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Bistum Dresden Meissen
Bischof em. Joachim Wanke © Peter Weidemann / Bistum Erfurt
12. März 2026

Bischof Timmerevers zum Tod des Erfurter Bischofs em. Joachim Wanke

Trauer um den ehemaligen Bischof unserer Nachbardiözese

Dresden/Erfurt. Das Bistum Dresden-Meißen trauert um den emeritierten Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke, der am heutigen Donnerstag in Erfurt verstorben ist. Mit ihm verliert die katholische Kirche in Ostdeutschland eine prägende geistliche Persönlichkeit, einen klugen Theologen und einen wachen Begleiter der Umbruchs- und Aufbruchszeiten nach 1989. Joachim Wanke wurde 84 Jahre alt.

Bischof em. Joachim Wanke stand seit 1981 an der Spitze des Erfurter Kirchengebiets und wurde 1994 zum ersten Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt ernannt. Über Jahrzehnte hinweg hat er das kirchliche Leben in Ostdeutschland mitgeprägt. Sein theologischer Sachverstand, seine sprachliche Klarheit und seine Aufmerksamkeit für die Lebenswirklichkeit der Menschen machten ihn weit über die Grenzen seines Bistums hinaus zu einer wichtigen Stimme in Kirche und Gesellschaft.

Bischof Heinrich Timmerevers erklärt zum Tod von Joachim Wanke:

„Mit großer Trauer haben wir im Bistum Dresden-Meißen die Nachricht vom Tod von Bischof em. Dr. Joachim Wanke aufgenommen. Mit ihm verliert die Kirche in Ostdeutschland eine Gestalt, die weit über ihre eigene Diözese hinaus Orientierung gegeben hat. Joachim Wanke war ein Bischof von klarem theologischem Urteil und zugleich von bemerkenswerter menschlicher Zugewandtheit. Er hatte die seltene Gabe, den Glauben so zur Sprache zu bringen, dass seine Tiefe spürbar blieb und er doch die Fragen der Gegenwart nicht scheute.

Gerade für die Kirche in den neuen Bundesländern war Joachim Wanke über viele Jahre eine prägende Stimme. Er wusste aus eigener Erfahrung, was es heißt, als Christ in einer weithin säkularen Umgebung zu leben, und er hat nie aufgehört, darin nicht zuerst einen Mangel, sondern einen geistlichen Auftrag zu sehen. Viele seiner Gedanken über die Sendung der Kirche in Ostdeutschland wirken bis heute nach. Er hat uns ermutigt, nicht in Resignation zu verfallen, sondern mit innerer Freiheit, geistlicher Klarheit und missionarischer Gelassenheit unseren Weg zu gehen.

Ich verbinde mit seinem Namen auch eine Kirche, die das Gespräch sucht: mit den Suchenden, mit den Getauften, mit denen, die der Kirche fernstehen, und mit den Christinnen und Christen anderer Konfessionen. Joachim Wanke war ein Brückenbauer – weil er aus einem tiefen Glauben heraus das Verbindende stärken konnte. Seine Perspektive aus Ostdeutschland, das mittlerweile auch mein Zuhause ist, habe ich in der Bischofskonferenz von Beginn an sehr geschätzt.

Immer wieder erzählen mir Christinnen und Christen in unserem Bistum von Begegnungen mit Bischof Wanke, ob beim großen Elisabeth-Jubiläum 1981 in Erfurt oder zu anderen Anlässen. Es zeigt mir, wie sehr wir als Christen in der Diaspora die Verbundenheit brauchen und wie prägend die Persönlichkeit von Joachim Wanke für viele war.

In diesen Stunden des Abschieds gilt unser Gebet dem Verstorbenen. Unsere Anteilnahme gilt dem Bistum Erfurt, allen, die ihm menschlich und geistlich verbunden waren, und allen, die in ihm einen Seelsorger, Lehrer und Weggefährten verloren haben. Gott schenke ihm die Vollendung in seiner Gemeinschaft.“

Das Bistum Dresden-Meißen ist in diesen Tagen des Abschieds im Gebet mit dem Bistum Erfurt verbunden. Für viele Katholikinnen und Katholiken in Ostdeutschland bleibt Joachim Wanke mit seinem bischöflichen Dienst, seinem theologischen Denken und seiner seelsorglichen Präsenz unvergessen.

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