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Bistum Dresden Meissen
Bischof Joachim Reinelt wirkte als 48. Bischof des Bistums Dresden-Meißen von 1988 bis 2012. © Andreas Gäbler
30. September 2026

Die Freude am Glauben leben: Dresdner Altbischof Joachim Reinelt kann 90. Geburtstag feiern

Geburtstag am 21. Oktober. Dankgottesdienst am 25. Oktober.

Dresden. Seinen 90. Geburtstag kann Bischof emeritus Joachim Reinelt am Mittwoch, 21. Oktober 2026, feiern. Aus diesem Anlass sind alle Gläubigen, Wegbegleiter und Interessierten am darauffolgenden Sonntag, 25. Oktober, um 18 Uhr sehr herzlich zu einem festlichen Dankgottesdienst in die Dresdner Kathedrale eingeladen. Im Anschluss besteht bei einem Empfang im nahegelegenen Haus der Kathedrale (Schloßstr. 24) Gelegenheit zur Begegnung, und um Altbischof Reinelt persönlich zu gratulieren.

Der beliebte Oberhirte leitete das Bistum Dresden-Meißen vom 20. Februar 1988 bis zum 20. Februar 2012. 24 Jahre lang hat er die sächsisch-ostthüringische Diözese maßgeblich geprägt. Sein Amtsantritt erfolgte noch während des Bestehens der DDR unter den Beschränkungen des Sozialismus. Durch die turbulenten Ereignisse der Friedlichen Revolution führte er sein Bistum in enger Abstimmung mit den evangelischen Glaubensgeschwistern hindurch und nutze nach dem Wiedererlangen der Deutschen Einheit couragiert die Chancen der neuen Zeit.

Seelsorger mit Ortskenntnis

Das Bistum Dresden-Meißen war seit seiner Kindheit in vieler Hinsicht seine Heimat. Die Gegend, seine Menschen, ihr Denken und Fühlen waren ihm vertraut, und sie haben ihm vertraut. Als Bischof blieb er volksnah, bodenständig und zugewandt. So gewann er die Herzen der Sachsen und Thüringer und erreichte mit seiner umgänglichen Art auch viele, die sonst keinen Kontakt zu Kirche und Glauben hatten.

Bischof Reinelt erlebte einschneidende gesellschaftliche Veränderungen mehrfach hautnah mit. Er erinnert sich an Unterdrückung und Zusammenhalt der Kirche zu DDR-Zeiten. Er kennt aber auch die Aufbruchsstimmung der Friedlichen Revolution und die Hoffnungen wie Herausforderungen der Deutschen Wiedervereinigung bis zum heutigen Tag.

Die Freude am Glauben lebt er voll Überzeugung als Priester vor. Bei guter Gesundheit ist er aus der Gewissheit der eigenen Geborgenheit in Gott heraus weiterhin als Seelsorger für die Menschen da.

Gebürtiger Schlesier, aufgewachsen in Radeberg

Geboren wurde Joachim Reinelt am 21. Oktober 1936 in Neurode in der Grafschaft Glatz in Niederschlesien. Die Wirren des Zweiten Weltkriegs verschlugen den Jungen mit seiner Familie nach Radeberg in Sachsen, wo er ein neues Zuhause fand und aufwuchs. Dabei fand er in der Radeberger St. Laurentius-Kirche als engagierter Katholik und Ministrant bereits seit frühester Kindheit eine geistige Heimat.

Am 29. Juni 1961 empfing er durch Bischof Otto Spülbeck im St. Petri-Dom zu Bautzen die Priesterweihe. Es folgten Kaplansjahre in Gera und Freiberg, ehe er von 1964 bis 1966 Pfarradjutor in Ebersbach und anschließend bis 1970 Kaplan an der Hofkirche zu Dresden wurde. Ab 1970 war er als Pfarradministrator in Freiberg – in einer sogenannten Teampfarrei – tätig. Von 1974 bis 1986 wirkte er als Pfarrer in Altenburg und war von 1980 an auch dort Dekan. 1986 berief ihn Bischof Gerhard Schaffran zum Diözesan-Caritasdirektor und Ordinariatsrat in Dresden.

1988 Bischofsweihe in Dresden

Papst Johannes Paul II. ernannte Joachim Reinelt am 25. Januar 1988 zum 48. Bischof von Dresden-Meißen. Am 20. Februar 1988 empfing er durch Bischof Gerhard Schaffran in der Dresdner Kathedrale die Bischofsweihe. Als seinen Leitspruch wählte er "Jesus in medio" – eine Kurzfassung des Bibelwortes "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20) Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz war er als Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen und Stellvertretender Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen tätig.

Die Chancen der Friedlichen Revolution nutzen

Joachim Reinelt steuerte das Bistum Dresden-Meißen durch die ereignisreichen Jahre der Wendezeit 1989/90. Mit Leipzig, Dresden und dem vogtländischen Plauen lagen zentrale Orte der Friedlichen Revolution in seiner Diözese. Neben den Chancen der deutschen Einheit, dem Aufbau neuer kirchlicher Strukturen, der Sanierung und dem Bau von Kirchen und kirchlichen Häusern, der Gründung katholischer Schulen, dem Katholikentag 1994 in Dresden oder der Seligsprechung des sorbischen Kaplans Alojs Andritzki 2011 fielen in seine Amtszeit allerdings auch die ersten Erkenntnisse zum Umfang des kirchlichen Missbrauchsskandals.

Geprägt von der Fokolar-Gemeinschaft

In seiner Spiritualität ist Joachim Reinelt geprägt von der Gemeinschaft der Fokolarbewegung, der er eng verbunden ist. Er förderte auch das Wirken weiterer Geistlicher Gemeinschaften sowie zahlreicher Orden in seinem Bistum.

2011 wurde er als „wichtiger Wegbereiter und Begleiter der Bürger der DDR, die sich im Herbst 1989 ihre Freiheit erkämpft haben“ mit der Sächsischen Verfassungsmedaille ausgezeichnet. 2012 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

Auch im Ruhestand aktiv

Zum 20. Februar 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an. Seither lebt er als emeritierter Bischof weiterhin in Dresden in Sichtweite zur Elbe und ist zu Gottesdiensten und Firmungen weiterhin gerne im Bistum unterwegs. Privat liebt der bis agile und unternehmungslustige Seelsorger das Reisen, das Wandern und E-Bike-Fahren. Er interessierte sich für Kunst, Kultur und gute Bücher.

Das Bistum Dresden-Meißen gratuliert von Herzen und wünscht seinem Bischof emeritus Joachim Reinelt weiterhin viel Gesundheit, die tiefe Freude am Glauben und Gottes reichen Segen!

MB

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