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Bistum Dresden Meissen
Kolpingmitglieder auf dem Weg zur Wallfahrtskirche in Rosenthal. © Rafael Ledschbor
31. August 2026

Zusammenwachsen und zusammen wachsen

Dankwallfahrt des Kolping-Diözesanverbandes Dresden-Meißen/Görlitz nach Rosenthal

Rosenthal/Kamenz. Zukunft und Zusammenhalt hat ein Verband nur, wenn er nicht nur organisatorisch zusammenwächst, sondern auch gemeinsam im Glauben wächst und aus dieser Haltung heraus strahlkräftig in die Gesellschaft wirkt. Darauf wies der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt am Sonntag, 30. August, in Rosental hin. Nach einem zweijährigen Prozess haben sich die Kolping-Diözesanverbände der Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz zusammengeschlossen. Seit März bilden sie gemeinsam den Kolping-Diözesanverband Dresden-Meißen/Görlitz. Nun feierten die Mitglieder ihre erste gemeinsame Wallfahrt.

Die Diözesanvorsitzende Maria Rädler sagte zu den Teilnehmern in der voll besetzten Wallfahrtskirche: „Wir haben uns bereits vor zwei Jahren auf den gemeinsamen Weg gemacht, der heute seinen feierlichen Abschluss findet. Ab jetzt heißt es zusammenwachsen.“ Zudem begrüßte sie Gäste der Kolpingverbände aus Augsburg, Hildesheim, Berlin, der Region Ost sowie vom Bundesverband.

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers, der dem Gottesdienst als Hauptzelebrant vorstand, betonte zu Beginn: „Ich finde, es ist ein sehr mutiger Schritt unserer beiden bisherigen Verbände, sich miteinander zu verbinden und künftig gemeinsam zu gehen.“ Er fügte hinzu: „Ich glaube, dass der Herr selbst uns zusammenführt.“ Am Anfang des Gottesdienstes weihte er sowohl das neue Diözesanbanner als auch das Banner der Kolpingjugend. Dazu bemerkte er: „Die beiden Banner sollen uns daran erinnern, dass wir gemeinsam unterwegs sind und dabei auf die Fürsprache von Adolph Kolping vertrauen dürfen.“ Im Altarraum waren rund 40 Kolpingbanner versammelt, die beim feierlichen Einzug getragen worden waren.

Feuer des Glaubens

Bischof Ipolt wies in seiner Predigt auf die doppelte Bedeutung des Wallfahrtsmottos „Zusammen wachsen“ hin: „Man kann es so oder so betonen: zusammenwachsen, damit man mal eins wird, oder zusammen wachsen auf Christus hin.“ In Anlehnung an den seligen Adolph Kolping führte er aus: „Immer, wenn wir uns von Gott packen und führen lassen und das Feuer des Glaubens in unseren Herzen brennt, werden wir auch aufmerksam für die Nöte unserer Gegenwart.“ Er regte an: „In jeder Kolpingfamilie muss es die Offenheit für Gott geben.“ So könne Gott die Herzen berühren, die Augen öffnen und zeigen, wo er jeden Einzelnen heute braucht.

Zudem forderte Bischof Ipolt zum Nachdenken auf: „Sind wir dem Willen Gottes treu oder haben wir uns dem Mainstream angepasst, um nicht aufzufallen? Haben wir noch den Mut zu einer eigenen Meinung und vertreten wir diese auch vor anderen?“ Gerade mit Blick auf den Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum Tod sowie den Umgang mit Leid und mit den Grenzen des Lebens ermahnte der Bischof, brauche es mehr denn je überzeugende christliche Stimmen. Er rief die Kolpingschwestern und -brüder dazu auf, sich über diese Themen auszutauschen und gemeinsam Antworten aus dem Glauben zu finden.

Im Glauben reifen

„Wir haben das Evangelium in mancher Hinsicht weichgespült, damit es uns passt und damit wir gut leben können“, bemängelte Bischof Ipolt. Mit Blick auf das Evangelium des Sonntages, in dem Jesus zu Petrus sagt, er solle hinter ihn treten, erklärte der Prediger: „Wenn wir das Wort Jesu ernst nehmen, bleiben wir in seiner Spur und gehen keine eigenen Wege.“ Und er fügte hinzu. „Das heißt ja letztlich Nachfolge.“ Abschließend griff er das Motto „Zusammen wachsen“ noch einmal auf und wünschte dem neuen Verband, dass er gemeinsam im Glauben reife: „Denn nur wer wachsen will, wird auch auf Dauer Bestand haben und ausstrahlen an allen Orten, wo das Werk Adolf Kolpings präsent ist.“

Am Ende des Gottesdienstes zeichnete Martin Rose, ehrenamtliches Mitglied im Bundesvorstand von Kolping Deutschland, Elvira Nowatius aus der Kolpingfamilie Leipzig-Schönefeld mit dem Ehrenzeichen von Kolping Deutschland aus. Er würdigte damit ihr mehr als 40-jähriges Engagement in der Kolpingfamilie, in der Pfarrei sowie im gesellschaftlichen Umfeld. Zuvor war sie auch im Diözesanvorstand des Bistums Dresden-Meißen aktiv gewesen.

Nach dem Gottesdienst kamen die Kolpingfamilien auf der Wiese neben der Kirche zusammen, um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen. Mit einer Andacht am frühen Nachmittag endete die erste gemeinsame Wallfahrt des neuen Kolping-Diözesanverbandes Dresden-Meißen/Görlitz.

R. Ledschbor/Katolski Posol

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