Deutsch-polnischer Austausch und grenzüberschreitende Vernetzung
Kirchliche Archivare tagten vom 8. bis 10. Juni in Breslau
Wrocław/Breslau (Polen). Vom 8. bis zum 10. Juni 2026 tagten die Leiterinnen und Leiter von Diözesanarchiven und Registraturen der (Erz-)Bistümer der Kirchenprovinzen Berlin mit Militärbischofsamt, Hamburg und Paderborn im Erzbistum Breslau. Die Konferenz findet einmal jährlich statt und wird immer von einem der beteiligten (Erz-)Bistümer organisiert. Dieses Jahr veranstaltete das Bistum Görlitz die 3-tägige Konferenz. Da das Bistum Görlitz – wie auch das Erzbistum Berlin – aus dem (Erz-)Bistum Breslau hervorgegangen ist, standen vor allem der Austausch und die grenzüberschreitende Vernetzung im Vordergrund. Aus dem Bistum Dresden-Meißen nahmen die Leiterin des Diözesanarchivs in Bautzen, Dr. Birgit Mitzscherlich, und die Leiterin der Registratur des Bischöflichen Ordinariats, Dr. Ariane Bartkowski, teil.
Besichtigt wurden das Erzbistumsarchiv, das Diözesanmuseum und das Universitätsarchiv. Im Erzbistumsarchiv referierte zunächst Kaplan Dr. Adam Kaźmierski über die historische Entwicklung des Erzbistumsarchivs und zeigte der Gruppe anschließend das neue Gebäude, wo einst das Alumnat gestanden hatte. Die Gruppe hatte die Möglichkeit, das Gründungsbuch des Zisterzienserklosters Heinrichau im Original zu betrachten: Da es den ersten geschriebenen Satz auf Alt-Polnisch enthalten soll, steht es seit 2015 auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.
Information zur Arbeit des polnischen Archivwesens
Auch das Diözesanmuseum ist in den letzten Jahren – bis 2024 – neu saniert worden und präsentiert u.a. die größte Sammlung gotischer Kunst in Polen sowie die Antikensammlung zweier Kardinäle. Derzeit ist zudem eine kleine Sonderausstellung zum Deutsch-Polnischen Briefwechsel von 1965/66 zu besichtigen.
Im Universitätsarchiv erhielt die Gruppe von Direktor Remigiusz Kazimierczak eine grundlegende Einführung zur Struktur und Arbeitsweise des polnischen Archivwesens. Deutlich wurde dabei die zentralistische Organisationsweise. Das Universitätsarchiv hat einen Sonderstatus, so dass die Gruppe auch Unterlagen des 19. und frühen 20. Jh. zur katholischen Theologischen Fakultät einsehen konnte. Geistliche unserer Region hatten dort oft ihr Studium durchgeführt. Zudem wurde das Dokumentenmanagementsystem (DMS) präsentiert, welches von den ca. 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität genutzt wird.
Resümierend muss die außerordentliche Gastfreundlichkeit und das große Engagement, mit denen die Gruppe empfangen wurde, hervorgehoben werden. In allen Einrichtungen war man stets bemüht, den Austausch und die Vernetzung voranzutreiben und hat sich mit einer großen Offenheit präsentiert. Der fachliche Ertrag auch einer solchen Konferenz ist insofern nicht hoch genug zu veranschlagen.
Text: Dr. Ariane Bartkowski, Leiterin der Registratur des Bistums Dresden-Meißen
Fotos: Dr. Birgit Mitzscherlich, Diözesanarchivarin und Leiterin der Diözesanbibliothek und der Domschatzkammer Bautzen