275 Jahre Dresdner Hofkirche
Das Jubiläumsjahr 2026 lädt dazu ein, die Kathedrale Ss. Trinitatis neu zu entdecken – als einen Ort, an dem sich Liturgie, Glaube, Geschichte, Kunst und Musik auf besondere Weise begegnen. Die Hofkirche wurde ab 1739 von Gaetano Chiaveri erbaut und 1751 geweiht; heute ist sie die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen und einer der prägendsten Kirchenräume Sachsens.
Mit großen musikalischen, geistlichen und kulturellen Höhepunkten erinnert das Jubiläum nicht nur an die Geschichte dieses außergewöhnlichen Ortes – es zeigt auch, wie lebendig er bis heute ist: als Raum des Hörens, Feierns, Fragens und Entdeckens. So wird aus einem historischen Datum eine Einladung an viele: die Kathedrale neu zu erleben.
Programmschwerpunkte 2026
Das Jubiläum wird über drei große öffentliche Höhepunkte getragen, ergänzt durch Bildungs- und Entdeckungsformate der Katholischen Akademie.
Hintergründe zur Bibel (Ergänzende Informationen zum Projekt 275 Jahre - 275 Stimmen)
Die Bibel als Buch der Bücher
Die Bibel als Buch der Bücher
Das Wort Bibel kommt vom griechischen Wort biblia. Das heißt übersetzt mehrere Bücher. Die Bibel ist nur auf den ersten Blick ein Buch. In ihr ist eine ganze Bibliothek von insgesamt 73 sehr unterschiedlichen Büchern enthalten.
Die Bibel besteht aus zwei Hauptteilen: dem sogenannten Alten (oder Ersten) Testament und dem sogenannten Neuen (oder Zweiten) Testament. Das Wort Testament bedeutet „Bund“. Die Teile wurden so genannt, da es jeweils um einen Bund geht, den Gott mit den Menschen schloss. Im Alten Testament geht es um den Bund Gottes mit dem Volk Israel, im Neuen Testament geht es um den neuen Bund, der durch Jesus Christus begründet wurde.
Der erste Teil, das Alte Testament, ist eine Sammlung von 46 unterschiedlichen Büchern, die in vier Gruppen zusammengefasst werden: Tora, Geschichtsbücher, Weisheitsbücher und Psalmen, Prophetenbücher. Die Bücher des Alten Testamentes wurden ursprünglich größtenteils auf Hebräisch verfasst. Das Neue Testament, das ursprünglich auf Griechisch geschrieben wurde, schließt 27 einzelne Schriften ein – Evangelien, Apostelgeschichte, Apostelbriefe, Offenbarung.
Erich Zenger (1939–2010), einer der bedeutendsten alttestamentlichen Bibelwissenschaftler seiner Zeit, verwies darauf, dass beide biblischen Teile eine gemeinsame innere Struktur haben:
Altes Testament
Neues Testament
Grundlage
Tora
Evangelien
Vergangenheit
Geschichtsbücher
Apostelgeschichte
Gegenwart
Weisheitsbücher, Psalmen
Apostelbriefe
Zukunft
Prophetie
Offenbarung
Die biblischen Bücher entstanden in einem Zeitraum von ungefähr 1.000 Jahren. Älteste Texte stammen vermutlich aus dem 9. Jahrhundert vor Christus und die jüngsten Texte des Neuen Testamentes sind am Anfang des 2. Jahrhunderts entstanden. Insbesondere die älteren Texte haben dabei eine komplizierte Entstehungs- und Redaktionsgeschichte. Einzelne Bücher stehen im Gespräch.
Die Bibel ist nicht nur für gläubige Menschen wichtig, sie hat die gesamte abendländische Kultur geprägt. Für Christinnen und Christen ist sie Gottes Wort im Menschenwort. Sie dient als Richtschnur für den Glauben und als Orientierung im Leben.
Die Bedeutung der Bibel kann man auch mit folgenden Wortverbindungen beschreiben:
1. Bibel als Grundurkunde des christlichen Glaubens
In den biblischen Büchern ist die Geschichte Gottes mit den Menschen überliefert. Die Lektüre der biblischen Texte ist für Gläubige daher nicht nur ein Sich-Bekannt-Machen mit Informationen, sondern auch eine Erinnerung an die heilsgeschichtlichen Ereignisse, die für den christlichen Glauben von großer Bedeutung sind.
2. Bibel als Zeugnis der Selbstoffenbarung Gottes
In der Bibel wird ein weiter Bogen gespannt. Sie beginnt mit theologischen Erzählungen über den Anfang der Welt. Am Ende steht im Buch der Offenbarung die Hoffnung auf die Zukunft, in der alle Menschen in Frieden und in voller Gemeinschaft mit Gott leben werden. Dieser große Bogen der Geschichte Gottes mit den Menschen wird in unterschiedlichen literarischen Formen erzählt – in Gedichten und Hymnen, in Gebeten, in großen Kompositionen und in kurzen Texten, in mahnenden Worten der Propheten, in existenziellen Texten, in Briefform, in Evangelien.
3. Bibel als Ausdruck von Erfahrungen, die Menschen mit dem lebendigen und liebenden Gott in der Geschichte gemacht haben
Diese Erfahrungen bleiben uns durch die Verschriftlichung dieser Erfahrungen und durch die Überlieferung präsent.
4. Bibel als lebendiges Wort
Biblische Texte sind nicht nur als Träger einer Information zu verstehen, sondern sie sprechen in unsere aktuelle Situation hinein und zielen auf Veränderung und Bereicherung des Menschen und seiner Lebenswirklichkeit ab.
In der Bibel findet man auch Texte, die Gewalt oder irritierende Moralvorstellungen enthalten. Der Umgang mit solchen Texten stellt eine der größten Herausforderungen bei der Bibellektüre dar. Dabei ist zu beachten, dass diese Texte in einer Zeit entstanden sind, in der andere Moral- und Rechtsvorstellungen herrschten. Die Texte spiegeln die Lebensrealität und das Wissen der damaligen Autoren wider. Darüber hinaus ist bei der Lektüre der literarische Stil und die literarische Funktion der Texte zu berücksichtigen: Manche schwierigen Geschichten (wie im Buch der Richter) sind als Warnung, nicht als Vorbild zu verstehen. Die biblische Botschaft ist zudem im Ganzen zu lesen. In der christlichen Tradition wird die Bibel vom Zentrum der Botschaft her ausgelegt – für Christinnen und Christen ist das die Botschaft und das Handeln Jesu, in deren Zentrum Vertrauen auf liebenden und barmherzigen Gott sowie Gottes- und Nächstenliebe stehen. Bibeltexte dürfen und müssen gegeneinander abgewogen werden. Schwierigen Passagen werden durch das Gebot der radikalen Nächstenliebe (vgl. z. B. in der Bergpredigt) quasi „überstimmt“. Umstrittene Passagen sind stets in das Gesamtbild eines barmherzigen Gottes zu integrieren.
Die Bibel ist „ein Lebensbuch. Sie kennt alle Höhen und Tiefen menschlichen Lebens und schenkt Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen bis heute Antworten auf ihre grundlegendsten Lebensfragen, Orientierung, Trost und Hoffnung für ihren Alltag“ (Basis Bibel).
Quellen:
Die Bibel: das Buch der Bücher. Online: https://www.ekd.de/Bibel-10807.htm
Bonifatiuswerk (Hg.): Kirche im Kleinen – Die Bibel entdecken: Das Alte Testament
Bonifatiuswerk (Hg.): Kirche im Kleinen – Die Bibel entdecken: Das Neue Testament
Bonifatiuswerk (Hg.) – Katholisches Bibelwerk: Bibel einfach lesen: Hilfe für Lektorinnen und Lektoren
Was ist die Bibel? Online: https://katholisch.de/video/10364-was-ist-die-bibel
Weiterführende Hinweise (zur Bibel, zu einzelnen biblischen Büchern, zum Bibellesen, zu weiterführenden Publikationen):
Homepage vom Katholischen Bibelwerk: https://www.bibelwerk.de/verein/