Sorbische Druschki auf Wallfahrt in Rom
Begegnung mit dem Heiligen Vater und den Wurzeln des Glaubens
Rosenthal/Rom. Vom 8. bis 14. Februar 2026 hat sich eine große Gruppe sorbischer Druschki auf Wallfahrt nach Rom begeben. Druschki (sorbisch: družki = Brautjungfern) sind junge, unverheiratete Mädchen, die in traditioneller, kunstvoll bestickter Festtagstracht eine zentrale Rolle im sorbischen Brauchtum einnehmen und beispielsweise bei Wallfahrten die Marienfiguren tragen. Insgesamt nahmen sechzig junge Sorbinnen im Alter ab 14 Jahren an der Pilgerreise teil, begleitet von vierzig Ankleidefrauen sowie drei Priestern. Ziel der Wallfahrt war der Besuch der Gräber der Apostel Petrus und Paulus sowie die Teilnahme an der Generalaudienz mit dem Heiligen Vater am 11. Februar auf dem Petersplatz. Als eindrucksvollen Moment und eine Erfahrung lebendiger Glaubensgemeinschaft beschrieb eine Teilnehmerin die Begegnung.
Pfarrer Měrćin Deleńk aus Crostwitz erläutert: "Die Wallfahrt stand unter den Anliegen tiefer Dankbarkeit gegenüber dem Heiligen Vater, der Treue zur Kirche sowie dem Wunsch, im Glauben weiter zu wachsen. Die Teilnehmerinnen kamen aus allen sorbischen Pfarreien und setzten damit ein sichtbares Zeichen lebendigen Glaubens und gelebter Tradition." Pfarrer Delenk überreichte dem Heiligen Vater ein Messbuch in sorbischer Sprache.
Besuch bedeutender Glaubensorte Roms
Der Termin der Wallfahrt lag nach dem Abschluss des Heiligen Jahres, da die Pfarrei Crostwitz – unter anderem wegen der 800-Jahr-Feier, eines Folklorefestivals und der Passionsspiele – keinen früheren Zeitraum wahrnehmen konnte. Die Reise war der ausdrückliche Wunsch mehrerer junger Mädchen, die um eine solche Wallfahrt gebeten hatten – auch in Erinnerung an die erste Druschki-Wallfahrt nach Rom im Jahr 2011 aus Anlass der Seligsprechung des sorbischen Kaplans Alojs Andritzki.
In Rom traf die Pilgergruppe auch ihren Bischof Heinrich Timmerevers, außerdem Kaplan Florian Mroß sowie Pater Martin Wolf vom Orden der Hünfelder Oblaten. Das Programm umfasste neben der Generalaudienz zahlreiche Höhepunkte: die Besichtigung des Petersdoms und der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, von Santa Maria in Trastevere und Santa Maria Maggiore, den Besuch der Katakomben von San Sebastiano sowie wichtiger frühchristlicher und römischer Kirchenstätten, an denen täglich die Heilige Messe gefeiert wurde. Besonders eindrucksvoll war zudem die Prozession nach Santa Maria in Trastevere am Tag der Generalaudienz.
Die Wallfahrt begann am 8. Februar mit der Abfahrt aus dem sorbischen Wallfahrtsort Róžant/Rosenthal und endete am 14. Februar auch dort. Sie verband sorbische Glaubenstradition und Gemeinschaft mit der Weltkirche.
Fotos: Birgit Waury / Daniela Cemjer