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Bistum Dresden Meissen
29. Oktober 2026

Aufarbeitungskommission des Bistums hat sich konstituiert

Unabhängiges Gremium nimmt Arbeit auf

Dresden. Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Dresden-Meißen hat sich am Dienstag, 27. Oktober, konstituiert. Das Gremium soll sexuellen Missbrauch im Verantwortungsbereich des Bistums untersuchen, dessen Ursachen und begünstigende Strukturen aufarbeiten sowie Empfehlungen für notwendige Konsequenzen entwickeln und dazu insbesondere die Sicht von Betroffenen einbeziehen.

Mit der Bildung einer eigenen Aufarbeitungskommission setzt das Bistum Dresden-Meißen den Prozess der unabhängigen Aufarbeitung auf diözesaner Ebene fort. Zuvor hatten das Erzbistum Berlin, die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sowie die Katholische Militärseelsorge eine gemeinsame Kommission gebildet. Diese war im Juni 2025 nach dem Rücktritt mehrerer Mitglieder aufgelöst worden.

Der neuen Kommission gehören derzeit fünf Mitglieder an, die vom Bistum und dem Freistaat Sachsen vorgeschlagen wurden. Sie haben unterschiedliche berufliche Erfahrungen und fachliche Qualifikationen. Keines der Mitglieder steht in einem kirchlichen Beschäftigungsverhältnis:

Maren Gräfin zu Castell, Diplom-Psychologin aus ChemnitzMathias Mohr, Leitender Psychologe aus DresdenSigrun Pohl, Verwaltungsfachwirtin aus DresdenProf. Dr. Peter Schönknecht, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie aus LeipzigSophie Stolberg-Stolberg, Juristin und Richterin am Amtsgericht a. D. aus Bautzen

Zwei Plätze für Betroffene bleiben frei

Für Vertreterinnen und Vertreter von Betroffenen sind in der Kommission zwei Plätze vorgesehen. Diese sind bislang unbesetzt, da bisher keine Personen für eine Mitarbeit gewonnen werden konnten. Die Plätze werden ausdrücklich freigehalten. Die Erfahrungen und Perspektiven Betroffener sind für eine glaubwürdige und umfassende Aufarbeitung unverzichtbar. Das Bistum wird sich deshalb weiterhin um eine Beteiligung bemühen, sowohl durch persönliche Ansprache als auch durch öffentliche Einladungen zur Mitarbeit. Die konsequente Berücksichtigung der Belange Betroffener ist ein zentrales Anliegen der Aufarbeitung.

Die Kommission arbeitet auf Grundlage einer eigenen Ordnung unabhängig und weisungsfrei. Einen ersten Ansatzpunkt für ihre Arbeit bildet die vom Bistum beauftragte wissenschaftliche Studie des Historikers Dr. Bernd Schäfer. Sie untersucht Fälle sexuellen Missbrauchs von 1945 bis zur Gegenwart sowie den institutionellen Umgang damit. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Verantwortlichkeiten und strukturelle Ursachen zu untersuchen und daraus Konsequenzen abzuleiten.

Weitere Informationen zur Aufarbeitung und zu den Möglichkeiten einer Beteiligung sind unter www.bistum-dresden-meissen.de/aufarbeitung zu finden.