glaubens den Märtyrertod erlitt.

In seiner Predigt sagte der Bautzener Dompfarrer Veit Scapan mit Blick darauf: "Sankt Sebastian hat buchstäblich Ernst gemacht mit seinem Glauben und dafür in den Tod gegangen." Er ermutigte seine Zuhörer mit Blick auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Martyrium" gleich "Zeugnis" auch in unserer heutigen, völlig anderen Zeit ein Glaubens- und Lebenszeugnis abzulegen. "Wer Zeugnis ablegt und sich festlegt, wird angreifbar. Aber ohne Zeugen des Glaubens kann kein anderer zum Glauben kommen", so der Dompfarrer.

Nach dem Gottesdienst kehrten die Busse in die Innenstadt zurück. In kleinen Gruppen genossen sie die freie Mittagszeit – zwischen römischer Architektur, Straßenmusik und italienischem Espresso.

Musik als Glaubenszeugnis – Konzert der Dresdner Kapellknaben

Am Nachmittag folgte ein musikalischer Höhepunkt der Wallfahrt: das Konzert der mitgereisten Gruppe Dresdner Kapellknaben in der Kirche Santa Maria dell’Anima, der deutschsprachigen Nationalkirche Roms. Unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Bonath erfüllten die klaren Stimmen des zwölfköpfigen Chores den Kirchenraum mit geistlicher Tiefe und festlicher Klangfülle.

Das Konzert, zu dem auch Gäste aus der deutschsprachigen Gemeinschaft Roms gekommen waren, verband Musik und Glauben auf eindrucksvolle Weise. Der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, der ebenfalls anwesend war, richtete ein Grußwort an die Pilger und dankte den Kapellknaben für ihre „Musik, die einander verbindet“.

Abschiedsabend in Gemeinschaft

Am Abend kamen alle Pilger zum festlichen Abschiedsessen zusammen. In zwei benachbarten Restaurants in der Nähe der Spanischen Treppe wurde der Abschluss der Wallfahrt begangen, begleitet von italienischen Speisen, Lachen und Gesprächen.

Michael Baudisch

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