Menü
Bistum Dresden Meissen
Theologe und Autor Rainer Oberthür. © Michael Baudisch
03. November 2026

Was und wer und wie ist Gott? – Religionslehrkräfte gehen mit Rainer Oberthür auf Gottsuche

Jahrestagung in Dresden verband theologische Impulse mit praktischen Unterrichtsideen und persönlichen Zugängen zur Gottesfrage

Dresden. Was und wer und wie ist Gott? Mit dieser grundlegenden Frage beschäftigten sich rund fünfzig katholische Religionslehrkräfte aus dem Bistum Dresden-Meißen am Dienstag, 3. November 2026, bei ihrer Jahrestagung im Haus der Kathedrale in Dresden. Der Religionspädagoge, Theologe und Autor Rainer Oberthür stellte dabei das Leitwort „Als Gottsucher und Sinnentdecker auf dem Weg zum Verborgenen“ in den Mittelpunkt. Sein Vortrag und verschiedene Workshops eröffneten vielfältige Zugänge zur Gottesfrage und gaben Anregungen für die Gestaltung des Religionsunterrichts.

Die Frage nach Gott als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Tagung war die Überzeugung, dass die Frage nach Gott ein zentraler Dreh- und Angelpunkt des Religionsunterrichts bleibt. In ihr spiegeln sich grundlegende Fragen des Menschen zu seinem Leben und dem Sinn des Daseins. Rainer Oberthür griff diese Gedanken in seinem Vortrag auf. Er nutzte dabei Grundlagen seines Buchs „Die Gottsucher“ (Kösel Verlag, 2024), in dem er das mittelalterliche „Buch der 24 Philosophen“ neu erzählt. Dabei verbindet der Autor dessen außergewöhnliche Antworten auf die Gottesfrage mit den Perspektiven und Gedanken von Kindern. Illustrationen von Barbara Nascimbeni ergänzen den Zugang um eine eigene bildnerische Ebene. Neben theologischen Hintergründen und persönlichen Überlegungen zeigte Oberthür dabei auch Wege und Materialien für die unterrichtliche Praxis auf.

Workshops als Praxisteil

In vier Workshops konnten die Teilnehmenden anschließend unterschiedliche Aspekte der Gottsuche vertiefen. Dr. Sylvia Kleeberg-Hörnlein widmete sich dem didaktischen Potenzial von Schülerfragen und der Förderung von Fragekompetenz. Rainer Oberthür stellte weitere kreative Zugänge zur Gottesfrage vor. Ina Kollbeck erschloss mit Impulsen der französischen Mystikerin Madeleine Delbrêl (1904–1964) das Bild von Gott, der zum Tanz einlädt. Sebastian Mutke beschäftigte sich unter dem Titel „Machtvoll hat er sich kundgetan“ mit Psalm 145,12 und der Frage, wie verantwortungsbewusstes Vorbildlernen im schulischen Unterricht angesichts von Macht und Ohnmacht gelingen kann.

Die Jahrestagung machte deutlich: Religionsunterricht lebt nicht nur von vermitteltem Wissen, sondern auch von der Bereitschaft, gemeinsam Fragen zu stellen, nach Sinn zu suchen und sich dem Geheimnis Gottes anzunähern. Dabei sind auch die Lehrenden selbst immer wieder als Gottsucher und Sinnentdecker unterwegs. Mit einem gemeinsamen Tagungsabschluss und dem Reisesegen endete die Veranstaltung am Nachmittag.

Text/Fotos: Michael Baudisch

Bildergalerie