Wunsch nach Zusammenhalt prägt Gedenkandacht in Leipzig
am 5. Mai in der Nikolaikirche
Leipzig. Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt haben Kirchen und Gesellschaft gemeinsam innegehalten. In einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Nikolaikirche wurde am 5. Mai Raum geschaffen für Trauer, Mitgefühl und das Erinnern an die Opfer und ihre Angehörigen.
Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche reagierten tief betroffen. Der katholische Bischof Heinrich Timmerevers betonte: „Gott stellt sich an die Seite der Trauernden und Verzweifelten. Er stellt sich dagegen, dass Trauer, Verzweiflung und Bitterkeit das letzte Wort haben.“ Der sächsische evangelische Landesbischof Tobias Bilz sagte, die Bilder der Tragödie dürften nicht die Oberhand behalten. Zugleich machte er deutlich, dass gerade in schweren Momenten Zusammenhalt und Solidarität wachsen könnten.
Superintendent Sebastian Feydt und Propst Ralph Kochinka betonten, wie wichtig es sei, nun füreinander da zu sein, Trost zu spenden und gemeinsam durch diese Zeit zu gehen. Der Gottesdienst selbst wurde von ökumenisch gestaltet und musikalisch von den Thomanern begleitet. Auch Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft nahmen teil – darunter Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Die Gedenkandacht wurde im MDR Fernsehen übertragen.