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Bistum Dresden Meissen

Mediennutzung und Urheberrecht

Stand: 03/2020

Das Urheberrecht schützt den Urheber eines Werkes in seiner Beziehung zum Werk. Es gilt zu Lebzeiten und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Der Urheber hat das ausschließliche Recht sein Werk zu verwerten. In der Praxis übernehmen – mit Einwilligung des Urhebers – meist Verwertungsgesellschaften das Recht zur Verwertung.

So ist auch für die Katholische Kirche die Nutzung und Wiedergabe von urheberrechtlich geschützten Werken vertraglich zwischen den deutschen Bistümern (vertreten durch den VDD) und den Verwertungsgesellschaften teilweise geregelt.

Die Merkblätter zu den Rahmenverträgen des VDD für die katholische Kirche mit den Verwertungsgesellschaften GEMA, VG Wort, VG Musikedition sowie zum Urheberrecht allgemein können Sie auf den Internetseiten der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland mbH (WGKD) herunterladen: Zu den Merkblättern

Berechtigt zur Nutzung der urheberrechtlich geschützten Werke sind gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die Diözesen Deutschlands und ihre Einrichtungen.

Nicht pauschal geregelt sind die Rechte für Filmvorführungen.

Information der Medienanstalten zum Live-Streaming von religiösen Veranstaltungen während der Zeit des Corona-Epidemieschutzes

Es liegt im pastoralen Ermessen vor Ort, ob Livestreams angeboten werden. Das Streamen von Gottesdiensten und anderen liturgischen Feiern ist urheberrechtlich zulässig. Die Bereitstellung kann über die Internetpräsenz der Pfarrei oder über Streamingportale (YouTube, Facebook etc.) erfolgen.

Diese Regelung gilt ab 20. Okt. 2020 und geht über die bisherigen Regelungen hinaus, wonach die Streams nicht auf Pfarreiservern direkt liegen konnten. Auch die kostenfreie Weitergabe von Trägermedien (z.B. CD), auf denen Gottesdienste aufgezeichnet sind, an Pfarreimitglieder ist erlaubt.

Öffentliche Aufführung von Musikwerken - GEMA

Die GEMA ist zuständig für die Verwertung von urheberrechtlich geschützter Musik bei öffentlichen Aufführungen, also musikalischen Darbietungen vor Publikum. Unerheblich ist, ob es sich um Live- oder Tonträger-Musik handelt.

Zwischen GEMA und Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) besteht ein Pauschalvertrag, der bis Ende 2020 die Wiedergabe von Musikwerken bei „Konzert- und Gemeindeveranstaltungen“ in Einrichtungen der katholischen Kirche regelt. Detaillierte Informationen dazu sind in einem Merkblatt zu finden. 

Einzelne Veranstaltungen sind von einer Melde- und Vergütungsfrist gänzlich freigestellt. Dazu gehören ein Pfarrfest jährlich, ein Kindergartenfest jährlich, eine adventliche Feier jährlich sowie eine Seniorenveranstaltung monatlich. Jedes weitere Fest ist zwar zu melden, nicht aber vergütungspflichtig.

Konzerte der Ernsten Musik oder der liturgischen Musik wie auch Gospelgesang sind von einer Vergütungspflicht befreit. Sie sind allerdings, unter Angabe der Musikfolge, bis 10 Tage nach Veranstaltung zu melden. Auch Veranstaltungen mit Unterhaltungsmusik (z.B. Jugendveranstaltungen, Bunte Abende) können von einer Vergütungspflicht befreit sein und lediglich der Meldepflicht unterliegen: Dies gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass diese Veranstaltungen nicht überwiegend mit Tanz verbunden sind und dass die Teilnahme ohne Eintrittskosten möglich ist.

Alle sonstigen Konzerte der Unterhaltungsmusik, Tanzveranstaltungen und Bühnenaufführungen sind nicht vom Pauschalvertrag erfasst, daher zu melden (bis ca. 2 Wochen vor Veranstaltung) und zu vergüten. Auf die für Konzerte mit Unterhaltungsmusik zu zahlenden Tarife wird ein Nachlass in Höhe von 20% gewährt.

Für die Meldung der genannten meldepflichtigen Veranstaltungen bzw. Konzerte wurde mit der GEMA ein Formular („Fragebogen“) abgestimmt. Der Veranstalter sollte hier deutlich die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche verzeichnen, um von Rabatten zu profitieren. Die Mitglieds-Nummer ist bei der ersten Meldung offen zu lassen, sie wird von der GEMA bei der ersten Rechnungstellung vergeben.

Verantwortlich für die Meldung und Vergütung ist immer der Veranstalter, z.B. die Pfarrei. Werden nur die Räumlichkeiten der Kirche genutzt, liegt die Verantwortlichkeit beim externen Veranstalter. Im Zweifel sollte sich die Pfarrei dies vorab schriftlich bestätigen lassen.

Davon unberührt bleibt die Aufführung von Musik im Rahmen von Gottesdiensten oder "gottesdienstähnlichen Veranstaltungen", die über einen weiteren Pauschalvertrag bis Ende 2020 geregelt und abgegolten ist. Eine Nutzung von Musik im Gottesdienst ist also weiterhin ohne Meldung und Vergütung möglich.

Detaillierte Informationen sowie Formular zur GEMA-Anmeldung im Downloadbereich des VDD unter „Nutzung von Musikwerken bei kirchlichen Feiern“.

Vervielfältigung von Noten und Liedtexten

Gemäß Vertrag mit der VG Musikedition haben die Einrichtungen der Katholischen Kirche das Recht, urheberrechtlich geschützte Gemeindegesänge und Lieder (Texte und Noten) für Gottesdienste und gottesdienstähnliche Veranstaltungen zu vervielfältigen (vertraglich geregelt bis Ende 2019).

Erlaubte Kopien und Liedhefte

Dabei bezieht sich die Vervielfältigungsgenehmigung auf „einzelne Liedtexte“ bzw. eine Zusammenstellung einzelner Liedtexte auf einer Seite zum ein- oder mehrmaligen Gebrauch. Die Stückzahlen sind auf 1.000 begrenzt. Darüber hinausgehende Stückzahlen müssen rechtzeitig vor der Veranstaltung bei der VG Musikedition gemeldet werden.

Außerdem ist es erlaubt, Liedhefte bis max. 8 Seiten zu erstellen, diese jedoch nur zum einmaligen Gebrauch (z.B. für Hochzeiten, Taufen etc.). Ist die Seitenzahl des Heftes höher, oder der Gebrauch nicht ausschließlich für eine Veranstaltung vorgesehen, ist ebenfalls – bereits vor Druck – eine Meldung an die VG Musikedition notwendig.

Nicht erlaubte Vervielfältigung

Ausdrücklich ausgeschlossen ist die Herstellung und Nutzung von Kopien zur Sichtbarmachung mittels Overheadprojektor, Beamer o.ä.

Für Großveranstaltungen mit mehr als 10.000 Vervielfältigungen je Lied oder Liedtext müssen die Lizenzen bei der VG Musikedition gesondert eingeholt werden.

Gesonderte Vereinbarung zu wissenschaftlichen Ausgaben und nachgelassenen Werken

Zusätzlich gibt es einen Gesamtvertrag über wissenschaftliche Ausgaben und nachgelassene Ausgaben, die jeweils einen verkürzten Schutz von 25 Jahren genießen (gemäß §§ 70, 71 UrhG). Der Vertrag läuft bis 31.12.2024; die Konditionen hierfür sind bei den Ansprechpartnern des VDD bzw. der GEMA zu erfragen.

Kopierverbot für Chornoten, Instrumentalstücke etc.

Was nicht zum Gemeindegesang gehört, wird nicht durch den Vertrag abgegolten. Das Anfertigen von Kopien für Chöre, Solisten, Instrumentalisten, Organisten, Orchester oder Bands ist also ohne Erlaubnis des Rechteinhabers (Verlag, Autor) verboten. Nur legal erworbene Chorsätze und Noten dürfen verwendet werden. Auch ist die Vervielfältigung von nicht neu bearbeiteten Liedern, deren Urheberrechte abgelaufen sind, möglich.

Im Einzelfall sollte geprüft werden, ob Fotokopien die günstigste Alternative sind. Unter Umständen sind Angebote von Verlagen preisgünstiger als die Anfertigung von Einzelkopien. Die Praktikabilität beim Einsatz in Gottesdiensten ist bei regulär gekauften Noten / Notensammlungen vermutlich besser.

Detaillierte Informationen im Merkblatt VG Musikedition.

Vervielfältigung von Druckschriften

Gemäß Vertrag zwischen dem VDD und der VG Wort haben die Einrichtungen der Katholischen Kirche das Recht, urheberrechtlich geschützte Druckschriften zu vervielfältigen.

Der Vertrag regelt, dass bei Vervielfältigungen, die über den privaten Gebrauch hinausgehen, die Einholung einer Berechtigung sowie die Zahlung einer Vergütung für die betroffenen kirchlichen Einrichtungen entfallen.

Als Druckschriften gelten Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.

Zu beachten sind die zulässigen Nutzungen:

  • Aufnahme in ein eigenes Archiv
  • eigene Unterrichtung über Tagesfragen
  • sonstiger eigener Gebrauch kleiner Teile eines Werks bzw. einzelner Beiträge einer Zeitung
  • sonstiger eigener Gebrauch eines seit mind. 2 Jahren vergriffenen Werkes


Gesonderte Regelungen gibt es für die Nutzung im Schulunterricht.

Die Kopien dürfen nur für den kirchlichen Eigengebrauch verwendet werden und nicht weiter verbreitet werden.

Berechtigte aus dem Vertrag sind die Diözesen Deutschlands und ihre Einrichtungen, mit Ausnahme der Caritas.

Detaillierte Informationen im Merkblatt „VG Wort“

Public Viewing

Zur Übertragung von Fußball-Weltmeisterschaften bzw. -Europameisterschaften gibt es anlassbezogen Vereinbarungen zwischen dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und den Rechteinhabern FIFA / UEFA sowie GEMA.

Bei nicht-kommerziellem Public Viewing sind für die Übertragung keine Lizenzen bei FIFA / UEFA einzuholen.

Jedoch werden bei der Übertragung von Fußballspielen auch Musik und Kommentare öffentlich wiedergegeben, auf die GEMA und weitere Verwertungsgesellschaften urheberrechtliche Ansprüche haben. Jede Einrichtung, die Public Viewing veranstaltet, ist verpflichtet, die Veranstaltungen vorab bei der GEMA zu melden und die Vergütung unmittelbar an die GEMA zu zahlen. Dies gilt auch für nicht-kommerzielle Veranstaltungen.

Näheres ist den Veröffentlichungen im Kirchlichen Amtsblatt zu entnehmen bzw. in der Rechtsabteilung des Ordinariats zu erfragen.

Filmvorführungen

Im Sinne des deutschen Urheberrechtsgesetzes ist die kostenfreie Nutzung von Filmen auf den privaten Bereich beschränkt. Im privaten Bereich sind die Rechte zur Nutzung von Filmen mit dem Kaufpreis abgegolten. Für öffentliche Filmnutzungen dagegen benötigen Sie eine Lizenz, auch wenn der Medienträger privates Eigentum ist. Die Veranstaltungen der Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen, wie z.B. Gemeindeabende, gelten als öffentlich, da die Teilnahme einem Kreis von Personen offen steht, dessen Beziehung über persönliche Verbundenheit hinausgeht. Auch die unbeabsichtigte Nichtbeachtung des Urheberrechts lässt einen Schadenersatzanspruch entstehen.

Für Filmvorführungen haben die Bistümer keine pauschale vertragliche Regelung mit den Verwertungsgesellschaften getroffen. Die Lizenzen müssen ggf. von den Veranstaltern (Pfarreien / kirchlichen Einrichtungen) selbst eingeholt werden.

Um rechtlich abgesichert zu sein und von günstigen Konditionen zu profitierten, empfehlen wir die Nutzung von Medienportalen wie dem Katholischen Filmwerk (kfw). Diese übernehmen den Verleih und/oder die Lizenzierung.