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Bistum Dresden Meissen
Referentin Donata Gries führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an zwei Tagen in das Thema Resilienz ein. © Annett Trepte
10. September 2026

„Steh auf und geh?“ – pastorale Dienste beschäftigen sich mit Resilienz

Jahrestagung im Bildungsgut Schmochtitz St. Benno verband fachliche Impulse mit geistlicher Begleitung und Teilnahme an sorbischer Wallfahrt

Schmochtitz/Bautzen: Wie können Menschen auch in schwierigen Zeiten widerstandsfähig bleiben? Und wie lässt sich diese Widerstandskraft stärken, um auch andere auf ihrem Weg zu begleiten? Mit diesen Fragen haben sich die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums Dresden-Meißen bei ihrer Jahrestagung vom 6. bis 9. September 2026 im Bildungsgut St. Benno in Schmochtitz beschäftigt. Unter dem Leitwort „Steh auf und geh? – Resilienz für mich und andere“ verband die Tagung fachliche Auseinandersetzung mit geistlichen Impulsen, Gebet und persönlicher Begegnung. Bischof Heinrich Timmerevers nutzte zugleich die Gelegenheit, sich persönlich von den Seelsorgerinnen und Seelsorgern seiner Diözese aus dem aktuellen Dienst zu verabschieden.

In gemeinsamen Konferenzteilen wurden aktuelle Themen beraten und anschließend in verschiedenen Berufsgruppen vertieft. Gemeindereferentinnen und -referenten, leitende und mitarbeitende Priester, Kategorialseelsorgerinnen und -seelsorger sowie Diakone kamen in eigenen Runden miteinander ins Gespräch. Dabei bot die Jahrestagung Raum, Erfahrungen aus unterschiedlichen pastoralen Arbeitsfeldern miteinander zu teilen, Herausforderungen zu benennen und gemeinsam nach Perspektiven zu suchen.

Resilienz in Bibel und Forschung

Die Referentin Donata Gries führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an zwei Tagen in das Thema Resilienz ein. Dabei verband sie biblische Zugänge mit Erkenntnissen aus der Resilienzforschung. In vier thematischen Einheiten ging es darum, die eigene Widerstandsfähigkeit wahrzunehmen und zu stärken sowie Möglichkeiten zu entdecken, wie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen konstruktiv begleitet und unterstützt werden können.

Neben den inhaltlichen Einheiten prägten Gebetszeiten und Gottesdienste den Tagesablauf. Die geistliche Begleitung übernahmen Sr. Elisabeth Magdalena Zehe OSB und P. Joachim Gimbler SJ. Vesper, Eucharistiefeiern, Laudes und Wort-Gottes-Feiern gaben der Tagung einen geistlichen Rahmen und boten Gelegenheit, die Fragen und Impulse der Tage auch persönlich vor Gott zu bringen.

Zu Gast bei der sorbischen Wallfahrt

Ein besonderer Höhepunkt der Jahrestagung war am Nachmittag und Abend des 8. Septembers die Teilnahme an der sorbischen Wallfahrt zum Fest Mariä Geburt nach Rosenthal. Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer erhielten zunächst eine Einführung in die Bedeutung des Wallfahrens für sorbische Gläubige. Nach einer geistlichen Einstimmung und dem gemeinsamen Einüben sorbischer Lieder und Gebete machten sie sich auf den Weg nach Rosenthal.

Dort feierten sie gemeinsam mit den sorbischen Gläubigen den Wallfahrtsgottesdienst, zu dem eigens auch Bischof em. Heinrich Timmerevers angereist war. Das gemeinsame Beten des Vaterunsers und des Ave Maria auf Sorbisch, aber auch die Teilnahme an der Wallfahrt eröffneten dabei einen Einblick in eine lebendige religiöse Tradition der sorbischen Lausitz und machten deutlich, wie sehr Glaube von Gemeinschaft, gemeinsamem Unterwegssein und gegenseitiger Stärkung lebt.

Austausch über die pastorale Arbeit

Der abschließende Konferenztag am 9. September stand im Zeichen des Austauschs über aktuelle Fragen der pastoralen Arbeit im Bistum Dresden-Meißen. Moderiert wurde der Tag von Christian Fischer, der seit 1. September als Leiter Kommunikation im Bischöflichen Ordinariat Dresden tätig ist.

Den Tag eröffnete Sr. M. Laetitia Klut vom Kloster St. Marienstern, welche in ihre Eigenschaft als Vorstandsmitglied gemeinsam mit Dr. Samuel-Kim Schwope die konkrete Umsetzung von Synodalität im Diözesanpastoralrat vorstellte. Auch wenn die Arbeit dieses Gremiums in der Zeit der Sedisvakanz formal ruht, werden die gemeinsamen Beratungen fortgesetzt. Anschließend gab Lena Steinjan als Projektverantwortliche Einblick in den Stand der besonderen Engagementförderung im Bistum, welche in nun fast zwölf Pfarreien des Bistums wirkt.

Nachdem das "Ergänzende Leitungsmodell" seit 21. März dieses Jahres in der Pfarrei Schleiz eingeführt ist, berichteten der Pfarrbeauftragte Gemeindereferent Benjamin Braun, mitarbeitender Priester Pfarrer Dominikus Goth, der moderierende Priester Gregor Giele und die Projektbegleitung Sr. Petra Maria Brugger von den ersten Schritten der Praxis. Daran schloss der Verantwortliche für das pastorale Personal Bertram Wolf seinen Bericht an. Er stellte die nächsten Schritte der Einführung dieses Leitungsmodells bis 2030 vor. In jedem Dekanat werden Pfarreien in das ergänzende Leitungsmodell überführt. Auf den Dekanatskonferenzen werden die aktualisierten Orientierungen für das Pastorale Personal gemeinsam beraten. Ein Studientag und zwei Videoabende im Herbst informieren über die anstehenden Veränderungen. Nachmittags wurden in den Berufsgruppen dann die unterschiedlichen Blickwinkel darauf vertieft. Franziska Mellentin aus der Schulabteilung bat die Teilnehmenden, das hoffnungsvolle Projekt des digitalen Religionsunterrichts mit voranzubringen. Die Präventionsbeauftragte Julia Eckert verdeutlichte, wie die Arbeit der Präventionsfachkräfte in den Pfarreien und Einrichtungen weiter gestärkt werden kann und wie notwendig die Aktualisierung des Institutionellen Schutzkonzepts bleibt.

Den Abschluss der viertägigen Tagung bildete die Sendungsfeier mit Segen. So endete die Jahrestagung mit dem Gedanken, der zugleich ihr Leitwort geprägt hatte: „Steh auf und geh?“ – als Ermutigung, sich den eigenen Herausforderungen zu stellen, neue Kraft zu schöpfen und gemeinsam mit anderen weiterzugehen.

Fotos: Annett Trepte
Text: BW/MB

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