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Bistum Dresden Meissen
15. Juli 2026

Ein Regenbogen mit Lücken

Gottesdienst zum CSD Leipzig

Bereits zum vierten Mal feierten die Katholische Jugend Leipzig und die Propsteigemeinde am 12. Juli 2026 einen Gottesdienst zum Christopher Street Day. Im Mittelpunkt stand die Zusage: Gottes Liebe gilt allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Identität.

Gefeiert wurde der Gottesdienst mit Bistumsjugendseelsorger Michael H. Kreher und Jugendreferent Stefan Plattner. Für die Musik sorgte die Jugendband BoniBeatz aus der Pfarrei St. Bonifatius Leipzig. Zum Vorbereitungsteam gehörten Max Friedrich, Kevin Junghans, Paula Junghans und Marcel Weinert.

Im Mittelpunkt stand eine von Marcel Weinert gestaltete Kerze. Auf ihr ist ein Regenbogen zu sehen, der nicht vollständig geschlossen ist. Die Lücken erinnern daran, dass queere Menschen in der Kirche häufig verletzt, ausgegrenzt oder übersehen wurden. Das goldene Kreuz steht zugleich für Gottes bleibende Zusage: Sein Bund gilt allen Menschen. Während der CSD Woche brennt die Kerze in allen Gottesdiensten der Propsteikirche.

In seiner Predigt griff Stefan Plattner das Gleichnis vom Sämann auf. Die verschiedenen Böden wurden dabei zu Bildern für Erfahrungen queerer Menschen. Harter Boden zeigt sich dort, wo Gespräche verweigert werden. Dornen wachsen dort, wo Menschen sich verstecken müssen, wo das Wort „schwul“ als Beleidigung verwendet wird oder wo über queere Menschen gesprochen wird, statt mit ihnen.

Guter Boden entsteht dagegen dort, wo jemand sagt: „Erzähl mir von dir. Spannend. Ich will dich verstehen, wie du lebst und liebst.“ Er entsteht dort, wo Eltern ihrem Kind sagen: „Ich liebe dich, egal wen du liebst.“

Niemand sei jedoch nur harter oder nur guter Boden. „Es gibt Zeiten, da will ich verstehen. Und Zeiten, da will ich lieber recht behalten.“ Deshalb brauche es manchmal ein inneres Pflügen, das festgefahrene Überzeugungen lockert. Denn: „Irritation ist größte Wachstumschance.“

Der Sämann im Evangelium wartet nicht auf ideale Bedingungen. Er sät großzügig und verschwenderisch. Vielleicht, so Plattner, weil auch Gott so ist: „Gottes Liebe ist verschwenderisch.“

Zum Abschluss sprach Sebastian Thiele im Namen des Vorstandes des CSD Leipzig e. V. ein Grußwort. Beim anschließenden Empfang mit Getränken und Regenbogenpizza gab es Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Kennenlernen.

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