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Bistum Dresden Meissen
27. April 2022

Demenz in Wissenschaft und Praxis

Ökumenische Veranstaltungen zur „Woche für das Leben“ in Sachsen

Leipzig/Dresden. Die bundesweite Woche für das Leben der katholischen und evangelischen Kirchen in Deutschland wird am 30. April 2022 in der Nikolaikirche Leipzig offiziell eröffnet. Sie steht unter dem Thema „Mittendrin. Leben mit Demenz“. Aus diesem Anlass finden an verschiedenen Orten in Sachsen ökumenische Veranstaltungen statt, in denen das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt wird. Veranstaltet werden diese u.a. gemeinsam von der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen, der Evangelischen Akademie Sachsen und dem Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen e.V.


Demenz als Herausforderung für die Ethik und Medizin            

Unter dem Titel „... getragen. Wie menschenwürdig ist ein Leben mit Demenz?“ diskutieren am Dienstag, 3. Mai, um 18 Uhr im Haus der Kathedrale (Schloßstr. 24) in Dresden Dr. Erik Norman Dzwiza-Ohlsen und Prof. Dr. Gerd Kempermann über die ethischen Herausforderungen die mit dem Thema Demenz verbunden sind: Dinge vergessen, die Orientierung verlieren, Vertraute und sich selbst nicht mehr wiedererkennen – solche Erlebnisse sind für einen Teil der Menschen in unserem Land zum dauerhaften, normalen Alltag geworden. Wer unter einer Demenz leidet oder Betroffene im Kreis der Familie begleitet, erfährt die Verletzlichkeit des Lebens. Die Angst wächst, nicht mehr willkommen zu sein. Oft stellt sich Betroffenen die Frage, worin eigentlich ihre Würde noch greifbar ist, wenn das ganze Ich verloren geht und die Würde des Menschen in Frage stellt. Was bleibt vom Menschen, wenn die Erinnerung geht?

Anmeldung zur Veranstaltung in Dresden:
https://www.katholische-akademie-dresden.de/11-kathedralforum-dresden/1467-getragen


Austausch über die Begleitung von Demenzkranken und ihrer Angehörigen

Parallel findet ebenfalls am 3. Mai 2022 um 19:30 Uhr in der Propstei St. Trinitatis (Nonnenmühlgasse 2) ein ökumenischer Gesprächsabend unter dem Thema „Demenz – Erfahrungen im Umgang mit einer leidvollen Erkrankung“ statt. Mit der Demenz persönlich zu leben oder Angehörige über Jahre zu begleiten, ist eine große Herausforderung des Aushaltens und braucht Bestärkung. Die professionellen und ehrenamtlichen Begleiter sind auf Lernstunden und gegenseitigen Zuspruch angewiesen. Es fehlt oftmals an Gesprächen. Der Abend dient dem Gespräch zwischen professionellen Praxishelferinnen und -helfer und dem interessierten Publikum. Neben den Kurzvorträgen, wird es ausführlich Raum zum Gespräch über persönliche Erfahrungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz geben.

Anmeldung zur Veranstaltung in Leipzig:
Bitte über  oder per Telefon unter 0351 / 81243 15.


Die Referent/innen:

  • Dr. Erik Norman Dzwiza-Ohlsen ist Research Fellow am Centre for Subjectivity Research in Kopenhagen und Mitbegründer des Arbeitskreises Transdisziplinäre Demenzforschung sowie dem Netzwerk Phenomenology of Dementia and Aging. Derzeit arbeitet er an einer ‚Phänomenologie der Demenz‘.
  • Prof. Dr. Gerd Kempermann ist Professor für Genomische Grundlagen der Regeneration am Forschungszentrum für Regenerative Therapien an der Technischen Universität Dresden (CRTD) sowie Sprecher des Dresdner Standorts des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
  • Angelika Hoffmann ist Geschäftsführerin des SelbstBestimmt Leben e.V., der Beratungszentren zum Thema "Demenz" in Leipzig und Umgebung betreibt.
  • Sr. Dr. Christa Baich ist Seelsorgerin, Theologin und Ordensfrau der Kongregation der Helferinnen in Leipzig.
  • Falk Vonderlin ist diplomierter Pfleger beim Leipziger Pflegedienst Löwenherz GmbH.
  • Dorothea Schwennicke ist Koordinatorin und Beraterin beim Hospiz Verein Leipzig e.V.

 

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