Menü
Bistum Dresden Meissen
Im September dieses Jahres blickten im Ökumenischen Domladen in Bautzen ehemalige und heutige Verantwortliche auf die 100-jährige Geschichte der Katholischen Buchhandlungen in Sachsen zurück. © Judith Wenk
25. November 2025

Vom Ort des gedruckten Wortes zum Raum der Begegnung

Bautzen erinnert an 100 Jahre katholische Buchhandlung

Bautzen. Hundert Jahre christliche Literatur im Buchhandlungsbetrieb in Sachsen - daran erinnert aktuell der Ökumenische Domladen Bautzen mit Blick auf seine Entstehungsgeschichte. Seinen Anfang nahm die Historie der Dombuchhandlung in der Spreestadt: Margarete Dilger eröffnete am 1. Dezember 1925 unweit des jetzigen Domizils des Ökumenischen Domladens eine katholische Buchhandlung. Bereits nach kurzer Zeit zog der Laden in die heutigen Räume an den Fleischbänken. Drei Jahrzehnte später folgte, auf Wunsch des Bischöflichen Ordinariats, eine zweite katholische Buchhandlung in Dresden, die am 1. April 1955 als Hauptsitz in der Schweriner Straße 15 eröffnet wurde.

In Bautzen jedoch schlossen die Türen nicht ganz. Dort blieb bis zum Jahr 2000 durchgehend eine Zweitniederlassung. Margarete Dilger leitete die Buchhandlung bis 1964, anschließend übernahm sie Edmund Königsmann. In Dresden geboren und in Schirgiswalde aufgewachsen, arbeitete er bereits in den Ferien als Schüler hin und wieder im Bautzener Laden. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre und anschließend ein Fachschulstudium zum Buchhändler. In den folgenden Jahrzehnten belieferte er mit seiner St.-Benno-Buchhandlung neben dem Geschäft auch Pfarreien und bot Büchertische bei Wallfahrten sowie in den Pfarreien an.

Immer wieder kam es zu Veränderungen

Mit der politischen Wende kam es auch im religiösen Buchhandel zu einem großen Umbruch. Große Stapel von Büchern blieben aufgrund des Währungswechsels und der einhergehenden hohen Preise plötzlich liegen, da es immer weniger oder keine Käufer dafür gab. Aufgrund von Umbaumaßnahmen zog die katholische Buchhandlung in Dresden 1994 von der Schweriner Straße auf die Ostra-Allee. Auf Initiative des damaligen Bischofs Joachim Reinelt fand die St.-Benno-Buchhandlung 1999 ihr letztes Domizil im Haus der Kathedrale auf der Schloßstraße 24. Von 2001 bis zur Schließung im Dezember 2020 leitete Christiane Königsmann das Geschäft und bot eine breite Auswahl von religiösen Büchern über Karten und Kalendern bis hin zu Devotionalien und Kerzen an. 

Die Dombuchhandlung in Bautzen wurde im Jahr 2000 an Marcel Thiemann übergeben, der diese bis 2007 weiterführte.  Seit 2008 sind die Räume Sitz des Ökumenischen Domladens e.V., der im gleichen Jahr auf Initiative katholischer und evangelischer Christen der Stadt gegründet wurde. Neben einer kleinen Auswahl an christlicher und regionaler Literatur sowie Devotionalien, die in den Räumen an den Fleischbänken angeboten werden, organisiert der Verein hauptsächlich verschiedene Projekte und Reihen, wie etwa das Literaturcafé, Filmabende, ein Ukrainehilfeprojekt oder in Kooperation mit der Initiative „Bautzen gemeinsam“ die inzwischen renommierten „Bautzener Reden“. Flüchtlinge haben in den Räumen des Domladens Sprachunterricht – andere Initiativen treffen sich hier regelmäßig, wie z.B. die Bautzener Stadtbegrüner.

Außerdem möchte der Domladen ein Schaufenster kirchlichen Lebens sowie ein Ort der Begegnung (so bei „Wir sind für Sie da“), des Austausches und des Zusammenkommens sein – sowohl für Einheimische wie auch für Touristen oder Pilger.

Text/Fotos: Judith Wenk

www.domladen-bautzen.de