„Maritimer Glaube“ – Singend gemeinsam unterwegs
Chorwallfahrt 2026 des Diözesanen Cäcilienverbandes e.V. über den Tag der Deutschen Einheit führte in den Hohen Norden
Dresden/Greifswald. Aus allen Regionen des Bistums Dresden-Meißen waren Chor-Singende der Einladung gefolgt – wir machen uns auf den Weg in den Nordosten Deutschlands und durchstreifen singend und betend die seit 2020 mit 3.200 km² „flächenmäßig größte Pfarrei Deutschlands“ St. Bernhard (Sitz in Stralsund), denn von Sellin (Rügen) bis Altentreptow sind es 130 km. Wo Tausende aus Deutschland und weit darüber hinaus jährlich Urlaub machen, an den Stränden von Rügen und Usedom oder in den alten Hansestädten und den Dörfern umher, waren drei Reisebusse mit knapp 150 Sängern für fünf Tage über den „Tag der deutschen Einheit“ unterwegs.
Das „Basislager“ war für vier Nächte ein Hotel am Stadtrand von Greifswald – von dort ging es neben „HGW“ (Hansestadt Greifswald) in einem kompakten Programm in die Hansestädte Stralsund und Anklam, nach Zinnowitz und manch anderen Ort am Wege – auch Benz mit seiner schönen Usedomer Dorfkirche, die alten Klöster Chorin und Eldena/Wieck oder die Schinkelkirche Straupitz am Spreewaldrand gehörten zum bunten Programm.
Singende Pilger
Das Wallfahrtsmotto war Programm der Tage mit Impulsen und Fragen im Bus, geistlichem Morgen-, Mittags- oder Abendlob und verschiedenen Gottesdiensten an den Zielorten – das „maritime“ kam natürlich besonders zum Tragen in Stralsund (nicht nur wegen der bekannten Dreifaltigkeits-„Press“-Kirche) oder im vermutlich allseits bekannten St. Otto-Haus Zinnowitz und seiner Umgebung.
Jeder Tag hatte seine Überschrift und die Lesungen und Fürbitten (aus Vorstand und den Busbesatzungen) und Impulse durch Diakon Tauchert gaben wichtige Denkanstöße – es waren singende Pilger unterwegs, „Poverellos“ gewissermaßen, denn es war nach dem Nationalfeiertag auch der 800. Todestag des Heiligen Franziskus. Unverzichtbarer Begleiter war überall das Notenheft mit 33 Liedern – und es gab unterwegs auch manche verbindende Probenstunde des „temporären“ Bistumschores.
Chor-Flashmob
Zum Gruppenfoto auf der Seebrücke von Koserow am 3. Oktober ging‘s auch ohne Heft – spontan gab es einen „Chor-Flashmob“ mit zwei Titeln, wachsender und erfreut-neugieriger Zuschauerzahl – und dem bekannten Kanon „Dona nobis pacem“, in den viele der Brückenbesucher gern und mit lächelnden Gesichtern einstiegen. Wir waren – ohne es vordergründig zu wollen – als „missionarisch-maritime Botschafter“ aufgefallen!
Höhepunkte der Fahrt? Vielleicht waren es neben den „großen“ Stadtführungen und Museums- und Klosterbesuchen auch ein Lied oder Kanon, eine Fürbitte oder Gebetsimpuls, ein Gespräch bei Kaffee, Fischbrötchen oder einem Getränk, eine Schlummerpause im Bus oder Fußspuren eines Kindes oder einer Möwe im Usedomer Sand?
Mein Fazit nach der späten, persönlichen Premiere bei den traditionellen Chorwallfahrten (und als Busbetreuer): DANKE an die „Kümmerer“ im Vorfeld, die Begleiter während der Fahrt, die besuchten Gemeinden für die überaus freundliche Aufnahme – und Christophorus und unsere Schutzengel! Und die, die uns gefahren haben und fahren ließen! Eine freundlich-dringende Bitte in die Zukunft an die Sänger (und besonders Chorleiter): Termin 2030 um den 3. Oktober vormerken und anmelden – und: Singt weiter und steckt andere an!
Text: Michael Hirschmann, Dresden