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Bistum Dresden Meissen
V.l.n.r.: Prof. Thomas Lennartz, Sebastian Freitag, Hansjürgen Scholze. © privat
19. August 2026

Drei Dresdner Domorganisten spielen gemeinsames Konzert

am Freitag, 4. September, um 19.30 Uhr in der Dresdner Kathedrale

Dresden. Zu einem Orgelkonzert mit dem aktiven Domorganisten Sebastian Freitag und zwei seiner Vorgänger auf diesem Posten - Hansjürgen Scholze und Thomas Lennartz - wird am Freitag, den 4. September um 19.30 Uhr in die Dresdner Kathedrale eingeladen. Der Eintritt bleibt frei, es wird aber um eine Spende für die Kirchenmusik gebeten.

Zum Grundgedanken des Konzerts informiert Domorganist Sebastian Freitag:

Die Ausgangssituation ist zunächst völlig normal: Jemand geht in den Ruhestand oder wechselt die Stelle, und somit kommt es zu einer Neuausschreibung und Neubesetzung. So passiert es selbstverständlich auch an einer Domorganisten-Stelle. Der Älteste unter den Interpreten ist Hansjürgen Scholze, der seit 1972, ein Jahr nach Wiederaufstellung der Silbermannorgel, 36 Jahre lang Inhaber der damals neu eingerichteten Stelle eines Domorganisten war und in dieser Funktion auch die umfassende Restaurierung der Orgel 2001/2002 begleitete.

Ihm folgte 2008 Thomas Lennartz, der die Stelle bis 2014 innehatte, ehe er auf eine Professur an die Hochschule für Musik und Theater nach Leipzig berufen wurde. 2015 wurde Johannes Trümpler der neue Stelleninhaber, der 7 Jahre später aber wieder eine Dekanatsstelle in der Eifel, seiner Heimat, antrat. Seit 2022 sitzt der gebürtige Paderborner Sebastian Freitag an der Silbermann Orgel.

Hier in Dresden ist es die besondere Ausgangssituation, dass zwei der Vorgänger, eben Hansjürgen Scholze und Thomas Lennartz, nach wie vor in Dresden leben und mit einer Selbstverständlichkeit auch im Ruhestand bzw. neben der Arbeit noch tatkräftig als Vertreter an der Silbermann-Orgel zu hören sind. Selbstverständlich ist das allerdings gar nicht! Nicht selten hört und liest man, dass es zu Unstimmigkeiten oder gar zu Auseinandersetzungen zwischen Vorgängern und amtierenden Stelleninhabern kommt. Manchmal führt dies bis zum Spielverbot für die Vorgänger. Gänzlich anders verhält es sich an der Kathedrale in Dresden: Freundschaftlich tief verbunden sind die Organisten, regelmäßig im Austausch. Jeder schätzt den anderen Kollegen mit seinen eigenen Schwerpunkten und Interessen. Miteinander stimmen sie die Orgel, registrieren sich gegenseitig bei Konzerten, haben jederzeit uneingeschränkten Zugang zur Silbermann-Orgel.

Dieses gute Miteinander führte bereits zwei Mal zu einem gemeinsamen Konzertabend: 2023 spielten sie zu dritt die drei großen Orgelwerke von Franz Liszt, 2024 gestalteten sie ein Konzert mit Transkriptionen für Orgel.

Am Freitag, den 04. September, treten Hansjürgen Scholze, Thomas Lennartz und Sebastian Freitag wieder einmal gemeinsam auf.

Um Johann Sebastian Bach kommt man nie herum! Sebastian Freitag wird das Konzert mit Präludium und Fuge D-Dur eröffnen - ein festliches und zugleich heiteres Orgelwerk! Mit der Fantasie "Von Gott will ich nicht lassen" von Bert Matter (*1937) spielt Sebastian Freitag ein Werk, das er bereits bei seinem Bewerbungskonzert vorgetragen hat. Im Stil der Minimal-Musik lassen sich dabei der 270 Jahre alten Orgel ganz ungewohnte Klänge entlocken, die mit sieben Sekunden Nachhall in der Kathedrale ganz besonders zur Geltung kommen.

Hansjürgen Scholze wird ein Stück spielen, dass er anlässlich der Wiedereinweihung der Orgel nach der Restaurierung im Jahr 2002 von dem niederländischen Organisten Ewald Kooimann kennengelernt hat: Thema mit 18 Variationen von Johann Schneider. Dieses 20minütige Werk wurde vor 250 Jahren komponiert und von Scholze hier an der Silbermann Orgel auch auf einer CD eingespielt.

Thomas Lennartz wird mit einer Sonate von Gustav Adolf Merkel einen ehemaligen Dresdner Hoforganisten zum Klingen bringen. Merkel verarbeitet in seiner Orgelsonate die Choräle "Aus tiefer Not schrei ich zu Dir" und "Wie schön leuchtet der Morgenstern".