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Bistum Dresden Meissen
13. Juli 2022

Leben und Wirken von Bischof Christian Schreiber

Tagung am 1./2. September 2022 in Schmochtitz anlässlich seines 150. Geburtstages

Bautzen. Die Katholische Akademie des Erzbistums Berlin und das Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno veranstalten gemeinsam am 1./2. September 2022 in Schmochtitz ein Seminar zu Bischof Christian Schreiber (1872-1933) anlässlich seines 150. Geburtstages. Auf dem Programm stehen dabei Vorträge und Gesprächsrunden zum Leben und Wirken des ersten Bischofs des wiedererrichteten Bistums Meißen und des neugegründeten Bistums Berlin sowie ein Gottesdienst mit Bischof Heinrich Timmerevers. „Die 1920er und 1930er Jahre waren eine sehr bewegte Zeit voller Auf- und Umbrüche in Kirche, Staat und Gesellschaft. Neue Freiheiten paarten sich mit Ängsten und Widerständen, die auch gewalttätig ausgetragen wurden. Christian Schreiber sah in dieser Zeit dennoch zuerst die Chancen, um katholisch-kirchliches Leben in Sachsen zu festigen und weiter aufzubauen. Ich freue mich daher bei dem Seminar besonders auf den Austausch, was wir von ihm lernen und vielleicht auch ins Heute übertragen können“, so Bischof Timmerevers.

Christian Schreiber wurde am 3. August 1872 in Somborn geboren. Er galt als talentierter Theologe und Wissenschaftler seiner Zeit. Seine Karriere in der katholischen Kirche begann als Professor und Leiter des Priesterseminars in Fulda. Von dort wurde er 1921 zum ersten Bischof des wiedererrichteten Bistums Meißen berufen. Danach kam er als Gründungsbischof der Berliner Diözese in die Hauptstadt (1929/30), wo er starb.

Bereits im Bistum Meißen, dessen Bischofssitz damals im geschichtsträchtigen Bautzen lag, gelang Schreiber eine große Aufbauarbeit, wobei er auch neugewonnene Freiheiten für Kirche in der Zeit der Weimarer Republik nutzte. Er packte an und gründete Einrichtungen wie den Diözesancaritasverband und Klöster in Goppeln und Bautzen. Dabei war ihm ein enger Kontakt zum Klerus und den Gläubigen wichtig, was sich an der Einberufung der ersten Diözesansynode 1923 und den jährlich abgehaltenen Katholikentagen im Bistum Meißen zeigte. Zudem war er der erste katholische Geistliche seit der Reformation, der Vorlesungen an der Universität Leipzig gehalten hat. In seiner gesamten Amtszeit als Bischof von Meißen hatte er mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Geld war für die katholische Kirche zu knapp, da die Gläubigen in der Gesamtheit eher zu den einkommensschwachen Schichten gehörten. Dazu kam die Inflation zu Beginn der Zwanziger Jahre, die den Wertverlust des Geldes beschleunigte. Darüber hinaus konnte er die katholischen Sorben, die Großteils auf dem Gebiet seines Bistums lebten, nicht für sich gewinnen. Seine Entscheidungen auf ihrem Territorium sorgten für Unmut.

In der Reichshauptstadt Berlin hatte Christian Schreiber zusätzliche Aufgaben zu bewerkstelligen. Zum einen konnte er in der späten Phase der Weimarer Republik mit seinen Erfahrungen dort ebenfalls wichtige Impulse zum Aufbau der Gemeinde- und Bistumsstruktur setzen. Zum anderen musste er sich mit dem politischen Geschehen auseinandersetzen. Schließlich entwickelte er eine ablehnende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus. Schwer erkrankt starb Christian Schreiber am 1. September 1933 in Berlin.

Die Tagung in Schmochtitz beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Leben und Wirken von Christian Schreiber als Bischof von Meißen und seinem geistlichen Profil.  Im nächsten Jahr am 1. und 2. September 2023 wird die Tagung in Berlin fortgesetzt. Sie verfolgt das Ziel, den aktuellen Wissenstand zusammenzutragen und zu vermitteln. Dabei wird insbesondere die Zeit der Weimarer Republik und des aufkommenden Nationalsozialismus in den Blick genommen. Zudem entstehen neue Perspektiven auf das Leben und Wirken Christian Schreibers.

Die Teilnahmegebühr in Schmochtitz beträgt pro Person 100 Euro im Einzelzimmer und 85 Euro im Doppelzimmer, inklusive Übernachtung und Vollverpflegung.  
Um Anmeldung wird bis zum 15. August 2022 gebeten bei www.bildungsgut-schmochtitz.de/anmeldung oder per E-Mail unter .

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